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Übersetzungen [13]

Selbstüberschätzung

Nummerierte Lehrreden 10.86

9. Das Kapitel mit Altehrwürdigen

Selbstüberschätzung

Einmal hielt sich der Ehrwürdige Mahākassapa bei Rājagaha auf, im Bambuswäldchen, am Futterplatz der Eichhörnchen.

Da wandte er sich an die Mönche und Nonnen:

„Geehrte, Mönche und Nonnen!“

„Geehrter“, antworteten sie.

Der Ehrwürdige Mahākassapa sagte:

„Da erklärt ein Mönch seine Erleuchtung:

‚Ich verstehe: „Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.“‘

Darauf dringt der Klargewordene auf ihn ein, geht ihm nach und nimmt ihn ins Kreuzverhör, oder einer seiner Schüler, der die Vertiefungen besitzt, in erhabenen Zuständen, im Geist anderer und im Erfassen des Geistes anderer bewandert ist, tut es.

Wenn er so ins Kreuzverhör genommen wird, bleibt er stecken und kommt vom Weg ab. Er läuft in sein Verderben und seinen Untergang.

Der Klargewordene oder einer seiner Schüler erfasst seinen Geist und untersucht:

‚Warum erklärt dieser Ehrwürdige seine Erleuchtung und sagt:

„Ich verstehe: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort‘“?‘

Er versteht:

‚Dieser Ehrwürdige überschätzt sich selbst und hält das für die Wahrheit. Er nimmt wahr, dass er erlangt hätte, was er nicht erlangt hat, dass er getan hätte, was er nicht getan hat, und dass er erreicht hätte, was er nicht erreicht hat.

Und aus Selbstüberschätzung erklärt er seine Erleuchtung:

„Ich verstehe: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘“‘

Der Klargewordene oder einer seiner Schüler erfasst seinen Geist und untersucht:

‚Warum überschätzt sich dieser Ehrwürdige selbst und hält das für die Wahrheit? Warum nimmt er wahr, dass er erlangt hätte, was er nicht erlangt hat, dass er getan hätte, was er nicht getan hat, und dass er erreicht hätte, was er nicht erreicht hat?

Und warum erklärt er aus Selbstüberschätzung seine Erleuchtung:

„Ich verstehe: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort‘“?‘

Er versteht:

‚Dieser Ehrwürdige ist sehr gelehrt, er erinnert und behält, was er gehört hat: diese Lehren, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut sind, bedeutsam und gut ausgedrückt; die ein geistliches Leben beschreiben, das ganz vollständig und rein ist. Er ist sehr gelehrt in diesen Lehren, erinnert sie, übt sie ein, prüft sie mit dem Geist und durchdringt sie gedanklich.

Darum überschätzt sich dieser Ehrwürdige selbst und hält das für die Wahrheit. …‘

Er versteht:

‚Dieser Ehrwürdige ist begehrlich

und lebt oft mit einem Herzen voller Begehrlichkeit.

Voller Begehrlichkeit zu sein, bedeutet Niedergang in der Lehre und Schulung, die vom Klargewordenen verkündet wurde.

Dieser Ehrwürdige ist böswillig …

dumpf und benommen …

rastlos …

er hat Zweifel …

Er genießt Arbeit, liebt sie und hängt daran, sie zu genießen …

Er genießt Reden …

Schlaf …

und Gesellschaft, liebt sie und hängt daran, sie zu genießen.

Gesellschaft zu lieben, bedeutet Niedergang in der Lehre und Schulung, die vom Klargewordenen verkündet wurde.

Obwohl es noch mehr zu tun gibt, hört dieser Ehrwürdige auf halbem Weg auf, nachdem er ein bedeutungsloses Ergebnis erlangt hat.

Auf halbem Weg aufzuhören, bedeutet Niedergang in der Lehre und Schulung, die vom Klargewordenen verkündet wurde.‘

Es ist ganz unmöglich, dass ein Mönch Wachstum, Zunahme oder Reife in dieser Lehre und Schulung erlangt, ohne diese zehn Eigenschaften aufzugeben.

Es ist gut möglich, dass ein Mönch Wachstum, Zunahme und Reife in dieser Lehre und Schulung erlangt, nachdem er diese zehn Eigenschaften aufgegeben hat.“

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