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Übersetzungen [22]

Ein Salzklümpchen

Nummerierte Lehrreden 3.100

10. Das Kapitel über ein Salzklümpchen

Ein Salzklümpchen

„Mönche und Nonnen, angenommen, ihr würdet sagen:

‚Wie auch immer dieser Mensch eine Tat begeht, er wird sie auf genau die gleiche Art erfahren‘: Wenn das so wäre, könnte man das geistliche Leben nicht führen, und es gäbe keine Möglichkeit, das Leiden völlig zu beenden.

Angenommen, ihr würdet sagen:

‚Wie auch immer dieser Mensch eine Tat begeht, er wird ihr Ergebnis so erfahren, wie es erfahren werden soll‘: Da das so ist, kann man das geistliche Leben führen, und es gibt die Möglichkeit, das Leiden völlig zu beenden.

Da begeht eine gewisse Person eine geringfügige schlechte Tat, und diese bringt sie in die Hölle.

Derweil begeht eine andere Person die gleiche geringfügige schlechte Tat, und sie erfährt das Ergebnis in diesem Leben, ohne dass das Geringste übrig bleibt, und erst recht nicht viel.

Was ist das für eine Person, die die geringfügige schlechte Tat begeht und dadurch in die Hölle kommt?

Da hat eine Person ihr körperliches Durchhaltevermögen, ihre Tugend, ihren Geist und ihre Weisheit nicht entwickelt. Sie ist engstirnig, von niederer Gesinnung, und lebt in Leiden.

Eine solche Person begeht die geringfügige schlechte Tat, und sie bringt sie in die Hölle.

Was ist das für eine Person, die die gleiche geringfügige schlechte Tat begeht und das Ergebnis in diesem Leben erfährt, ohne dass das Geringste übrig bleibt, und erst recht nicht viel?

Da hat eine Person ihr körperliches Durchhaltevermögen, ihre Tugend, ihren Geist und ihre Weisheit entwickelt. Sie ist nicht engstirnig, sondern hat ein großes Herz und lebt ohne Grenzen.

Eine solche Person begeht die gleiche geringfügige schlechte Tat, und sie erfährt das Ergebnis in diesem Leben, ohne dass das Geringste übrig bleibt, und erst recht nicht viel.

Wie wenn ein Mensch ein Salzklümpchen in einen Becher Wasser werfen würde:

Was meint ihr, Mönche und Nonnen?

Würde der Becher Wasser salzig und ungenießbar werden?“

„Ja, Herr.

Warum ist das so?

Weil in dem Becher nur wenig Wasser ist.“

„Wie wenn ein Mensch ein Salzklümpchen in den Ganges werfen würde:

Was meint ihr, Mönche und Nonnen?

Würde der Ganges salzig und ungenießbar werden?“

„Nein, Herr.

Warum ist das so?

Weil der Ganges aus einer großen Wassermenge besteht.“

„Ebenso ist es im Fall der Person, die die geringfügige schlechte Tat begeht und dadurch in die Hölle kommt,

und im Fall der anderen, die derweil die gleiche geringfügige schlechte Tat begeht und das Ergebnis in diesem Leben erfährt, ohne dass das Geringste übrig bleibt, und erst recht nicht viel. …

Wie jemand, der einen halben Taler, einen Taler oder hundert Taler gestohlen hat und dafür ins Gefängnis kommt,

wohingegen ein anderer, der das Gleiche gestohlen hat, nicht ins Gefängnis kommt.

Welcher Art ist derjenige, der für den Diebstahl eines halben Talers, eines Talers oder von hundert Talern ins Gefängnis kommt?

Es ist jemand, der arm, bedürftig und mittellos ist.

Ein Solcher kommt für den Diebstahl eines halben Talers, eines Talers oder von hundert Talern ins Gefängnis.

Welcher Art ist derjenige, der für den Diebstahl eines halben Talers, eines Talers oder von hundert Talern nicht ins Gefängnis kommt?

Es ist jemand, der reich, wohlhabend und vermögend ist.

Ein Solcher kommt für den Diebstahl eines halben Talers, eines Talers oder von hundert Talern nicht ins Gefängnis.

Ebenso ist es im Fall der Person, die die geringfügige schlechte Tat begeht und dadurch in die Hölle kommt,

und im Fall der anderen, die derweil die gleiche geringfügige schlechte Tat begeht und das Ergebnis in diesem Leben erfährt, ohne dass das Geringste übrig bleibt, und erst recht nicht viel. …

Wie ein Schafhändler oder Schafmetzger: Er kann einen Menschen, der ihn bestiehlt, hinrichten, ins Gefängnis werfen, seinen Besitz einziehen oder ihn anderweitig bestrafen, und mit einem anderen kann er das nicht tun.

Welcher Art ist derjenige, den er bestrafen kann?

Es ist jemand, der arm, bedürftig und mittellos ist.

Einen Solchen kann er bestrafen.

Welcher Art ist derjenige, den er nicht bestrafen kann?

Es ist ein König oder ein königlicher Oberminister, der reich, wohlhabend und vermögend ist.

Einen Solchen kann er nicht bestrafen.

Alles, was er in dem Fall tun kann, ist, die zusammengelegten Hände erheben und flehen:

‚Bitte, Kamerad, gib mir mein Schaf zurück oder bezahle es.‘

Ebenso ist es im Fall der Person, die die geringfügige schlechte Tat begeht und dadurch in die Hölle kommt,

und im Fall der anderen, die derweil die gleiche geringfügige schlechte Tat begeht und das Ergebnis in diesem Leben erfährt, ohne dass das Geringste übrig bleibt, und erst recht nicht viel. …

Mönche und Nonnen, angenommen, ihr würdet sagen:

‚Wie auch immer dieser Mensch eine Tat begeht, er wird sie auf genau die gleiche Art erfahren‘: Wenn das so wäre, könnte man das geistliche Leben nicht führen, und es gäbe keine Möglichkeit, das Leiden völlig zu beenden.

Angenommen, ihr würdet sagen:

‚Wie auch immer dieser Mensch eine Tat begeht, er wird ihr Ergebnis so erfahren, wie es erfahren werden soll‘: Da das so ist, kann man das geistliche Leben führen, und es gibt die Möglichkeit, das Leiden völlig zu beenden.“

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