Nummerierte Lehrreden 4.33
4. Das Kapitel über Umstände
Der Löwe
„Mönche und Nonnen, gegen Abend kommt der Löwe, der König der Tiere, aus seiner Höhle,
gähnt,
mustert rundum die vier Himmelsrichtungen
und brüllt dreimal sein Löwengebrüll.
Dann zieht er auf Beute aus.
Und von allen Tieren, die das Brüllen des Löwen, des Königs der Tiere, hören, sind die meisten von Furcht, Angst und Schrecken erfüllt.
Die Höhlentiere fliehen in ihre Höhlen, die Wassertiere ins Wasser, die Waldtiere in den Wald und die Vögel erheben sich in den Luftraum.
Selbst die königlichen Elefanten, die in den Dörfern, Marktflecken und Königsstädten mit festem Geschirr angekettet sind, zerreißen ihre Ketten, lassen vor Schreck Urin und Kot unter sich und fliehen hierhin und dorthin.
So mächtig ist der Löwe, der König der Tiere, bei den Tieren, so gewaltig und von so hohem Rang!
Ebenso ist es, wenn ein Klargewordener in der Welt erscheint, ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die schulungsfähig sind, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet. Er lehrt den Dhamma:
‚So ist substanzielle Wirklichkeit, so ist der Ursprung substanzieller Wirklichkeit, so ist das Aufhören substanzieller Wirklichkeit, so ist die Übung, die zum Aufhören substanzieller Wirklichkeit führt.‘
Nun gibt es da Götter, die ein langes Leben haben, die schön sind, sehr glücklich und lange in ihren himmlischen Palästen leben. Wenn sie diese Lehre des Klargewordenen hören, sind die meisten von ihnen von Furcht, Angst und Schrecken erfüllt:
‚Oh nein! Da sind wir offenbar unbeständig, und wir dachten, wir seien beständig!
Da währen wir offenbar nicht fort, und wir dachten, wir seien immerwährend!
Da sind wir offenbar zeitlich, und wir dachten, wir seien ewig!
Oh nein! Da sind wir offenbar unbeständig, währen nicht fort, sind zeitlich und Teil der substanziellen Wirklichkeit.‘
So mächtig ist der Klargewordene in der Welt mit ihren Göttern, so gewaltig und von so hohem Rang.
Der Buddha, der Lehrer, dem keiner ebenbürtig ist,
rollt in der Welt mit ihren Göttern
das Rad des Dhamma vorwärts,
des Dhamma, den er selbst verstanden hat:
substanzielle Wirklichkeit, ihr Aufhören,
die Herkunft substanzieller Wirklichkeit
und der edle achtfache Pfad,
der zum Stillen des Leidens führt.
Und da sind die Götter, die lange leben,
so schön und ruhmreich,
voller Angst und Schrecken,
wie die Tiere, wenn sie den Löwen hören.
‚Wir sind über die substanzielle Wirklichkeit nicht hinausgelangt!
Offenbar sind wir unbeständig!‘
So reden sie, wenn sie das Wort
des Vollendeten hören, des Freien und Unberührten.“
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