Nummerierte Lehrreden 10.98
10. Das Kapitel mit Upāli
Altehrwürdige
„Mönche und Nonnen, ein altehrwürdiger Mönch, der zehn Eigenschaften besitzt, lebt unbeschwert in jeder Himmelsrichtung, in der er sich aufhält.
Welche zehn?
Der Altehrwürdige ist lange erfahren, schon lange fortgezogen.
Er ist tugendhaft, gezügelt in der Ordenssatzung, verhält sich angemessen und sucht an angemessenen Orten um Almosen nach. Er sieht die Gefahr im kleinsten Fehler und hält die Schulungsregeln ein, die er aufgenommen hat.
Er ist sehr gelehrt, erinnert und behält, was er gehört hat: diese Lehren, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut sind, bedeutsam und gut ausgedrückt; die ein geistliches Leben beschreiben, das ganz vollständig und rein ist. Er ist sehr gelehrt in diesen Lehren, erinnert sie, festigt sie, indem er sie aufsagt, prüft sie mit dem Geist und durchdringt sie gedanklich.
Beide Ordenssatzungen wurden ihm ausführlich weitergegeben, gut aufgegliedert, gut gemeistert, gut bewertet, sowohl was die Regeln als auch den begleitenden Text betrifft.
Er zeigt Geschick darin, disziplinarische Angelegenheiten anzusprechen und beizulegen.
Er liebt die Lehren, es ist eine Lust, sich mit ihm zu unterhalten, er ist voller Freude über die Lehre und Schulung.
Er ist mit jeder Art von Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung zufrieden.
Er ist würdevoll beim Ausgehen und Zurückkommen und ist gut gezügelt, wenn er sich in einer bewohnten Gegend hinsetzt.
Er erlangt nach Wunsch, ohne Mühe und Not, die vier Vertiefungen – Zustände seliger Meditation in diesem Leben, die zum höheren Geist gehören.
Und er erlangt mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, erkennt sie durch eigene Einsicht und lebt darin.
Ein altehrwürdiger Mönch, der diese zehn Eigenschaften besitzt, lebt unbeschwert in jeder Himmelsrichtung, in der er sich aufhält.“
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