Nummerierte Lehrreden 6.56
6. Das große Kapitel
Mit Phagguna
Zu dieser Zeit nun war der Ehrwürdige Phagguna mitgenommen, leidend, schwer krank.
Da ging der Ehrwürdige Ānanda zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm:
„Herr, der Ehrwürdige Phagguna ist mitgenommen, leidend, schwer krank.
Herr, bitte geh aus Anteilnahme zum Ehrwürdigen Phagguna.“
Der Buddha schwieg zum Zeichen der Zustimmung.
Da kam der Buddha am späten Nachmittag aus seiner Klausur und ging zum Ehrwürdigen Phagguna.
Der Ehrwürdige Phagguna sah den Buddha von Weitem kommen
und versuchte, sich auf seiner Liege aufzurichten.
Der Buddha sagte zu ihm:
„Es ist gut, Phagguna, du brauchst nicht aufzustehen.
Hier sind von anderen Sitze ausgelegt, da werde ich mich hinsetzen.“
Er setzte sich auf einen ausgebreiteten Sitz
und sagte zum Ehrwürdigen Phagguna:
„Ich hoffe, es geht dir leidlich, Phagguna, ich hoffe, du kommst zurecht. Und ich hoffe, dass der Schmerz nachlässt und nicht zunimmt, dass ein Nachlassen ersichtlich ist, kein Zunehmen.“
„Herr, es geht mir nicht leidlich, ich komme nicht zurecht. Der Schmerz ist schrecklich und nimmt zu, er lässt nicht nach, ein Zunehmen ist ersichtlich, kein Nachlassen.
Wie wenn ein kräftiger Mann eine scharfe Spitze in meinen Kopf bohren würde: So heftig sind die bohrenden Winde, die mir den Kopf zermartern.
Es geht mir nicht leidlich.
Wie wenn ein kräftiger Mann mir einen festen Lederriemen um den Kopf strammziehen würde: So heftig ist der Schmerz in meinem Kopf.
Es geht mir nicht leidlich.
Wie wenn ein geschickter Metzger oder Metzgerlehrling mit einem scharfen Fleischermesser den Bauch einer Kuh aufschlitzen würde: So heftig sind die schneidenden Winde, die mir in den Bauch schneiden.
Es geht mir nicht leidlich.
Wie wenn zwei kräftige Männer einen schwächeren Mann an den Armen packen würden, um ihn über einer Grube mit glühenden Kohlen zu verbrennen und zu schmoren: So heftig ist das Brennen in meinem Körper.
Es geht mir nicht leidlich, ich komme nicht zurecht. Der Schmerz ist schrecklich und nimmt zu, er lässt nicht nach, ein Zunehmen ist ersichtlich, kein Nachlassen.“
Dann leitete der Buddha den Ehrwürdigen Phagguna mit einem Dhammavortrag an, ermunterte, begeisterte und erhob ihn. Darauf erhob er sich von seinem Sitz und ging.
Nicht lange, nachdem der Buddha gegangen war, starb der Ehrwürdige Phagguna.
Zur Zeit seines Todes waren seine Sinne klar.
Da ging der Ehrwürdige Ānanda zum Buddha, verbeugte sich, setzte sich zur Seite hin und sagte zu ihm:
„Herr, nicht lange, nachdem der Buddha gegangen war, ist der Ehrwürdige Phagguna gestorben.
Zur Zeit seines Todes waren seine Sinne klar.“
„Und warum sollten seine Sinne nicht klar gewesen sein?
Der Geist des Mönchs Phagguna war nicht von den fünf niederen Fesseln befreit.
Aber als er diese Unterweisung hörte, wurde sein Geist von ihnen befreit.
Ānanda, es gibt sechs Vorteile davon, zur rechten Zeit die Lehre zu hören und die Bedeutung zur rechten Zeit zu untersuchen.
Welche sechs?
Zunächst ist da ein Mönch, dessen Geist nicht von den fünf niederen Fesseln befreit ist.
Zur Zeit seines Todes bekommt er den Klargewordenen zu sehen.
Der Klargewordene verkündet ihm eine Lehre, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut ist, bedeutsam und gut ausgedrückt. Und er legt ein geistliches Leben dar, das ganz vollständig und rein ist.
Wenn er diese Unterweisung hört, wird der Geist dieses Mönchs von den fünf niederen Fesseln befreit.
Das ist der erste Vorteil davon, zur rechten Zeit die Lehre zu hören.
Dann ist da ein anderer Mönch, dessen Geist nicht von den fünf niederen Fesseln befreit ist.
Zur Zeit seines Todes bekommt er nicht den Klargewordenen zu sehen, aber einen Schüler des Klargewordenen.
Der Schüler des Klargewordenen lehrt ihn den Dhamma …
Wenn er diese Unterweisung hört, wird der Geist dieses Mönchs von den fünf niederen Fesseln befreit.
Das ist der zweite Vorteil davon, zur rechten Zeit die Lehre zu hören.
Dann ist da ein anderer Mönch, dessen Geist nicht von den fünf niederen Fesseln befreit ist.
Zur Zeit seines Todes bekommt er weder den Klargewordenen noch einen Schüler des Klargewordenen zu sehen.
Aber er denkt im Herzen über die Lehre nach und erwägt sie, untersucht sie mit dem Geist, wie er sie gehört und sich eingeprägt hat.
Wenn er das tut, wird sein Geist von den fünf niederen Fesseln befreit.
Das ist der dritte Vorteil davon, zur rechten Zeit die Lehre zu hören.
Dann ist da ein anderer Mönch, dessen Geist von den fünf niederen Fesseln befreit, aber nicht durch das unübertreffliche Auflösen der Bindungen befreit ist.
Zur Zeit seines Todes bekommt er den Klargewordenen zu sehen.
Der Klargewordene lehrt ihn den Dhamma …
Wenn er diese Unterweisung hört, wird sein Geist durch das unübertreffliche Auflösen der Bindungen befreit.
Das ist der vierte Vorteil davon, zur rechten Zeit die Lehre zu hören.
Dann ist da ein anderer Mönch, dessen Geist von den fünf niederen Fesseln befreit, aber nicht durch das unübertreffliche Auflösen der Bindungen befreit ist.
Zur Zeit seines Todes bekommt er nicht den Klargewordenen zu sehen, aber einen Schüler des Klargewordenen.
Der Schüler des Klargewordenen lehrt ihn den Dhamma …
Wenn er diese Unterweisung hört, wird der Geist dieses Mönchs durch das unübertreffliche Auflösen der Bindungen befreit.
Das ist der fünfte Vorteil davon, zur rechten Zeit die Lehre zu hören.
Dann ist da ein anderer Mönch, dessen Geist von den fünf niederen Fesseln befreit, aber nicht durch das Auflösen der Bindungen befreit ist.
Zur Zeit seines Todes bekommt er weder den Klargewordenen noch einen Schüler des Klargewordenen zu sehen.
Aber er denkt im Herzen über die Lehre nach und erwägt sie, untersucht sie mit dem Geist, wie er sie gehört und sich eingeprägt hat.
Wenn er das tut, wird sein Geist durch das unübertreffliche Auflösen der Bindungen befreit.
Das ist der sechste Vorteil davon, zur rechten Zeit die Lehre zu hören.
Das sind die sechs Vorteile davon, zur rechten Zeit die Lehre zu hören und die Bedeutung zur rechten Zeit zu untersuchen.“
Kommentar [0]