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Übersetzungen [18]

Anuruddha und die großen Gedanken

Nummerierte Lehrreden 8.30

3. Das Kapitel mit Hausbesitzern

Anuruddha und die großen Gedanken

Einmal hielt sich der Buddha im Land der Bhagger bei Krokodilbrüllen auf, im Wildpark bei Bhesakaḷās Wald.

Zu dieser Zeit hielt sich der Ehrwürdige Anuruddha im Land der Cetīs im Östlichen Bambuspark auf.

Da kam dem Ehrwürdigen Anuruddha, als er für sich allein in Klausur war, dieser Gedanke in den Sinn:

„Diese Lehre ist für die Genügsamen, nicht für die Anspruchsvollen.

Sie ist für die Zufriedenen, nicht für die Unzufriedenen.

Sie ist für die, die abgeschieden Leben, nicht für die, die Gesellschaft genießen.

Sie ist für die Energischen, nicht für die Trägen.

Sie ist für die Achtsamen, nicht für die Unachtsamen.

Sie ist für die mit Versenkung, nicht für die ohne Versenkung.

Sie ist für die Weisen, nicht für die Geistlosen.“

Der Buddha erkannte, was Anuruddha dachte. Und so leicht, wie ein kräftiger Mensch den Arm strecken oder beugen würde, verschwand er vom Wildpark bei Bhesakaḷās Wald im Land der Bhagger und erschien wieder unter den Augen Anuruddhas im Östlichen Bambuspark im Land der Cetīs.

Er setzte sich auf den ausgebreiteten Sitz.

Anuruddha verbeugte sich vor dem Buddha und setzte sich zur Seite hin.

Der Buddha sagte zu ihm:

„Gut, gut, Anuruddha!

Es ist gut, dass du über diese Gedanken eines großen Mannes nachdenkst:

‚Diese Lehre ist für die Genügsamen, nicht für die Anspruchsvollen.

Sie ist für die Zufriedenen, nicht für die Unzufriedenen.

Sie ist für die, die abgeschieden Leben, nicht für die, die Gesellschaft genießen.

Sie ist für die Energischen, nicht für die Trägen.

Sie ist für die Achtsamen, nicht für die Unachtsamen.

Sie ist für die mit Versenkung, nicht für die ohne Versenkung.

Sie ist für die Weisen, nicht für die Geistlosen.‘

Nun, Anuruddha, du sollst auch über diesen achten Gedanken eines großen Mannes nachdenken:

‚Diese Lehre ist für die, die das Wuchern nicht genießen und es nicht gerne betreiben, nicht für die, die das Wuchern genießen und es gerne betreiben.‘

Zuerst wirst du über diese acht Gedanken eines großen Mannes nachdenken. Dann wirst du, wann immer du willst, ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, in die erste Vertiefung eintreten und darin verweilen; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während man den Geist ausrichtet und hält.

Du wirst, wenn das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigt, in die zweite Vertiefung eintreten und darin verweilen; da gibt es aus Versenkung geborene Ekstase und Seligkeit, mit innerer Klarheit und geeintem Geist, ohne Ausrichten und Halten.

Du wirst mit dem Schwinden der Ekstase in die dritte Vertiefung eintreten und darin verweilen; da wirst du mit Gleichmut meditieren, achtsam und bewusst, und persönlich die Seligkeit erfahren, von der die Edlen erklären: ‚Gleichmütig und achtsam meditiert man in Seligkeit.‘

Du wirst, indem du Glück und Schmerz aufgibst, und mit dem Vergehen früherer Fröhlichkeit und Traurigkeit, in die vierte Vertiefung eintreten und darin verweilen, ohne Glück oder Schmerz, mit reinem Gleichmut und reiner Achtsamkeit.

Zuerst wirst du über diese acht Gedanken eines großen Mannes nachdenken, dann wirst du nach Wunsch, ohne Mühe und Not, die vier Vertiefungen erlangen – Zustände seliger Meditation in diesem Leben, die zum höheren Geist gehören. Wenn du dann zufrieden lebst, wird dir deine Fetzenrobe vorkommen wie einem Hausbesitzer oder dem Kind eines Hausbesitzers eine Kiste voller Kleider in verschiedenen Farben.

Das wird dir zum Vergnügen, zur Annehmlichkeit und Unbeschwertheit dienen und dazu, beim Erlöschen anzukommen.

Wenn du dann zufrieden lebst, werden dir deine Almosenreste vorkommen wie einem Hausbesitzer oder dem Kind eines Hausbesitzers feiner gekochter Reis, aus dem die dunklen Körner ausgelesen sind und der mit vielen Suppen und Soßen angerichtet ist.

Das wird dir zum Vergnügen, zur Annehmlichkeit und Unbeschwertheit dienen und dazu, beim Erlöschen anzukommen.

Wenn du dann zufrieden lebst, wird dir deine Unterkunft am Fuß eines Baumes vorkommen wie einem Hausbesitzer oder dem Kind eines Hausbesitzers ein Giebelhaus, das innen und außen verputzt ist, zugfrei, die Tür gut eingepasst und das Fenster geschlossen.

Das wird dir zum Vergnügen, zur Annehmlichkeit und Unbeschwertheit dienen und dazu, beim Erlöschen anzukommen.

Wenn du dann zufrieden lebst, wird dir dein Schlafplatz am Fuß eines Baumes vorkommen wie einem Hausbesitzer oder dem Kind eines Hausbesitzers eine Liege, die mit flauschigen, rein weißen oder mit Blumen bestickten wollenen Decken gepolstert und mit einer Decke aus feinem Hirschleder überzogen ist, mit einem Baldachin und roten Kissen auf beiden Seiten.

Das wird dir zum Vergnügen, zur Annehmlichkeit und Unbeschwertheit dienen und dazu, beim Erlöschen anzukommen.

Wenn du dann zufrieden lebst, wird dir deine Arznei aus ranzigem Urin vorkommen wie einem Hausbesitzer oder dem Kind eines Hausbesitzers verschiedene Arzneien wie Ghee, Butter, Öl, Honig und Melasse.

Das wird dir zum Vergnügen, zur Annehmlichkeit und Unbeschwertheit dienen und dazu, beim Erlöschen anzukommen.

Nun denn, Anuruddha, für den nächsten Regenzeitaufenthalt sollst du gleich hier im Land der Cetīs im Östlichen Bambuspark bleiben.“

„Ja, Herr“, antwortete Anuruddha.

Nachdem er Anuruddha so angeleitet hatte, verschwand der Buddha, so leicht, wie ein kräftiger Mensch den Arm strecken oder beugen würde, vom Östlichen Bambuspark im Land der Cetīs und erschien wieder im Wildpark bei Bhesakaḷās Wald im Land der Bhagger.

Er setzte sich auf den ausgebreiteten Sitz

und wandte sich an die Mönche und Nonnen:

„Mönche und Nonnen, ich will euch die acht Gedanken eines großen Mannes lehren. Hört zu …

Und was sind die acht Gedanken eines großen Mannes?

Diese Lehre ist für die Genügsamen, nicht für die Anspruchsvollen.

Sie ist für die Zufriedenen, nicht für die Unzufriedenen.

Sie ist für die, die abgeschieden leben, nicht für die, die Gesellschaft genießen.

Sie ist für die Energischen, nicht für die Trägen.

Sie ist für die Achtsamen, nicht für die Unachtsamen.

Sie ist für die mit Versenkung, nicht für die ohne Versenkung.

Sie ist für die Weisen, nicht für die Geistlosen.

Sie ist für die, die das Wuchern nicht genießen und es nicht gerne betreiben, nicht für die, die das Wuchern genießen und es gerne betreiben.

‚Diese Lehre ist für die Genügsamen, nicht für die Anspruchsvollen.‘

Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt?

Ein genügsamer Mönch wünscht nicht: ‚Dass man mich doch für genügsam halten soll!‘ Wenn er zufrieden ist, wünscht er nicht: ‚Dass man mich doch für zufrieden halten soll!‘ Wenn er abgeschieden lebt, wünscht er nicht: ‚Dass man mich doch für abgeschieden lebend halten soll!‘ Wenn er energisch ist, wünscht er nicht: ‚Dass man mich doch für energisch halten soll!‘ Wenn er achtsam ist, wünscht er nicht: ‚Dass man mich doch für achtsam halten soll!‘ Wenn er versunken ist, wünscht er nicht: ‚Dass man mich doch für versunken halten soll!‘ Wenn er weise ist, wünscht er nicht: ‚Dass man mich doch für weise halten soll!‘ Wenn er das Wuchern nicht genießt, wünscht er nicht: ‚Dass man mich doch für einen halten soll, der das Wuchern nicht genießt!‘

‚Diese Lehre ist für die Genügsamen, nicht für die Anspruchsvollen.‘

Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

‚Diese Lehre ist für die Zufriedenen, nicht für die Unzufriedenen.‘ Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt?

Sie ist für einen Mönch, der mit jeder Art von Roben, Almosen, Unterkunft sowie Arznei und Krankenversorgung zufrieden ist.

‚Diese Lehre ist für die Zufriedenen, nicht für die Unzufriedenen.‘

Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

‚Diese Lehre ist für die, die abgeschieden leben, nicht für die, die Gesellschaft genießen.‘ Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt?

Sie ist für einen Mönch, der abgeschieden lebt. Aber Mönche, Nonnen, Laienmänner und Laienfrauen, Herrscher und königliche Oberminister und Lehrer anderer Konfessionen und deren Schüler gehen ihn besuchen.

Sein Geist neigt sich zur Abgeschiedenheit hin, dahin senkt er sich und richtet sich aus, er ist zurückgezogen und liebt die Entsagung; so hält er seinen Besuchern ausnahmslos einen Vortrag, in dem die Betonung darauf liegt, sie zu entlassen.

‚Diese Lehre ist für die, die abgeschieden leben, nicht für die, die Gesellschaft genießen.‘

Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

‚Diese Lehre ist für die Energischen, nicht für die Trägen.‘ Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt?

Sie ist für einen Mönch, der so lebt, dass er seine Energie aufrüttelt, um untaugliche Eigenschaften aufzugeben und sich taugliche Eigenschaften zu eigen zu machen. Er ist stark, beharrlich fest, und lässt nicht nach beim Entwickeln tauglicher Eigenschaften.

‚Diese Lehre ist für die Energischen, nicht für die Trägen.‘

Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

‚Diese Lehre ist für die Achtsamen, nicht für die Unachtsamen.‘

Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt?

Sie ist für einen Mönch, der achtsam ist, der äußerste Achtsamkeit und Wachheit besitzt und sich an Dinge, die vor langer Zeit getan oder gesagt wurden, erinnern und sie sich ins Gedächtnis rufen kann.

‚Diese Lehre ist für die Achtsamen, nicht für die Unachtsamen.‘

Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

‚Diese Lehre ist für die mit Versenkung, nicht für die ohne Versenkung.‘

Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt?

Sie ist für einen Mönch, der, ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, in die erste Vertiefung eintritt und darin verweilt … in die zweite Vertiefung … in die dritte Vertiefung … in die vierte Vertiefung.

‚Diese Lehre ist für die mit Versenkung, nicht für die ohne Versenkung.‘

Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

‚Diese Lehre ist für die Weisen, nicht für die Geistlosen.‘

Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt?

Sie ist für einen Mönch, der weise ist, der die Weisheit des Entstehens und Vergehens besitzt, die edel und durchdringend ist und zur völligen Auflösung des Leidens führt.

‚Diese Lehre ist für die Weisen, nicht für die Geistlosen.‘

Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.

‚Diese Lehre ist für die, die das Wuchern nicht genießen und es nicht gerne betreiben, nicht für die, die das Wuchern genießen und es gerne betreiben.‘

Das habe ich gesagt, aber inwiefern habe ich es gesagt?

Sie ist für einen Mönch, dessen Geist beim Aufhören des Wucherns vorwärts springt, zuversichtlich wird, sich setzt und entschlossen wird.

‚Diese Lehre ist für die, die das Wuchern nicht genießen und es nicht gerne betreiben, nicht für die, die das Wuchern genießen und es gerne betreiben.‘

Das habe ich gesagt, und insofern habe ich es gesagt.“

Und Anuruddha blieb für den nächsten Regenzeitaufenthalt gleich da im Östlichen Bambuspark im Land der Cetīs.

Da gelangte Anuruddha, als er allein lebte, zurückgezogen, beflissen, eifrig und entschlossen, bald in eben diesem Leben zum äußersten Höhepunkt des geistlichen Lebens. Er lebte an dem Ziel, das er durch eigene Einsicht erkannt hatte, für welches ehrbare Menschen zu Recht aus dem Haus fortziehen ins hauslose Leben.

Er verstand: „Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.“

Und der Ehrwürdige Anuruddha wurde einer der Vollendeten.

Und bei dieser Gelegenheit, als er die Vollendung erlangte, sprach er diese Strophen:

„Er erkannte meine Gedanken,

der unübertreffliche Lehrer in der Welt,

und kam zu mir in einem geistgeschaffenen Körper

mithilfe seiner übersinnlichen Kraft.

Er lehrte mich mehr

als das, woran ich gedacht hatte.

Der Buddha, der das Nicht-Wuchern liebt,

lehrte mich das Nicht-Wuchern.

Als ich diese Lehre verstand,

befolgte ich freudig sein Geheiß.

Das dreifache Wissen habe ich verwirklicht

und die Anleitung des Buddha erfüllt.“

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