Wird geladen

Übersetzungen [35]

Mit den Kālāmern von Kesamutta

Nummerierte Lehrreden 3.65

7. Das große Kapitel

Mit den Kālāmern von Kesamutta

So habe ich es gehört:

Einmal wanderte der Buddha mit einem großen Saṅgha von Mönchen und Nonnen durch das Land der Kosaler. Er kam zu einem Marktflecken der Kālāmer mit Namen Kesamutta.

Die Kālāmer von Kesamutta hörten:

„Es scheint, der Asket Gotama – ein Sakyer, der von einer Familie der Sakyer fortgezogen ist – ist in Kesamutta angekommen.

Er hat diesen guten Ruf:

‚Dieser Gesegnete ist vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha …

Es ist gut, solche Vollendeten zu sehen.‘“

Da gingen die Kālāmer zum Buddha. Manche verbeugten sich, manche begrüßten ihn und tauschten Höflichkeiten aus, manche hielten ihm ihre zusammengelegten Hände entgegen, manche nannten ihren Namen und Stamm und manche schwiegen. Sie setzten sich zur Seite hin und sagten zum Buddha:

„Herr, es gibt manche Asketen und Brahmanen, die nach Kesamutta kommen.

Sie erklären und verbreiten nur ihre eigene Doktrin; über die Doktrinen anderer fallen sie her, zerreißen sich das Maul darüber, verunglimpfen und verleumden sie.

Dann gibt es manche anderen Asketen und Brahmanen, die nach Kesamutta kommen.

Auch sie erklären und verbreiten nur ihre eigene Doktrin; über die Doktrinen anderer fallen sie her, zerreißen sich das Maul darüber, verunglimpfen und verleumden sie.

Daher, Herr, haben wir Zweifel und sind unsicher:

‚Wer von diesen werten Asketen und Brahmanen spricht wohl die Wahrheit und wer die Unwahrheit?‘“

„Kein Wunder, Kālāmer, dass ihr Zweifel habt und unsicher seid.

Die Sache, über die euch Zweifel aufgekommen ist, ist unsicher.

Daher, Kālāmer, geht bitte nicht nach mündlicher Überlieferung, nicht nach der Übertragungslinie, nicht nach einem Testament, nicht nach kanonischer Autorität, nicht nach Logik, nicht nach Rückschlüssen, nicht nach einem vernünftigen Gedankengang, nicht nach der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, nicht nach dem Anschein von Kompetenz, und denkt nicht: ‚Der Asket ist unser geachteter Lehrer.‘

Aber wenn ihr selbst versteht:

‚Diese Dinge sind untauglich, tadelnswert, werden von vernünftigen Menschen getadelt, und wenn man sie unternimmt, führen sie zu Schaden und Leiden‘, dann sollt ihr sie aufgeben.

Was denkt ihr, Kālāmer?

Wenn Gier in einem Menschen aufkommt, ist das zu seinem Nutzen oder zu seinem Schaden?“

„Zu seinem Schaden, Herr.“

„Ein gieriges Individuum, von Gier überwältigt, tötet lebende Geschöpfe, stiehlt, begeht Ehebruch, lügt und stiftet andere an, das Gleiche zu tun. Ist das zu seinem langanhaltenden Schaden und Leiden?“

„Ja, Herr.“

„Was denkt ihr, Kālāmer?

Wenn Hass in einem Menschen aufkommt, ist das zu seinem Nutzen oder zu seinem Schaden?“

„Zu seinem Schaden, Herr.“

„Ein hasserfülltes Individuum, von Hass überwältigt, tötet lebende Geschöpfe, stiehlt, begeht Ehebruch, lügt und stiftet andere an, das Gleiche zu tun. Ist das zu seinem langanhaltenden Schaden und Leiden?“

„Ja, Herr.“

„Was denkt ihr, Kālāmer?

Wenn Täuschung in einem Menschen aufkommt, ist das zu seinem Nutzen oder zu seinem Schaden?“

„Zu seinem Schaden, Herr.“

„Ein Individuum, das sich täuscht, von Täuschung überwältigt, tötet lebende Geschöpfe, stiehlt, begeht Ehebruch, lügt und stiftet andere an, das Gleiche zu tun. Ist das zu seinem langanhaltenden Schaden und Leiden?“

„Ja, Herr.“

„Was denkt ihr, Kālāmer, sind diese Dinge tauglich oder untauglich?“

„Untauglich, Herr.“

„Tadelnswert oder ohne Tadel?“

„Tadelnswert, Herr.“

„Werden sie von vernünftigen Menschen getadelt oder gepriesen?“

„Von vernünftigen Menschen werden sie getadelt, Herr.“

„Führen sie, wenn man sie unternimmt, zu Schaden und Leiden, oder nicht?

Oder wie seht ihr das?“

„Wenn man sie unternimmt, führen sie zu Schaden und Leiden.

So sehen wir das.“

„Also, Kālāmer, ich habe gesagt:

‚Bitte,

geht nicht nach mündlicher Überlieferung, nicht nach der Übertragungslinie, nicht nach einem Testament, nicht nach kanonischer Autorität, nicht nach Logik, nicht nach Rückschlüssen, nicht nach einem vernünftigen Gedankengang, nicht nach der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, nicht nach dem Anschein von Kompetenz, und denkt nicht: „Der Asket ist unser geachteter Lehrer.“

Aber wenn ihr selbst versteht:

„Diese Dinge sind untauglich, tadelnswert, werden von vernünftigen Menschen getadelt, und wenn man sie unternimmt, führen sie zu Schaden und Leiden“, dann sollt ihr sie aufgeben.‘

Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

Daher, Kālāmer, geht bitte nicht nach mündlicher Überlieferung, nicht nach der Übertragungslinie, nicht nach einem Testament, nicht nach kanonischer Autorität, nicht nach Logik, nicht nach Rückschlüssen, nicht nach einem vernünftigen Gedankengang, nicht nach der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, nicht nach dem Anschein von Kompetenz, und denkt nicht: ‚Der Asket ist unser geachteter Lehrer.‘

Aber wenn ihr selbst versteht:

‚Diese Dinge sind tauglich, ohne Tadel, werden von vernünftigen Menschen gepriesen, und wenn man sie unternimmt, führen sie zu Nutzen und Glück‘, dann sollt ihr sie unternehmen und daran festhalten.

Was denkt ihr, Kālāmer?

Wenn Zufriedenheit in einem Menschen aufkommt, ist das zu seinem Nutzen oder zu seinem Schaden?“

„Zu seinem Nutzen, Herr.“

„Ein zufriedenes Individuum, nicht von Gier überwältigt, tötet keine lebenden Geschöpfe, stiehlt nicht, begeht keinen Ehebruch, lügt nicht und stiftet andere nicht an, das zu tun. Ist das zu seinem langanhaltenden Nutzen und Glück?“

„Ja, Herr.“

„Was denkt ihr, Kālāmer?

Wenn Liebe in einem Menschen aufkommt, ist das zu seinem Nutzen oder zu seinem Schaden? …

Wenn richtiges Verstehen in einem Menschen aufkommt, ist das zu seinem Nutzen oder zu seinem Schaden? …

Ein Individuum, das versteht, tötet keine lebenden Geschöpfe … Ist das zu seinem langanhaltenden Nutzen und Glück?“

„Ja, Herr.“

„Was denkt ihr, Kālāmer, sind diese Dinge tauglich oder untauglich?“

„Tauglich, Herr.“

„Tadelnswert oder ohne Tadel?“

„Ohne Tadel, Herr.“

„Werden sie von vernünftigen Menschen getadelt oder gepriesen?“

„Von vernünftigen Menschen werden sie gepriesen, Herr.“

„Führen sie, wenn man sie unternimmt, zu Nutzen und Glück, oder nicht?

Oder wie seht ihr das?“

„Wenn man sie unternimmt, führen sie zu Nutzen und Glück.

So sehen wir das.“

„Also, Kālāmer, ich habe gesagt:

‚Bitte,

geht nicht nach mündlicher Überlieferung, nicht nach der Übertragungslinie, nicht nach einem Testament, nicht nach kanonischer Autorität, nicht nach Logik, nicht nach Rückschlüssen, nicht nach einem vernünftigen Gedankengang, nicht nach der Annahme einer Ansicht nach Überlegung, nicht nach dem Anschein von Kompetenz, und denkt nicht: „Der Asket ist unser geachteter Lehrer.“

Aber wenn ihr selbst versteht:

„Diese Dinge sind tauglich, ohne Tadel, werden von vernünftigen Menschen gepriesen, und wenn man sie unternimmt, führen sie zu Nutzen und Glück“, dann sollt ihr sie unternehmen und daran festhalten.‘

Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

Dann ist dieser edle Schüler frei von Begehrlichkeit, frei von bösem Willen, nicht verwirrt, der Situation bewusst und achtsam. Er meditiert, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller Liebe durchdringt, und die zweite und die dritte und die vierte. Ebenso nach oben, nach unten, dazwischen, überall und ringsumher; die ganze Welt durchdringt er mit einem Herzen voller Liebe – weit, ausgedehnt, grenzenlos, frei von Feindschaft und bösem Willen.

Er meditiert, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller Mitgefühl durchdringt, und die zweite und die dritte und die vierte. Ebenso nach oben, nach unten, dazwischen, überall und ringsumher; die ganze Welt durchdringt er mit einem Herzen voller Mitgefühl – weit, ausgedehnt, grenzenlos, frei von Feindschaft und bösem Willen.

Er meditiert, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller freudiger Anteilnahme durchdringt, und die zweite und die dritte und die vierte. Ebenso nach oben, nach unten, dazwischen, überall und ringsumher; die ganze Welt durchdringt er mit einem Herzen voller freudiger Anteilnahme – weit, ausgedehnt, grenzenlos, frei von Feindschaft und bösem Willen.

Er meditiert, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller Gleichmut durchdringt, und die zweite und die dritte und die vierte. Ebenso nach oben, nach unten, dazwischen, überall und ringsumher; die ganze Welt durchdringt er mit einem Herzen voller Gleichmut – weit, ausgedehnt, grenzenlos, frei von Feindschaft und bösem Willen.

Wenn der Geist dieses edlen Schülers frei von Feindschaft und bösem Willen ist, unbefleckt und geläutert,

hat er in eben diesem Leben einen vierfachen Trost gewonnen.

‚Wenn sich herausstellt, dass es jene Welt gibt und dass gute und schlechte Taten eine Wirkung haben, dann werde ich, wenn mein Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, an einem guten Ort wiedergeboren werden, in einer himmlischen Welt.‘ Das ist der erste Trost, den er gewonnen hat.

‚Wenn sich herausstellt, dass es jene Welt nicht gibt und dass gute und schlechte Taten keine Wirkung haben, dann werde ich mich in eben diesem Leben frei von Feindschaft und bösem Willen halten, unbeschwert und glücklich.‘ Das ist der zweite Trost, den er gewonnen hat.

‚Wenn sich herausstellt, dass denen, die Schlechtes tun, schlechte Dinge widerfahren, wie kann Leiden mich dann treffen,

da ich keine schlechten Absichten habe und nichts Schlechtes tue?‘ Das ist der dritte Trost, den er gewonnen hat.

‚Wenn sich herausstellt, dass denen, die Schlechtes tun, keine schlechten Dinge widerfahren, dann sehe ich mich dennoch auf beiden Seiten rein.‘ Das ist der vierte Trost, den er gewonnen hat.

Wenn der Geist eines edlen Schülers frei von Feindschaft und bösem Willen ist, unbefleckt und geläutert,

hat er in eben diesem Leben diesen vierfachen Trost gewonnen.“

„Das ist wirklich wahr, Gesegneter! Das ist wirklich wahr, Heiliger!

Wenn der Geist eines edlen Schülers frei von Feindschaft und bösem Willen ist, unbefleckt und geläutert,

hat er in eben diesem Leben diesen vierfachen Trost gewonnen. …

Vortrefflich, Herr! Vortrefflich! …

Wir nehmen Zuflucht zum Buddha, zur Lehre und zum Saṅgha der Mönche und Nonnen.

Von diesem Tag an soll der Buddha uns als Laienschüler in Erinnerung behalten, die für ihr ganzes Leben Zuflucht genommen haben.“

Kommentar [0]