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Übersetzungen [18]

In Uruvelā (2)

Nummerierte Lehrreden 4.22

3. Das Kapitel in Uruvelā

In Uruvelā (2)

„Mönche und Nonnen, dieses eine Mal, als ich eben erwacht war, hielt ich mich in Uruvelā beim Banyanbaum des Ziegenhirten auf, am Ufer des Flusses Nerañjarā.

Da kamen ein paar alte Brahmanen zu mir – bejahrt und hochbetagt, in vorgerücktem Alter und im letzten Lebensabschnitt angekommen – und tauschten Willkommensgrüße mit mir aus.

Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzten sie sich zur Seite hin und sagten zu mir:

‚Werter Gotama, wir haben gehört:

„Der Asket Gotama verbeugt sich nicht vor alten Brahmanen, den bejahrten und hochbetagten, die in vorgerücktem Alter sind und im letzten Lebensabschnitt angekommen; und er steht in ihrer Gegenwart auch nicht auf oder bietet ihnen einen Sitz an.“

Und so ist es tatsächlich,

denn der werte Gotama verbeugt sich nicht vor alten Brahmanen, den bejahrten und hochbetagten, die in vorgerücktem Alter sind und im letzten Lebensabschnitt angekommen; und er steht in ihrer Gegenwart auch nicht auf oder bietet ihnen einen Sitz an.

Das ist nicht richtig, werter Gotama.‘

Da kam mir der Gedanke:

‚Diese Ehrwürdigen wissen nicht, was ein Altehrwürdiger ist oder welche Eigenschaften einen zu einem Altehrwürdigen machen.‘

Mönche und Nonnen, angenommen, ihr wärt achtzig, neunzig oder hundert Jahre alt.

Aber eure Worte kämen zur falschen Zeit, wären unwahr, nichtssagend, nicht im Einklang mit der Lehre und Schulung. Sie wären ohne Wert, kämen zur falschen Zeit, wären unbegründet, weitschweifig und nutzlos.

Dann würdet ihr als ‚kindische Altehrwürdige‘ gerechnet.

Und nun angenommen, ihr wärt junge Menschen, jung, mit makellos schwarzem Haar, von Jugend gesegnet, in der Blüte des Lebens.

Aber eure Worte kämen zur rechten Zeit, wären wahr, bedeutsam, im Einklang mit der Lehre und Schulung. Sie wären wertvoll, kämen zur rechten Zeit, wären begründet, treffend und nützlich.

Dann würdet ihr als ‚kluge Altehrwürdige‘ gerechnet.

Es gibt vier Eigenschaften, die jemanden zu einem Altehrwürdigen machen.

Welche vier?

Da ist ein Mönch tugendhaft, gezügelt in der Ordenssatzung, verhält sich angemessen und sucht an angemessenen Orten um Almosen nach. Er sieht die Gefahr im kleinsten Fehler und hält die Schulungsregeln ein, die er aufgenommen hat.

Er ist sehr gelehrt, erinnert und behält, was er gehört hat: diese Lehren, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut sind, bedeutsam und gut ausgedrückt; die ein geistliches Leben beschreiben, das ganz vollständig und rein ist. Er ist sehr gelehrt in diesen Lehren, erinnert sie, übt sie ein, prüft sie mit dem Geist und durchdringt sie gedanklich.

Er erlangt nach Wunsch, ohne Mühe und Not, die vier Vertiefungen – Zustände seliger Meditation in diesem Leben, die zum höheren Geist gehören.

Er erlangt mit der Auflösung der Befleckungen in eben diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, erkennt sie durch eigene Einsicht und lebt darin.

Das sind die vier Eigenschaften, die jemanden zu einem Altehrwürdigen machen.

Die, deren Geist erregt ist,

reden viel Unsinn.

Ihre Gedanken haben sich nicht gesetzt,

und sie lieben eine falsche Lehre.

Von Ehrwürdigkeit sind sie weit entfernt

mit ihren schlechten Ansichten und ihrer Rücksichtslosigkeit.

Wer aber die Tugend vervollkommnet hat,

gebildet ist und wortgewandt,

gezügelt und bedächtig beim Erfahren von Erscheinungen,

mit Weisheit klar die Bedeutung sieht,

wer über alle Dinge hinausgegangen ist,

gütig und wortgewandt,

wer Geburt und Tod hinter sich gelassen

und das geistliche Leben erfüllt hat:

diesen Menschen nenne ich altehrwürdig,

einen, der ohne Befleckungen ist.

Mit der Auflösung der Befleckungen

wird ein Mönch ‚altehrwürdig‘ genannt.“

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