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Übersetzungen [15]

In Verañja

Nummerierte Lehrreden 8.11

2. Das große Kapitel

In Verañjā

So habe ich es gehört:

Einmal hielt sich der Buddha in Verañjā am Fuß eines Niembaumes auf, der Naḷeru geweiht war.

Da ging der Brahmane Verañjā zum Buddha und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus.

Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin und sagte zum Buddha:

„Werter Gotama, ich habe gehört,

dass der Asket Gotama sich nicht vor alten Brahmanen verbeugt, den bejahrten und hochbetagten, die in vorgerücktem Alter sind und im letzten Lebensabschnitt angekommen; und er steht in ihrer Gegenwart auch nicht auf oder bietet ihnen einen Sitz an.

Und so ist es tatsächlich,

denn der werte Gotama verbeugt sich nicht vor alten Brahmanen, den bejahrten und hochbetagten, die in vorgerücktem Alter sind und im letzten Lebensabschnitt angekommen; und er steht in ihrer Gegenwart auch nicht auf oder bietet ihnen einen Sitz an.

Das ist nicht richtig, werter Gotama.“

„Brahmane, ich sehe niemanden in dieser Welt mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, unter dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen – ich sehe niemanden, vor dem ich mich verbeugen oder für den ich aufstehen oder dem ich einen Sitz anbieten sollte.

Wenn der Klargewordene sich vor jemandem verbeugte oder in jemandes Gegenwart aufstünde oder jemandem einen Sitz anböte, müsste diesem Menschen der Kopf zerspringen!“

„Der werte Gotama ist geschmacklos.“

„Es gibt einen Sinn, Brahmane, in dem du zu Recht sagen könntest,

ich sei geschmacklos.

Denn der Klargewordene hat den Geschmack an Bildern, Tönen, Gerüchen, Geschmäcken und Berührungen aufgegeben, an der Wurzel abgeschnitten, sodass er wie der Stumpf einer Palme ist, dass er ausgelöscht ist und sich in Zukunft nicht mehr erheben kann.

In diesem Sinn könntest du zu Recht sagen, ich sei geschmacklos.

Aber das ist nicht das, was du meinst.“

„Der werte Gotama ist ein Spaßverderber.“

„Es gibt einen Sinn, Brahmane, in dem du zu Recht sagen könntest,

ich sei ein Spaßverderber.

Denn der Klargewordene hat den Spaß an Bildern, Tönen, Gerüchen, Geschmäcken und Berührungen aufgegeben, an der Wurzel abgeschnitten, sodass er wie der Stumpf einer Palme ist, dass er ausgelöscht ist und sich in Zukunft nicht mehr erheben kann.

In diesem Sinn könntest du zu Recht sagen, ich sei ein Spaßverderber.

Aber das ist nicht das, was du meinst.“

„Der werte Gotama ist ein Lehrer des Nicht-Tuns.“

„Es gibt einen Sinn, Brahmane, in dem du zu Recht sagen könntest,

ich sei ein Lehrer des Nicht-Tuns.

Denn ich lehre das Nicht-Tun im Hinblick auf schlechtes Verhalten mit dem Körper, der Sprache und dem Geist sowie auf die vielerlei untauglichen Dinge.

In diesem Sinn könntest du zu Recht sagen, ich sei ein Lehrer des Nicht-Tuns.

Aber das ist nicht das, was du meinst.“

„Der werte Gotama ist ein Lehrer des Vernichtungsglaubens.“

„Es gibt einen Sinn, Brahmane, in dem du zu Recht sagen könntest,

ich sei ein Lehrer des Vernichtungsglaubens.

Denn ich lehre die Vernichtung von Gier, Hass und Täuschung und der vielerlei untauglichen Dinge.

In diesem Sinn könntest du zu Recht sagen, ich sei ein Lehrer des Vernichtungsglaubens.

Aber das ist nicht das, was du meinst.“

„Der werte Gotama ist angeekelt.“

„Es gibt einen Sinn, Brahmane, in dem du zu Recht sagen könntest,

ich sei angeekelt.

Denn ich bin angeekelt von schlechtem Verhalten mit dem Körper, der Sprache und dem Geist und davon, die vielerlei untauglichen Dinge zu erlangen.

In diesem Sinn könntest du zu Recht sagen, ich sei angeekelt.

Aber das ist nicht das, was du meinst.“

„Der werte Gotama ist ein Ausrotter.“

„Es gibt einen Sinn, Brahmane, in dem du zu Recht sagen könntest,

ich sei ein Ausrotter.

Denn ich lehre das Ausrotten von Gier, Hass und Täuschung und der vielerlei untauglichen Dinge.

In diesem Sinn könntest du zu Recht sagen, ich sei ein Ausrotter.

Aber das ist nicht das, was du meinst.“

„Der werte Gotama ist ein inbrünstiger Büßer.“

„Es gibt einen Sinn, Brahmane, in dem du zu Recht sagen könntest,

ich sei ein inbrünstiger Büßer.

Denn ich sage, schlechtes Verhalten mit dem Körper, der Sprache und dem Geist muss inbrünstig gebüßt werden.

Ich sage, ein inbrünstiger Büßer ist jemand, der untaugliche Eigenschaften, die inbrünstig gebüßt werden müssen, aufgegeben hat, sie an der Wurzel abgeschnitten hat, sodass sie wie der Stumpf einer Palme sind, dass sie ausgelöscht sind und sich in Zukunft nicht mehr erheben können.

Der Klargewordene ist jemand, der untaugliche Eigenschaften, die inbrünstig gebüßt werden müssen, aufgegeben hat, sie an der Wurzel abgeschnitten hat, sodass sie wie der Stumpf einer Palme sind, dass sie ausgelöscht sind und sich in Zukunft nicht mehr erheben können.

In diesem Sinn könntest du zu Recht sagen, ich sei ein inbrünstiger Büßer.

Aber das ist nicht das, was du meinst.“

„Der werte Gotama ist ohne Reife.“

„Es gibt einen Sinn, Brahmane, in dem du zu Recht sagen könntest,

ich sei ohne Reife.

Ich sage, ein Mensch ohne Reife ist jemand, der zukünftiges Heranreifen in einem Schoß und das Hervorbringen eines neuen Daseinszustandes aufgegeben hat, sie an der Wurzel abgeschnitten hat, sodass sie wie der Stumpf einer Palme sind, dass sie ausgelöscht sind und sich in Zukunft nicht mehr erheben können.

Der Klargewordene ist jemand, der zukünftiges Heranreifen in einem Schoß und das Hervorbringen eines neuen Daseinszustandes aufgegeben hat, sie an der Wurzel abgeschnitten hat, sodass sie wie der Stumpf einer Palme sind, dass sie ausgelöscht sind und sich in Zukunft nicht mehr erheben können.

In diesem Sinn könntest du zu Recht sagen, ich sei ohne Reife.

Aber das ist nicht das, was du meinst.

Wie wenn da, Brahmane, eine Henne acht, zehn oder zwölf Eier hätte,

und sie hätte richtig darauf gesessen, sie warm gehalten und bebrütet.

Das Küken, das als erstes mit seinen Klauen und dem Schnabel die Eischale durchbricht und sicher schlüpft: Sollte es das älteste oder das jüngste genannt werden?“

„Werter Gotama, es sollte das älteste genannt werden. Denn es ist das älteste unter ihnen.“

„Ebenso habe ich in dieser Gesellschaft, die in der Unwissenheit verloren ist, wie ein Ei in der Schale eingeschlossen, als Einziger das Ei der Unwissenheit durchbrochen und das unübertreffliche vollkommene Erwachen verwirklicht.

Daher, Brahmane, bin ich der Älteste und der Erste in der Welt.

Meine Energie war aufgerüttelt und unermüdlich, die Achtsamkeit fest verankert und klar, mein Körper war still und nicht erregt und mein Geist im Samādhi versunken und geeint.

Ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, trat ich in die erste Vertiefung ein und verweilte darin; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während man den Geist ausrichtet und hält.

Als das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigte, trat ich in die zweite Vertiefung ein und verweilte darin; da gibt es aus Versenkung geborene Ekstase und Seligkeit, mit innerer Klarheit und geeintem Geist, ohne Ausrichten und Halten.

Und mit dem Schwinden der Ekstase trat ich in die dritte Vertiefung ein und verweilte darin; da meditierte ich mit Gleichmut, achtsam und bewusst, und erfuhr persönlich die Seligkeit, von der die Edlen erklären: ‚Gleichmütig und achtsam meditiert man in Seligkeit.‘

Indem ich Glück und Schmerz aufgab, und mit dem Vergehen früherer Fröhlichkeit und Traurigkeit, trat ich in die vierte Vertiefung ein und verweilte darin, ohne Glück oder Schmerz, mit reinem Gleichmut und reiner Achtsamkeit.

Als mein Geist so im Samādhi versunken war – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, da streckte ich ihn aus auf die Erinnerung an frühere Leben.

Ich erinnerte mich an viele Arten früherer Leben, das heißt: eine Wiedergeburt, zwei Wiedergeburten, drei, vier, fünf, zehn, zwanzig, dreißig, vierzig, fünfzig, hundert, tausend, hunderttausend Wiedergeburten; viele Äonen des Zusammenziehens der Welt, viele Äonen des Ausdehnens der Welt, viele Äonen des Zusammenziehens und Ausdehnens der Welt. ‚Dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich woanders wiedergeboren. Und dort hatte ich diesen Namen, gehörte zu jenem Stamm, sah so aus, und das war meine Speise. So erlebte ich Glück und Schmerz, und so lange dauerte mein Leben. Als ich von jenem Ort verschied, wurde ich hier wiedergeboren.‘ Und so erinnerte ich mich an viele Arten früherer Leben mit den Merkmalen und Einzelheiten.

Das war das erste Wissen, das ich in der ersten Nachtwache erlangte.

Unwissenheit war zerstört und Wissen erschienen; Dunkelheit war zerstört und Licht erschienen, wie es bei jemandem geschieht, der beflissen, eifrig und entschlossen meditiert.

Das war mein erster Durchbruch, wie ein Küken, das die Eischale durchbricht.

Als mein Geist so im Samādhi versunken war – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, da streckte ich ihn aus auf das Erkennen von Tod und Wiedergeburt der Lebewesen.

Mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit sah ich Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. Ich verstand, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen: ‚Diese lieben Wesen taten Schlechtes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Sie brachten die Edlen in Verruf, hatten falsche Ansicht und unternahmen Handlungen aus dieser falschen Ansicht heraus. Als ihr Körper auseinanderbrach, nach dem Tod, wurden sie an einem verlorenen Ort wiedergeboren, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle. Diese lieben Wesen hingegen taten Gutes mit dem Körper, der Sprache und dem Geist. Sie brachten nie die Edlen in Verruf, hatten rechte Ansicht und unternahmen Handlungen aus dieser rechten Ansicht heraus. Als ihr Körper auseinanderbrach, nach dem Tod, wurden sie an einem guten Ort wiedergeboren, in einer himmlischen Welt.‘ Und so sah ich mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. Ich verstand, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten weiterziehen.

Das war das zweite Wissen, das ich in der mittleren Nachtwache erlangte.

Unwissenheit war zerstört und Wissen erschienen; Dunkelheit war zerstört und Licht erschienen, wie es bei jemandem geschieht, der beflissen, eifrig und entschlossen meditiert.

Das war mein zweiter Durchbruch, wie ein Küken, das die Eischale durchbricht.

Als mein Geist so im Samādhi versunken war – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, da streckte ich ihn aus auf das Erkennen der Auflösung der Befleckungen.

Ich verstand wahrhaftig: ‚Das ist das Leiden.‘ … ‚Das ist der Ursprung des Leidens.‘ … ‚Das ist das Aufhören des Leidens.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt.‘

Ich verstand wahrhaftig: ‚Das sind die Befleckungen.‘ … ‚Das ist der Ursprung der Befleckungen.‘ … ‚Das ist das Aufhören der Befleckungen.‘ … ‚Das ist die Übung, die zum Aufhören der Befleckungen führt.‘

Als ich das erkannte und sah, war mein Geist befreit von den Befleckungen der Sinnlichkeit, des Wunsches nach Wiedergeburt und der Unwissenheit.

Als er befreit war, erkannte ich: Er ist befreit.

Ich verstand: ‚Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘

Das war das dritte Wissen, das ich in der letzten Nachtwache erlangte.

Unwissenheit war zerstört und Wissen erschienen; Dunkelheit war zerstört und Licht erschienen, wie es bei jemandem geschieht, der beflissen, eifrig und entschlossen meditiert.

Das war mein dritter Durchbruch, wie ein Küken, das die Eischale durchbricht.“

Daraufhin sagte der Brahmane Verañjā zum Buddha:

„Der werte Gotama ist der Älteste! Der werte Gotama ist der Beste!

Vortrefflich, werter Gotama! Vortrefflich!

Als würde er das Umgestürzte aufrichten oder das Verborgene enthüllen oder den Verirrten den Weg weisen oder im Dunkeln ein Licht anzünden, sodass Menschen mit klaren Augen sehen könnten, was da ist, so hat der werte Gotama die Lehre auf vielerlei Weise klargemacht.

Ich nehme Zuflucht zum werten Gotama, zur Lehre und zum Saṅgha der Mönche und Nonnen.

Von diesem Tag an soll der werte Gotama mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.“

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