1. Von früheren Leben
So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika, in der Hütte beim Kareribaum.
Da saßen nach dem Essen, als sie vom Almosengang zurückkamen, mehrere Mönche und Nonnen im Pavillon beim Kareribaum beisammen, und es kam dieses Dhammagespräch über frühere Leben unter ihnen auf: „So war es in einem früheren Leben; solcherart war es in einem früheren Leben.“
Mit seiner geläuterten und übermenschlichen Hellhörigkeit hörte der Buddha dieses Gespräch der Mönche und Nonnen. Da erhob er sich von seinem Sitz und ging zum Pavillon, wo er sich auf den ausgebreiteten Sitz setzte. Er wandte sich an die Mönche und Nonnen: „Mönche und Nonnen, worüber habt ihr gerade gesprochen, als ihr hier beisammensaßt? Welches Gespräch wurde unterbrochen?“
Sie berichteten ihm, was sie besprochen hatten, und fügten hinzu: „Das war das Gespräch, das unterbrochen wurde, als der Buddha kam.“
„Würdet ihr gerne einen Dhammavortrag über frühere Leben hören?“
„Jetzt ist die Zeit, Gesegneter! Jetzt ist die Zeit, Heiliger! Der Buddha halte bitte einen Dhammavortrag über frühere Leben. Die Mönche und Nonnen werden zuhören und ihn behalten.“
„Also dann, Mönche und Nonnen, hört zu und gebraucht den Geist gut, ich werde sprechen.“
„Ja, Herr“, antworteten sie. Der Buddha sagte:
„Vor 91 Äonen erschien in der Welt der Buddha Vipassī, vollendet und vollkommen erwacht. Vor 31 Äonen erschien in der Welt der Buddha Sikhī, vollendet und vollkommen erwacht. Ebenfalls vor 31 Äonen erschien in der Welt der Buddha Vessabhū, vollendet und vollkommen erwacht. Im gegenwärtigen, von Glück gesegneten Äon erschien in der Welt der Buddha Kakusandha, ebenso der Buddha Koṇāgamana und der Buddha Kassapa, vollendet und vollkommen erwacht. Und im gegenwärtigen, von Glück gesegneten Äon bin ich in der Welt erschienen, vollendet und vollkommen erwacht.
Die Buddhas Vipassī, Sikhī und Vessabhū wurden als Adlige in Adelsfamilien geboren. Die Buddhas Kakusandha, Koṇāgamana und Kassapa wurden als Brahmanen in Brahmanenfamilien geboren. Ich wurde als Adliger in einer Adelsfamilie geboren.
Vipassī, Sikhī und Vessabhū gehörten zum Stamm Koṇḍañña. Kakusandha, Koṇāgamana und Kassapa gehörten zum Stamm Kassapa. Ich gehöre zum Stamm Gotama.
Für Vipassī betrug die Lebensdauer 80.000 Jahre. Für Sikhī betrug die Lebensdauer 70.000 Jahre. Für Vessabhū betrug die Lebensdauer 60.000 Jahre. Für Kakusandha betrug die Lebensdauer 40.000 Jahre. Für Koṇāgamana betrug die Lebensdauer 30.000 Jahre. Für Kassapa betrug die Lebensdauer 20.000 Jahre. Für mich zur heutigen Zeit ist die Lebensdauer kurz, knapp und flüchtig. Ein Mensch, der lange lebt, lebt hundert Jahre oder ein wenig länger.
Vipassī erwachte am Fuß eines Patala-Baumes. Sikhī erwachte am Fuß eines weißblütigen Mangobaumes. Vessabhū erwachte am Fuß eines Salbaumes. Kakusandha erwachte am Fuß eines Sirisa-Baumes. Koṇāgamana erwachte am Fuß eines Traubenfeigenbaumes. Kassapa erwachte am Fuß eines Banyanbaumes. Ich bin am Fuß eines Pappelfeigenbaumes erwacht.
Vipassī hatte ein erlesenes Paar von Hauptschülern mit Namen Khaṇḍa und Tissa. Sikhī hatte ein erlesenes Paar von Hauptschülern mit Namen Abhibhū und Sambhava. Vessabhū hatte ein erlesenes Paar von Hauptschülern mit Namen Soṇa und Uttara. Kakusandha hatte ein erlesenes Paar von Hauptschülern mit Namen Vidhura und Sañjīva. Koṇāgamana hatte ein erlesenes Paar von Hauptschülern mit Namen Bhiyyosa und Uttara. Kassapa hatte ein erlesenes Paar von Hauptschülern mit Namen Tissa und Bhāradvāja. Ich habe ein erlesenes Paar von Hauptschülern mit Namen Sāriputta und Moggallāna.
Vipassī hatte drei Zusammenkünfte von Schülern, alles Mönche und Nonnen, deren Befleckungen aufgelöst waren – eine Zusammenkunft von 6.800.000, eine von 100.000 und eine von 80.000.
Sikhī hatte drei Zusammenkünfte von Schülern, alles Mönche und Nonnen, deren Befleckungen aufgelöst waren – eine Zusammenkunft von 100.000, eine von 80.000 und eine von 70.000.
Vessabhū hatte drei Zusammenkünfte von Schülern, alles Mönche und Nonnen, deren Befleckungen aufgelöst waren – eine Zusammenkunft von 80.000, eine von 70.000 und eine von 60.000.
Kakusandha hatte eine Zusammenkunft von Schülern – 40.000 Mönche und Nonnen, deren Befleckungen aufgelöst waren.
Koṇāgamana hatte eine Zusammenkunft von Schülern – 30.000 Mönche und Nonnen, deren Befleckungen aufgelöst waren.
Kassapa hatte eine Zusammenkunft von Schülern – 20.000 Mönche und Nonnen, deren Befleckungen aufgelöst waren.
Ich hatte eine Zusammenkunft von Schülern – 1 250 Mönche und Nonnen, deren Befleckungen aufgelöst sind.
Vipassī hatte als Hauptaufwärter einen Mönch mit Namen Asoka. Sikhī hatte als Hauptaufwärter einen Mönch mit Namen Khemaṅkara. Vessabhū hatte als Hauptaufwärter einen Mönch mit Namen Upasanta. Kakusandha hatte als Hauptaufwärter einen Mönch mit Namen Buddhija. Koṇāgamana hatte als Hauptaufwärter einen Mönch mit Namen Sotthija. Kassapa hatte als Hauptaufwärter einen Mönch mit Namen Sabbamitta. Ich hatte als Hauptaufwärter einen Mönch mit Namen Ānanda.
Vipassīs Vater war König Bandhumā, seine leibliche Mutter war Königin Bandhumatī und ihre Hauptstadt hieß Bandhumatī.
Sikhīs Vater war König Aruṇa, seine leibliche Mutter war Königin Pabhāvatī und ihre Hauptstadt hieß Aruṇavatī.
Vessabhūs Vater war König Suppatita, seine leibliche Mutter war Königin Vassavatī und ihre Hauptstadt hieß Anoma.
Kakusandhas Vater war der Brahmane Aggidatta und seine leibliche Mutter war die Brahmanin Visākhā. Zu der Zeit war Khema der König und seine Hauptstadt hieß Khemavatī.
Koṇāgamanas Vater war der Brahmane Yaññadatta und seine leibliche Mutter war die Brahmanin Uttarā. Zu der Zeit war Sobha der König und seine Hauptstadt hieß Sobhavatī.
Kassapas Vater war der Brahmane Brahmadatta und seine leibliche Mutter war die Brahmanin Dhanavatī. Zu der Zeit war Kikī der König und seine Hauptstadt hieß Varanasi.
In diesem Leben war König Suddhodana mein Vater, meine leibliche Mutter war Königin Māyā und unsere Hauptstadt hieß Kapilavatthu.“
Das sagte der Buddha. Nachdem er geendet hatte, erhob sich der Heilige von seinem Sitz und ging zu seiner Hütte.
Kurz nachdem der Buddha gegangen war, redeten diese Mönche und Nonnen untereinander:
„Es ist unglaublich, Geehrte, es ist erstaunlich! Der Klargewordene besitzt solche übersinnliche Kraft und Macht! Denn er ist in der Lage, sich an Geburt, Namen, Stamm, Lebensdauer, Hauptschüler und Zusammenkünfte von Schülern der Buddhas der Vergangenheit zu erinnern, die vollkommen verloschen sind, die das Wuchern abgeschnitten, die Spur abgeschnitten, den Kreislauf zu Ende gebracht haben und über alles Leiden hinausgegangen sind. Er kennt ihre Geburt, ihre Namen, ihren Stamm, ihr Verhalten, ihre Eigenschaften, ihre Weisheit, ihre Meditation und ihre Freiheit.
Kann der Klargewordene sich an all diese Dinge erinnern, weil er das Prinzip der Lehren klar erfasst hat? Oder haben Gottheiten es ihm gesagt?“ Doch die Unterhaltung zwischen diesen Mönchen und Nonnen wurde unterbrochen.
Der Buddha kam am späten Nachmittag aus seiner Klausur und ging zum Pavillon beim Kareribaum. Er setzte sich auf den ausgebreiteten Sitz und wandte sich an die Mönche und Nonnen: „Mönche und Nonnen, worüber habt ihr gerade gesprochen, als ihr hier beisammensaßt? Welches Gespräch wurde unterbrochen?“
Sie berichteten ihm, was sie besprochen hatten, und fügten hinzu: „Das war das Gespräch, das unterbrochen wurde, als der Buddha kam.“
„Der Klargewordene kann sich an all diese Dinge erinnern, weil er das Prinzip der Lehren klar erfasst hat. Und die Gottheiten haben es mir gesagt.
Würdet ihr gerne einen weiteren Dhammavortrag über frühere Leben hören?“
„Jetzt ist die Zeit, Gesegneter! Jetzt ist die Zeit, Heiliger! Der Buddha halte bitte einen weiteren Dhammavortrag über frühere Leben. Die Mönche und Nonnen werden zuhören und ihn behalten.“
„Also dann, Mönche und Nonnen, hört zu und gebraucht den Geist gut, ich werde sprechen.“
„Ja, Herr“, antworteten sie. Der Buddha sagte:
„Vor 91 Äonen erschien in der Welt der Buddha Vipassī, vollendet und vollkommen erwacht. Er wurde als Adliger in einer Adelsfamilie geboren. Er gehörte zum Stamm Koṇḍañña. Er lebte 80.000 Jahre. Er erwachte am Fuß eines Patala-Baumes. Er hatte ein erlesenes Paar von Hauptschülern mit Namen Khaṇḍa und Tissa. Er hatte drei Zusammenkünfte von Schülern, alles Mönche und Nonnen, deren Befleckungen aufgelöst waren – eine Zusammenkunft von 6.800.000, eine von 100.000 und eine von 80.000. Als Hauptaufwärter hatte er einen Mönch mit Namen Asoka. Sein Vater war König Bandhumā, seine leibliche Mutter war Königin Bandhumatī und ihre Hauptstadt hieß Bandhumatī.
2. Was für jemanden, der zum Erwachen entschlossen ist, normal ist
Als Vipassī, das Wesen, das zum Erwachen entschlossen war, von der Schar der freudvollen Götter abschied, wurde er im Leib seiner Mutter empfangen, achtsam und der Situation bewusst. Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass das Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, wenn es von der Schar der freudvollen Götter abscheidet, im Leib seiner Mutter empfangen wird. Dann erscheint in dieser Welt mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, unter dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen ein unermessliches, wunderbares Licht, das die Strahlkraft der Götter übertrifft. Selbst in der grenzenlosen Leere des interstellaren Raumes – so vollkommen dunkel, dass sogar das Licht von Sonne und Mond, so mächtig und gewaltig, keinen Eindruck macht – erscheint ein unermessliches, wunderbares Licht, das die Strahlkraft der Götter übertrifft. Und die Lebewesen, die dort wiedergeboren sind, erkennen einander in diesem Licht: ‚Es scheint also, dass hier andere Lebewesen wiedergeboren sind!‘ Und diese Galaxie zittert und schwankt und bebt. Und ein unermessliches, wunderbares Licht erscheint in der Welt, das selbst die Strahlkraft der Götter übertrifft. Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass vier Götter herankommen, um die vier Himmelsrichtungen zu bewachen, wenn das Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, im Leib seiner Mutter empfangen wurde. So kann kein Mensch, kein nicht-menschliches Wesen oder irgendjemand dem Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, oder seiner Mutter schaden. Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass die Mutter des Wesens, das zum Erwachen entschlossen ist, auf natürliche Art sittlich wird, wenn es in ihrem Leib empfangen wurde. Sie tötet keine lebenden Geschöpfe, stiehlt nicht, begeht keine sexuellen Verfehlungen, lügt nicht und trinkt keinen Alkohol, der nachlässig macht. Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass die Mutter des Wesens, das zum Erwachen entschlossen ist, wenn es in ihrem Leib empfangen wurde, nicht länger sexuelle Begierde nach Männern empfindet, und sie kann von keinem Mann mit wollüstigen Absichten überwältigt werden. Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass die Mutter des Wesens, das zum Erwachen entschlossen ist, wenn es in ihrem Leib empfangen wurde, die fünf Arten sinnlicher Erregung erhält, damit versorgt und ausgestattet ist und sich vergnügt. Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass die Mutter des Wesens, das zum Erwachen entschlossen ist, wenn es in ihrem Leib empfangen wurde, nicht von Beschwerden befallen wird. Sie ist glücklich und frei von körperlicher Ermüdung. Und sie sieht das Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, in ihrem Leib, in allen Haupt- und Nebengliedern unversehrt, ohne dass eine Fähigkeit fehlte. Wie ein Schmuckstück aus Beryll von natürlicher Schönheit, mit acht Facetten, gut gearbeitet, durchsichtig, klar und ungetrübt, mit allen guten Eigenschaften versehen, das auf einen blauen, gelben, roten, weißen oder goldbraunen Faden aufgefädelt wäre. Ein Mensch mit klaren Augen würde es in die Hand nehmen und untersuchen: ‚Dieses Schmuckstück aus Beryll ist von natürlicher Schönheit, mit acht Facetten, gut gearbeitet, durchsichtig, klar und ungetrübt, mit allen guten Eigenschaften versehen. Und es ist auf einen blauen, gelben, roten, weißen oder goldbraunen Faden aufgefädelt.‘
Ebenso wird die Mutter des Wesens, das zum Erwachen entschlossen ist, wenn es in ihrem Leib empfangen wurde, nicht von Beschwerden befallen. Sie ist glücklich und frei von körperlicher Ermüdung. Und sie sieht das Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, in ihrem Leib, in allen Haupt- und Nebengliedern unversehrt, ohne dass eine Fähigkeit fehlte. Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass die Mutter des Wesens, das zum Erwachen entschlossen ist, sieben Tage nach seiner Geburt stirbt und in der Schar der freudvollen Götter wiedergeboren wird. Das ist in einem solchen Fall normal.
Andere Frauen tragen das Kind bis zur Geburt neun oder zehn Monate in ihrem Leib, doch nicht die Mutter des Wesens, das zum Erwachen entschlossen ist. Es ist normal, dass sie ihr Kind nach genau zehn Monaten zur Welt bringt. Das ist in einem solchen Fall normal.
Andere Frauen gebären im Sitzen oder im Liegen, doch nicht die Mutter des Wesens, das zum Erwachen entschlossen ist. Es ist normal, dass sie ihr Kind immer im Stehen gebiert. Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass das Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, wenn es aus dem Mutterleib hervorkommt, zuerst von Göttern in Empfang genommen wird, dann von Menschen. Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass vier Götter das Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, in Empfang nehmen, wenn es aus dem Mutterleib hervorkommt, noch bevor es den Boden erreicht, und vor seine Mutter hinstellen. Sie sagen: ‚Freue dich, Königin! Dir wurde ein Sohn von hohem Rang geboren!‘ Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass das Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, bereits rein ist, wenn es aus dem Mutterleib hervorkommt, unbefleckt von Wasser, Schleim, Blut oder einer anderen Art von Unreinheit, lauter und rein. Wie wenn ein Edelstein-Juwel auf Kāsituch gelegt würde: Das Juwel würde das Tuch nicht beschmutzen, noch würde das Tuch das Juwel beschmutzen. Warum ist das so? Weil beide rein sind.
Ebenso ist das Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, bereits rein, wenn es aus dem Mutterleib hervorkommt, unbefleckt von Wasser, Schleim, Blut oder einer anderen Art von Unreinheit, lauter und rein. Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass zwei Wassergüsse mitten aus der Luft erscheinen, wenn das Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, aus dem Mutterleib hervorkommt, ein kühler und ein warmer, um das Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, und seine Mutter zu baden. Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass das Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, sobald es geboren ist, fest mit seinen Füßen auf der Erde steht. Es blickt nach Norden, macht sieben Schritte, während ein weißer Sonnenschirm über es gehalten wird, überschaut alle Himmelsrichtungen und macht diese dramatische Verkündigung: ‚Ich bin der Vorderste in der Welt! Ich bin der Älteste in der Welt! Ich bin der Erste in der Welt! Dies ist meine letzte Wiedergeburt. Künftige Leben wird es jetzt nicht mehr geben.‘ Das ist in einem solchen Fall normal.
Es ist normal, dass, wenn das Wesen, das zum Erwachen entschlossen ist, aus dem Mutterleib hervorkommt, in dieser Welt mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, unter dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen ein unermessliches, wunderbares Licht erscheint, das die Strahlkraft der Götter übertrifft. Selbst in der grenzenlosen Leere des interstellaren Raumes – so vollkommen dunkel, dass sogar das Licht von Sonne und Mond, so mächtig und gewaltig, keinen Eindruck macht – erscheint ein unermessliches, wunderbares Licht, das die Strahlkraft der Götter übertrifft. Und die Lebewesen, die dort wiedergeboren sind, erkennen einander in diesem Licht: ‚Es scheint also, dass hier andere Lebewesen wiedergeboren sind!‘ Und diese Galaxie zittert und schwankt und bebt. Und ein unermessliches, wunderbares Licht erscheint in der Welt, das selbst die Strahlkraft der Götter übertrifft. Das ist in einem solchen Fall normal.
3. Die zweiunddreißig Kennzeichen eines großen Mannes
Als Prinz Vipassī geboren wurde, teilte man dem König Bandhumā mit: ‚Majestät, dein Sohn ist geboren! Majestät lasse ihn begutachten!‘ Nachdem der König den Prinzen begutachtet hatte, ließ er die brahmanischen Wahrsager rufen und sagte zu ihnen: ‚Ihr Herren, bitte begutachtet den Prinzen.‘ Sie begutachteten den Prinzen und sagten dann zum König: ‚Freue dich, König! Dir wurde ein Sohn von hohem Rang geboren! Du hast Glück, so großes Glück, dass ein Sohn wie dieser in dieser Familie geboren wurde! Denn der Prinz besitzt die 32 Kennzeichen eines großen Mannes. Für einen großen Mann, der diese besitzt, gibt es zwei mögliche Schicksale, kein anderes. Wenn er zu Hause bleibt, wird er ein König, ein Rad-drehender Herrscher, ein gerechter und prinzipientreuer König. Sein Herrschaftsgebiet erstreckt sich nach allen vier Seiten, er erreicht Stabilität im Land und besitzt die sieben Juwelen. Diese seine sieben Juwelen sind das Rad, der Elefant, das Pferd, der Edelstein, die Frau, der Hausbesitzer und der Befehlshaber als siebtes Juwel. Er hat über tausend Söhne, wacker und heldenhaft, die die Heere seiner Feinde zermalmen. Wenn er dieses vom Meer umspülte Land erobert hat, herrscht er nach Prinzipien, ohne Stock oder Schwert. Doch wenn er aus dem Haus fortzieht ins hauslose Leben, wird er ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha, der den Schleier von der Welt wegzieht.
Und was sind die Kennzeichen, die er besitzt?
Seine Füße stehen fest auf.
Seine Fußsohlen weisen ein Rad mit tausend Speichen auf, mit Felge und Nabe, in allen Einzelheiten vollständig.
Er hat langgestreckte Fersen.
Er hat lange Finger.
Er hat weiche Hände und Füße.
Seine Finger und Zehen liegen aneinander.
Er hat ein hohes Fußgewölbe.
Seine Unterschenkel sind wie die einer Antilope.
Wenn er aufrecht steht und sich nicht nach vorne beugt, berühren seine beiden Handflächen die Knie.
Sein Geschlechtsteil ist in eine Vorhaut eingehüllt.
Er ist von goldener Farbe, seine Haut leuchtet wie strahlendes Gold.
Seine Haut ist zart, so zart, dass Staub und Schmutz nicht an seinem Körper haften.
Seine Körperhaare wachsen jedes aus einer eigenen Pore.
Die Spitzen seiner Körperhaare zeigen nach oben. Die Haare sind blauschwarz und im Uhrzeigersinn gelockt.
Sein Körper ist groß und aufrecht.
Er hat gewölbte Muskeln an sieben Stellen.
Seine Brust ist wie die eines Löwen.
Sein Körper ist zwischen den Schultern ausgefüllt.
Seine Glieder haben das Größenverhältnis eines Banyanbaumes: Die Spanne seiner Arme entspricht seiner Körperlänge.
Sein Rumpf ist ebenmäßig gerundet.
Er hat erhabene Geschmacksknospen.
Sein Kinn ist wie das eines Löwen.
Er hat vierzig Zähne.
Seine Zähne sind ebenmäßig.
Zwischen seinen Zähnen sind keine Lücken.
Seine Zähne sind von reinstem Weiß.
Seine Zunge ist lang.
Er hat die Stimme Brahmās, wie der Ruf des Kuckucks.
Seine Augen sind blauschwarz.
Seine Wimpern sind wie die einer Kuh.
Zwischen seinen Augenbrauen wächst ein Haarbüschel, zart und weiß wie Watte.
Seine Schädeldecke ist wie ein Turban.
Das sind die 32 Kennzeichen eines großen Mannes, die der Prinz besitzt. Für einen großen Mann, der diese besitzt, gibt es zwei mögliche Schicksale, kein anderes. Wenn er zu Hause bleibt, wird er ein König, ein Rad-drehender Herrscher, ein gerechter und prinzipientreuer König. Doch wenn er aus dem Haus fortzieht ins hauslose Leben, wird er ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha, der den Schleier von der Welt wegzieht.‘
4. Wie er als Vipassī bekannt wurde
Dann ließ der König Bandhumā die brahmanischen Wahrsager neu einkleiden und versorgte sie mit allem, was sie benötigten. Der König ernannte dann Kindermädchen für den Prinzen Vipassī. Die einen stillten ihn, andere badeten ihn, andere hielten ihn und wieder andere trugen ihn auf der Hüfte. Von seiner Geburt an wurde Tag und Nacht ein weißer Sonnenschirm über ihn gehalten in der Absicht: ‚Dass Kälte, Hitze, Gras, Staub oder Feuchtigkeit ihn nicht behelligen.‘ Er war vielen Menschen lieb und teuer, wie eine blaue Seerose oder eine rosa oder weiße Lotusblume. Er wurde von einem Arm zum anderen weitergereicht.
Von Geburt an war seine Stimme bezaubernd, melodisch, süß und lieblich. Wie der Gesang eines Himalaya-Kuckucks, so süß war seine Stimme.
Von Geburt an besaß der Prinz Vipassī die Kraft der Hellsichtigkeit, die sich als ein Ergebnis früherer Taten zeigte. Dadurch konnte er bei Tag und bei Nacht eine Meile im Umkreis sehen.
Und er war wachsam, ohne zu blinzeln, wie die Götter der Dreiunddreißig. Und weil es hieß, er sei wachsam, ohne zu blinzeln, wurde er als ‚Vipassī‘ bekannt.
Wenn da der König Bandhumā zu Gericht saß, hielt er den Prinzen Vipassī auf seinem Schoß und erklärte ihm den Fall. Und wie er da auf dem Schoß seines Vaters saß, wog Vipassī den Fall gründlich ab und zog eine Schlussfolgerung mittels eines logischen Vorgehens. Das war dann umso mehr Grund, dass er als ‚Vipassī‘ bekannt wurde.
Dann ließ der König Bandhumā drei Pfahlhäuser für ihn bauen: eins für den Winter, eins für den Sommer und eins für die Regenzeit. Und er versorgte ihn mit den fünf Arten sinnlicher Erregung. Der Prinz Vipassī blieb während der vier Monate der Regenzeit in seinem Pfahlhaus, ohne die Treppe herunterzukommen. Dort wurde er von Musikerinnen unterhalten, unter denen kein einziger Mann war.
Der erste Abschnitt zum Aufsagen.
5. Der Alte
Nachdem dann viele tausend Jahre vergangen waren, wandte sich Prinz Vipassī an seinen Wagenlenker: ‚Mein lieber Wagenlenker, spanne die erlesensten Kutschen an. Wir wollen zu einem Park fahren und die Landschaft betrachten.‘
‚Ja, Herr‘, antwortete der Wagenlenker. Er spannte die Kutschen an und unterrichtete den Prinzen: ‚Majestät, die erlesensten Kutschen sind angespannt. Bitte geh nach deinem Belieben.‘ Da bestieg Prinz Vipassī eine erlesene Kutsche und machte sich zusammen mit anderen erlesenen Kutschen auf zum Park.
Am Weg sah er einen alten Mann, vornübergebeugt, krumm, auf einen Stock gestützt, beim Gehen zitternd, siech, die guten Jahre hinter sich. Er wandte sich an seinen Wagenlenker: ‚Mein lieber Wagenlenker, was hat dieser Mann getan? Seine Haare und sein Körper sind nicht so wie die anderer Menschen.‘
‚Das, Majestät, nennt man einen Alten.‘
‚Aber warum nennt man ihn einen Alten?‘
‚Man nennt ihn einen Alten, weil er jetzt nicht mehr lange zu leben hat.‘
‚Aber, mein lieber Wagenlenker, muss ich alt werden? Bleibt mir das Alter nicht erspart?‘
‚Jeder muss alt werden, Majestät, auch du. Niemandem bleibt das Alter erspart.‘
‚Nun, mein lieber Wagenlenker, das genügt für heute mit dem Park. Lass uns zum königlichen Hof zurückkehren.‘
‚Ja, Majestät‘, antwortete der Wagenlenker und tat wie geheißen.
Als er wieder am königlichen Hof war, brütete der Prinz, elend und traurig: ‚Verflucht sei dieses Ding namens Wiedergeburt! Denn das Alter kommt zu jedem, der geboren ist.‘
Da befahl König Bandhumā den Wagenlenker zu sich und sagte: ‚Mein lieber Wagenlenker, ich hoffe, der Prinz hat sich im Park gut unterhalten? Ich hoffe, er war dort glücklich?‘
‚Nein, Majestät, der Prinz hat sich im Park nicht gut unterhalten.‘
‚Aber was hat er auf dem Weg zum Park gesehen?‘ Und der Wagenlenker berichtete dem König über die Begegnung mit dem alten Mann und die Reaktion des Prinzen.
6. Der Kranke
Da dachte König Bandhumā: ‚Der Prinz Vipassī darf nicht dem Thron entsagen. Er darf nicht aus dem Haus fortziehen ins hauslose Leben. Und die Worte der brahmanischen Wahrsager dürfen sich nicht erfüllen.‘ Zu diesem Zweck versorgte er den Prinzen noch mehr mit den fünf Arten sinnlicher Erregung, und der Prinz vergnügte sich mit ihnen.
Nachdem dann viele tausend Jahre vergangen waren, ließ sich Prinz Vipassī wieder von seinem Wagenlenker zum Park fahren.
Am Weg sah er einen Mann, mitgenommen, leidend, schwer krank, in den eigenen Ausscheidungen liegend und darauf angewiesen, von den einen hochgehoben und von den anderen niedergelegt zu werden. Er wandte sich an seinen Wagenlenker: ‚Mein lieber Wagenlenker, was hat dieser Mann getan? Seine Augen und seine Stimme sind nicht so wie die anderer Menschen.‘
‚Das, Majestät, nennt man einen Kranken.‘
‚Aber warum nennt man ihn einen Kranken?‘
‚Man nennt ihn einen Kranken: Hoffentlich wird er sich von dieser Krankheit erholen.‘
‚Aber, mein lieber Wagenlenker, muss ich krank werden? Bleibt mir Krankheit nicht erspart?‘
‚Jeder muss krank werden, Majestät, auch du. Niemandem bleibt Krankheit erspart.‘
‚Nun, mein lieber Wagenlenker, das genügt für heute mit dem Park. Lass uns zum königlichen Hof zurückkehren.‘
‚Ja, Majestät‘, antwortete der Wagenlenker und tat wie geheißen.
Als er wieder am königlichen Hof war, brütete der Prinz, elend und traurig: ‚Verflucht sei dieses Ding namens Wiedergeburt! Denn Alter und Krankheit kommen zu jedem, der geboren ist.‘
Da befahl König Bandhumā den Wagenlenker zu sich und sagte: ‚Mein lieber Wagenlenker, ich hoffe, der Prinz hat sich im Park gut unterhalten? Ich hoffe, er war dort glücklich?‘
‚Nein, Majestät, der Prinz hat sich im Park nicht gut unterhalten.‘
‚Aber was hat er auf dem Weg zum Park gesehen?‘ Und der Wagenlenker berichtete dem König über die Begegnung mit dem kranken Mann und die Reaktion des Prinzen.
7. Der Tote
Da dachte König Bandhumā: ‚Der Prinz Vipassī darf nicht dem Thron entsagen. Er darf nicht aus dem Haus fortziehen ins hauslose Leben. Und die Worte der brahmanischen Wahrsager dürfen sich nicht erfüllen.‘ Zu diesem Zweck versorgte er den Prinzen noch mehr mit den fünf Arten sinnlicher Erregung, und der Prinz vergnügte sich mit ihnen.
Nachdem dann viele tausend Jahre vergangen waren, ließ sich Prinz Vipassī wieder von seinem Wagenlenker zum Park fahren.
Am Weg sah er eine große Menschenmenge versammelt, die aus verschiedenfarbigen Kleidungsstücken eine Bahre machte. Er wandte sich an seinen Wagenlenker: ‚Mein lieber Wagenlenker, warum macht diese Menschenmenge eine Bahre?‘
‚Das, Majestät, ist für einen Toten.‘
‚Nun, lenke den Wagen zu dem Toten.‘
‚Ja, Majestät‘, antwortete der Wagenlenker und tat wie geheißen.
Als der Prinz die Leiche des Toten sah, wandte er sich an den Wagenlenker: ‚Aber warum nennt man ihn einen Toten?‘
‚Man nennt ihn einen Toten, weil seine Mutter und sein Vater, seine Verwandten und Sippenangehörigen ihn jetzt nicht mehr sehen werden, und er wird sie niemals wiedersehen.‘
‚Aber, mein lieber Wagenlenker, muss ich sterben? Bleibt mir der Tod nicht erspart? Werden der König und die Königin, meine anderen Verwandten und Sippenangehörigen mich nicht mehr sehen? Und werde ich sie niemals wiedersehen?‘
‚Jeder muss sterben, Majestät, auch du. Niemandem bleibt der Tod erspart. Der König und die Königin, deine anderen Verwandten und Sippenangehörigen werden dich nicht mehr sehen, und du wirst sie niemals wiedersehen.‘
‚Nun, mein lieber Wagenlenker, das genügt für heute mit dem Park. Lass uns zum königlichen Hof zurückkehren.‘
‚Ja, Majestät‘, antwortete der Wagenlenker und tat wie geheißen.
Als er wieder am königlichen Hof war, brütete der Prinz, elend und traurig: ‚Verflucht sei dieses Ding namens Wiedergeburt! Denn Alter, Krankheit und Tod kommen zu jedem, der geboren ist.‘
Da befahl König Bandhumā den Wagenlenker zu sich und sagte: ‚Mein lieber Wagenlenker, ich hoffe, der Prinz hat sich im Park gut unterhalten? Ich hoffe, er war dort glücklich?‘
‚Nein, Majestät, der Prinz hat sich im Park nicht gut unterhalten.‘
‚Aber was hat er auf dem Weg zum Park gesehen?‘ Und der Wagenlenker berichtete dem König über die Begegnung mit dem Toten und die Reaktion des Prinzen.
8. Der Hauslose
Da dachte König Bandhumā: ‚Der Prinz Vipassī darf nicht dem Thron entsagen. Er darf nicht aus dem Haus fortziehen ins hauslose Leben. Und die Worte der brahmanischen Wahrsager dürfen sich nicht erfüllen.‘ Zu diesem Zweck versorgte er den Prinzen noch mehr mit den fünf Arten sinnlicher Erregung, und der Prinz vergnügte sich mit ihnen.
Nachdem dann viele tausend Jahre vergangen waren, ließ sich Prinz Vipassī wieder von seinem Wagenlenker zum Park fahren.
Am Weg sah er einen Mann, einen Hauslosen mit geschorenem Kopf, der eine ockerfarbene Robe trug. Er wandte sich an seinen Wagenlenker: ‚Mein lieber Wagenlenker, was hat dieser Mann getan? Sein Kopf und seine Kleider sind nicht so wie die anderer Menschen.‘
‚Das, Majestät, nennt man einen Hauslosen.‘
‚Aber warum nennt man ihn einen Hauslosen?‘
‚Man nennt ihn einen Hauslosen, weil er prinzipientreues und gerechtes Verhalten, taugliche und gute Taten, Mildherzigkeit und Anteilnahme für alle Lebewesen feiert.‘
‚Dann feiere ich den, den man einen Hauslosen nennt, der prinzipientreues und gerechtes Verhalten, taugliche und gute Taten, Mildherzigkeit und Anteilnahme für alle Lebewesen feiert! Nun, lenke den Wagen zu dem Hauslosen.‘
‚Ja, Majestät‘, antwortete der Wagenlenker und tat wie geheißen.
Da sagte Prinz Vipassī zu dem Hauslosen: ‚Mein lieber Mann, was hast du getan? Dein Kopf und deine Kleider sind nicht so wie die anderer Menschen.‘
‚Majestät, ich bin, was man einen Hauslosen nennt.‘
‚Aber warum nennt man dich einen Hauslosen?‘
‚Man nennt mich einen Hauslosen, weil ich prinzipientreues und gerechtes Verhalten, taugliche und gute Taten, Mildherzigkeit und Anteilnahme für alle Lebewesen feiere.‘
‚Dann feiere ich den, den man einen Hauslosen nennt, der prinzipientreues und gerechtes Verhalten, taugliche und gute Taten, Mildherzigkeit und Anteilnahme für alle Lebewesen feiert!‘
9. Das Fortziehen
Da wandte sich der Prinz Vipassī an seinen Wagenlenker: ‚Nun, mein lieber Wagenlenker, nimm den Wagen und kehre zum königlichen Hof zurück. Ich werde mir gleich hier Haar und Bart rasieren, ockerfarbene Roben anlegen und aus dem Haus fortziehen ins hauslose Leben.‘
‚Ja, Majestät‘, antwortete der Wagenlenker und tat wie geheißen.
Und Prinz Vipassī rasierte sich Haar und Bart, legte ockerfarbene Roben an und zog aus dem Haus fort ins hauslose Leben.
10. Eine große Menge zieht fort
In der Hauptstadt Bandhumatī hörte eine große Menge von 84.000 Menschen, dass der Prinz Vipassī fortgezogen war. Sie dachten: ‚Das kann keine gewöhnliche Lehre und Schulung sein, kein gewöhnliches Fortziehen, zu dem der Prinz Vipassī fortgezogen ist. Wenn selbst der Prinz fortzieht, warum tun wir nicht das Gleiche?‘
Und diese große Menge von 84.000 Menschen rasierte sich Haar und Bart, legte ockerfarbene Roben an und folgte Vipassī, dem zum Erwachen Entschlossenen, indem sie aus dem Haus fortzog ins hauslose Leben. Vipassī wanderte in Begleitung dieser Gesellschaft durch die Dörfer, Marktflecken und Hauptstädte.
Da kam ihm, als er für sich allein in Klausur war, dieser Gedanke in den Sinn: ‚Es ist nicht angebracht für mich, in einer Menschenmenge zu leben. Warum lebe ich nicht allein und ziehe mich von der Gruppe zurück?‘ Nach einiger Zeit zog er sich von der Gruppe zurück und lebte allein. Die 84.000 gingen in eine Richtung und Vipassī in eine andere.
11. Vipassīs Betrachtungen
Da kam Vipassī, als er für sich allein in Klausur in seiner Hütte war, dieser Gedanke in den Sinn: ‚Ach, diese Welt ist in Schwierigkeiten. Sie wird geboren, wird alt, stirbt, scheidet ab und wird wiedergeboren, doch sie versteht nicht, wie sie diesem Leiden entrinnen kann, dem Alter und dem Tod. Ach, wann wird ein Ausweg aus diesem Leiden gefunden, ein Ausweg aus Alter und Tod?‘
Und Vipassī, der zum Erwachen Entschlossene, dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Alter und Tod? Was ist eine Bedingung für Alter und Tod?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Wiedergeburt besteht, gibt es Alter und Tod. Wiedergeburt ist eine Bedingung für Alter und Tod.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Wiedergeburt? Was ist eine Bedingung für Wiedergeburt?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn fortgesetztes Dasein besteht, gibt es Wiedergeburt. Fortgesetztes Dasein ist eine Bedingung für Wiedergeburt.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es fortgesetztes Dasein? Was ist eine Bedingung für fortgesetztes Dasein?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Ergreifen besteht, gibt es fortgesetztes Dasein. Ergreifen ist eine Bedingung für fortgesetztes Dasein.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Ergreifen? Was ist eine Bedingung für Ergreifen?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Verlangen besteht, gibt es Ergreifen. Verlangen ist eine Bedingung für Ergreifen.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Verlangen? Was ist eine Bedingung für Verlangen?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Gefühl besteht, gibt es Verlangen. Gefühl ist eine Bedingung für Verlangen.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Gefühl? Was ist eine Bedingung für Gefühl?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Kontakt besteht, gibt es Gefühl. Kontakt ist eine Bedingung für Gefühl.‘
Und Vipassī dachte: Wenn was besteht, gibt es Kontakt? Was ist eine Bedingung für Kontakt?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn die sechs Sinnesfelder bestehen, gibt es Kontakt. Die sechs Sinnesfelder sind eine Bedingung für Kontakt.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es die sechs Sinnesfelder? Was ist eine Bedingung für die sechs Sinnesfelder?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Name und Form bestehen, gibt es die sechs Sinnesfelder. Name und Form sind eine Bedingung für die sechs Sinnesfelder.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Name und Form? Was ist eine Bedingung für Name und Form?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Bewusstsein besteht, gibt es Name und Form. Bewusstsein ist eine Bedingung für Name und Form.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was besteht, gibt es Bewusstsein? Was ist eine Bedingung für Bewusstsein?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Name und Form bestehen, gibt es Bewusstsein. Name und Form sind eine Bedingung für Bewusstsein.‘
Und Vipassī dachte: ‚Dieses Bewusstsein wendet sich zurück zu Name und Form und geht nicht darüber hinaus.‘ Bis zu diesem Punkt kann man wiedergeboren werden, alt werden, sterben, verscheiden oder wieder erscheinen, nämlich: Name und Form sind eine Bedingung für Bewusstsein. Bewusstsein ist eine Bedingung für Name und Form. Name und Form sind eine Bedingung für die sechs Sinnesfelder. Die sechs Sinnesfelder sind eine Bedingung für Kontakt. Kontakt ist eine Bedingung für Gefühl. Gefühl ist eine Bedingung für Verlangen. Verlangen ist eine Bedingung für Ergreifen. Ergreifen ist eine Bedingung für fortgesetztes Dasein. Fortgesetztes Dasein ist eine Bedingung für Wiedergeburt. Wiedergeburt ist eine Bedingung für das Zustandekommen von Alter und Tod, Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis. So kommt diese ganze Masse des Leidens zustande.‘
‚Ursprung, Ursprung.‘ Dieses Sehen, dieses Erkennen, diese Weisheit, dieses Verstehen, dieses Licht ging Vipassī, dem zum Erwachen Entschlossenen, auf in Bezug auf Lehren, die er zuvor von niemand anderem gehört hatte.
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Alter und Tod nicht? Wenn was aufhört, hören Alter und Tod auf?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Wiedergeburt nicht besteht, gibt es Alter und Tod nicht. Wenn Wiedergeburt aufhört, hören Alter und Tod auf.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Wiedergeburt nicht? Wenn was aufhört, hört Wiedergeburt auf?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn fortgesetztes Dasein nicht besteht, gibt es Wiedergeburt nicht. Wenn fortgesetztes Dasein aufhört, hört Wiedergeburt auf.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es fortgesetztes Dasein nicht? Wenn was aufhört, hört fortgesetztes Dasein auf?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Ergreifen nicht besteht, gibt es fortgesetztes Dasein nicht. Wenn Ergreifen aufhört, hört fortgesetztes Dasein auf.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Ergreifen nicht? Wenn was aufhört, hört Ergreifen auf?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Verlangen nicht besteht, gibt es Ergreifen nicht. Wenn Verlangen aufhört, hört Ergreifen auf.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Verlangen nicht? Wenn was aufhört, hört Verlangen auf?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Gefühl nicht besteht, gibt es Verlangen nicht. Wenn Gefühl aufhört, hört Verlangen auf.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Gefühl nicht? Wenn was aufhört, hört Gefühl auf?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Kontakt nicht besteht, gibt es Gefühl nicht. Wenn Kontakt aufhört, hört Gefühl auf.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Kontakt nicht? Wenn was aufhört, hört Kontakt auf?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn die sechs Sinnesfelder nicht bestehen, gibt es Kontakt nicht. Wenn die sechs Sinnesfelder aufhören, hört Kontakt auf.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es die sechs Sinnesfelder nicht? Wenn was aufhört, hören die sechs Sinnesfelder auf?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Name und Form nicht bestehen, gibt es die sechs Sinnesfelder nicht. Wenn Name und Form aufhören, hören die sechs Sinnesfelder auf.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Namen und Form nicht? Wenn was aufhört, hören Name und Form auf?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Bewusstsein nicht besteht, gibt es Namen und Form nicht. Wenn Bewusstsein aufhört, hören Name und Form auf.‘
Und Vipassī dachte: ‚Wenn was nicht besteht, gibt es Bewusstsein nicht? Wenn was aufhört, hört Bewusstsein auf?‘ Und durch gründlichen Gebrauch des Geistes erfasste Vipassī mit Weisheit: ‚Wenn Name und Form nicht bestehen, gibt es Bewusstsein nicht. Wenn Name und Form aufhören, hört Bewusstsein auf.‘
Und Vipassī dachte: ‚Ich habe den Weg zum Erwachen gefunden, nämlich: Wenn Name und Form aufhören, hört Bewusstsein auf. Wenn Bewusstsein aufhört, hören Name und Form auf. Wenn Name und Form aufhören, hören die sechs Sinnesfelder auf. Wenn die sechs Sinnesfelder aufhören, hört Kontakt auf. Wenn Kontakt aufhört, hört Gefühl auf. Wenn Gefühl aufhört, hört Verlangen auf. Wenn Verlangen aufhört, hört Ergreifen auf. Wenn Ergreifen aufhört, hört fortgesetztes Dasein auf. Wenn fortgesetztes Dasein aufhört, hört Wiedergeburt auf. Wenn Wiedergeburt aufhört, hören Alter und Tod, Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis auf. So hört diese ganze Masse des Leidens auf.‘
‚Aufhören, Aufhören.‘ Dieses Sehen, dieses Erkennen, diese Weisheit, dieses Verstehen, dieses Licht ging Vipassī, dem zum Erwachen Entschlossenen, auf in Bezug auf Lehren, die er zuvor von niemand anderem gehört hatte.
Nach einiger Zeit meditierte Vipassī, indem er das Entstehen und Vergehen bei den fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregaten beobachtete: ‚So ist Form, so ist ihr Ursprung, so ihr Enden. So ist Gefühl, so ist sein Ursprung, so sein Enden. So ist Wahrnehmung, so ist ihr Ursprung, so ihr Enden. So sind Willensbildungsprozesse, so ist ihr Ursprung, so ihr Enden. So ist Bewusstsein, so ist sein Ursprung, so sein Enden.‘ Als er so meditierte, war sein Geist bald durch Nicht-Ergreifen von den Befleckungen befreit.
Der zweite Abschnitt zum Aufsagen.
12. Die Aufforderung des Brahmā
Da dachte Vipassī der Gesegnete, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha: ‚Warum lehre ich nicht den Dhamma?‘
Dann dachte er: ‚Dieser Grundsatz, den ich entdeckt habe, ist tiefgründig, schwer zu sehen, schwer zu verstehen, friedvoll und erlesen, geht über den Rahmen der Logik hinaus, ist subtil, für den Klugen nachvollziehbar. Aber die Menschen mögen das Festhalten, sie lieben und genießen es. Es ist schwer für sie, diesen Gegenstand zu sehen: nämlich die spezifische Bedingtheit, das abhängige Entstehen. Und es ist schwer für sie, diesen Gegenstand zu sehen: nämlich das Beruhigen aller Vorgänge, das Loslassen aller Bindungen, das Auflösen des Verlangens, das Schwinden, Aufhören, Erlöschen. Wenn ich den Dhamma lehren würde, würden andere mich vielleicht nicht verstehen, und das wäre ermüdend und beschwerlich für mich.‘
Und es fielen ihm diese Strophen ein, die ihm weder aus übernatürlicher Quelle eingegeben wurden, noch hatte er sie zuvor gehört:
‚Ich habe hart gekämpft, um das zu verstehen. Genug damit, es zu erklären! Die, die in Gier und Hass verstrickt sind, können diese Lehre nicht wirklich verstehen.
Sie geht gegen den Strom, ist subtil, tiefgründig, verborgen und sehr fein. Die von Gier besessen sind, können nicht sehen, denn sie sind in eine Masse von Dunkelheit gehüllt.‘
Und als der Buddha Vipassī so nachdachte, neigte sein Geist dazu, untätig zu bleiben, nicht dazu, den Dhamma zu lehren.
Da dachte ein gewisser Großer Brahmā, der den Gedankengang des Buddha Vipassī erkannte: ‚Ach! Die Welt ist verloren, die Welt geht unter! Denn der Geist Vipassīs des Gesegneten, des Vollendeten, des vollkommen erwachten Buddha neigt dazu, untätig zu bleiben, nicht dazu, den Dhamma zu lehren.‘ Und so leicht wie ein starker Mensch den Arm strecken oder beugen würde, verschwand er aus der Brahmāwelt und erschien wieder vor dem Buddha Vipassī. Er ordnete seine Robe über einer Schulter, ließ sich auf das rechte Knie nieder, erhob seine zusammengelegten Hände zum Buddha Vipassī und sagte: ‚Herr, der Gesegnete lehre doch den Dhamma! Der Heilige lehre doch den Dhamma! Es gibt Wesen, die wenig Sand in den Augen haben. Sie werden verkümmern, weil sie die Lehre nicht gehört haben. Es werden solche da sein, die die Lehre verstehen!‘
Daraufhin sagte der Buddha Vipassī zu ihm: ‚Auch ich dachte so, Brahmā: „Warum lehre ich nicht den Dhamma?“ Doch dann dachte ich: „Wenn ich den Dhamma lehren würde, würden andere mich vielleicht nicht verstehen, und das wäre ermüdend und beschwerlich für mich.“
Daher neigte mein Geist, als ich so nachdachte, dazu, untätig zu bleiben, nicht dazu, den Dhamma zu lehren.‘
Zum zweiten Mal und zum dritten Mal bat der Große Brahmā den Buddha, zu lehren.
Und der Buddha Vipassī verstand die Einladung des Brahmā. Und aus seinem Mitgefühl mit den Lebewesen heraus überschaute er die Welt mit seinem Buddha-Auge. Er sah manche Lebewesen mit wenig Sand in den Augen und manche mit viel Sand in den Augen, manche mit geschärften Fähigkeiten und manche mit schwachen Fähigkeiten, mit guten Eigenschaften und mit schlechten Eigenschaften, die leicht zu unterrichten waren und die schwer zu unterrichten waren. Und manche konnten die Gefahr in der unerwünschten Folge, die jene Welt betrifft, sehen, während andere das nicht konnten. Wie ein Teich mit blauen Seerosen oder rosa oder weißen Lotusblumen. Manche von ihnen sprießen und wachsen im Wasser, ohne sich darüber zu erheben, und gedeihen unter Wasser. Manche sprießen und wachsen im Wasser und erreichen die Wasseroberfläche. Und manche sprießen und wachsen im Wasser, doch sie erheben sich über das Wasser und stehen da, ohne dass Wasser an ihnen haftet.
Ebenso sah der Buddha Vipassī manche Lebewesen mit wenig Sand in den Augen und manche mit viel Sand in den Augen.
Und als der Große Brahmā den Gedankengang des Buddha Vipassī erkannte, redete er ihn mit einer Strophe an:
‚Wenn du hoch auf dem Felsenberg stehst, kannst du rundum die Menschen sehen. Geradeso, All-Seher, so verständig, da du den Tempel der Wahrheit erklommen hast, frei von Kummer, schau auf die Menschen, die im Kummer versinken, von Wiedergeburt und Alter niedergedrückt.
Steh auf, du Held! Sieger in der Schlacht, Führer der Karawane, frei von Schulden wandere durch die Welt. Der Gesegnete lehre doch den Dhamma! Es werden solche da sein, die verstehen!‘
Daraufhin redete der Buddha Vipassī den Großen Brahmā mit einer Strophe an:
‚Die Tore zur Unsterblichkeit sind aufgestoßen! Wer Ohren hat, zu hören, rüste sein Vertrauen. Mit dem Gedanken, es sei beschwerlich, Brahmā, habe ich den scharfsinnigen, erlesenen Dhamma nicht unter den Menschen gelehrt.‘
Und als der Große Brahmā erkannte, dass seiner Aufforderung an den Buddha Vipassī, den Dhamma zu lehren, stattgegeben war, verbeugte er sich, umrundete Vipassī respektvoll, die rechte Seite ihm zugewandt, und verschwand eben dort.
13. Die Hauptschüler
Da dachte Vipassī der Gesegnete, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha: ‚Wem sollte ich zuerst die Lehre darlegen? Wer wird diese Lehre rasch verstehen?‘ Dann dachte er: ‚Dieser Khaṇḍa, der Sohn des Königs, und Tissa, der Sohn des Hohepriesters, sind klug, fähig und verständig und haben schon lange wenig Sand in den Augen. Warum lege ich ihnen nicht zuerst die Lehre dar?‘
Und so leicht wie ein starker Mensch den Arm strecken oder beugen würde, verschwand er vom Baum des Erwachens und erschien wieder bei der Hauptstadt Bandhumatī, im Wildpark mit Namen Refugium.
Da wandte sich der Buddha Vipassī an den Parkaufseher: ‚Mein lieber Parkaufseher, bitte geh in die Stadt und sage zu Khaṇḍa, dem Sohn des Königs, und zu Tissa, dem Sohn des Hohepriesters: „Ihr Herren, Vipassī der Gesegnete, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha ist in Bandhumatī angekommen und hält sich im Wildpark Refugium auf. Er wünscht, euch zu sehen.“‘
‚Ja, Herr‘, antwortete der Parkaufseher und tat wie geheißen.
Da ließen Khaṇḍa, der Sohn des Königs, und Tissa, der Sohn des Hohepriesters, die erlesensten Kutschen anspannen. Sie bestiegen eine erlesene Kutsche und machten sich zusammen mit anderen erlesenen Kutschen von Bandhumatī auf zum Wildpark Refugium. Sie fuhren mit der Kutsche, soweit es das Gelände erlaubte, stiegen dann ab und begaben sich zu Fuß zum Buddha Vipassī. Sie verbeugten sich und setzten sich zur Seite hin.
Der Buddha Vipassī unterwies sie Schritt für Schritt mit einem Vortrag über Geben, sittliches Verhalten und den Himmel. Er erklärte die Nachteile der Sinnenfreuden, die so schmutzig und unlauter sind, und die Vorteile der Entsagung. Und als er erkannte, dass ihr Geist bereit war, geschmeidig, frei von Hindernissen, freudig bewegt und zuversichtlich, da legte er die besondere Lehre der Buddhas dar: das Leiden, seinen Ursprung, sein Aufhören und den Weg. Wie ein reines, fleckenloses Tuch die Farbe richtig annimmt, ebenso ging da Khaṇḍa, dem Sohn des Königs, und Tissa, dem Sohn des Hohepriesters, wo sie gerade saßen, das unbefleckte, makellose Auge des Dhamma auf: ‚Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende.‘
Sie sahen, erfassten, verstanden und ergründeten den Dhamma. Sie gingen über den Zweifel hinaus, machten sich von Unschlüssigkeit frei und gewannen Selbstvertrauen, wurden in der Anleitung des Lehrers von anderen unabhängig. Sie sagten zum Buddha Vipassī: „Vortrefflich, Herr! Vortrefflich! Als würde er das Umgestürzte aufrichten oder das Verborgene enthüllen oder den Verirrten den Weg weisen oder im Dunkeln ein Licht anzünden, sodass Menschen mit klaren Augen sehen könnten, was da ist, so hat der Buddha die Lehre auf vielerlei Weise klargemacht. Wir nehmen Zuflucht zum Buddha und zur Lehre. Herr, dürfen wir vor dem Buddha die Weihe des Fortziehens erhalten, die Ordination?‘
Und sie erhielten vor dem Buddha Vipassī die Weihe des Fortziehens, die Ordination. Dann leitete der Buddha Vipassī sie mit einem Dhammavortrag an, ermunterte sie, begeisterte sie und regte sie an. Er erklärte die Nachteile der bedingten Erscheinungen, die so schmutzig und unlauter sind, und die Vorteile des Erlöschens. Als sie so unterwiesen wurden, war ihr Geist bald durch Nicht-Ergreifen von den Befleckungen befreit.
14. Das Fortziehen der großen Menge
In der Hauptstadt Bandhumatī hörte eine große Menge von 84.000 Menschen, dass Vipassī der Gesegnete, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha in Bandhumatī angekommen war und sich im Wildpark Refugium aufhielt. Und sie hörten, dass Khaṇḍa, der Sohn des Königs, und Tissa, der Sohn des Hohepriesters, sich Haar und Bart rasiert und ockerfarbene Roben angelegt hatten und vor dem Buddha aus dem Haus fortgezogen waren ins hauslose Leben. Sie dachten: ‚Das kann keine gewöhnliche Lehre und Schulung sein, kein gewöhnliches Fortziehen, zu dem Khaṇḍa, der Sohn des Königs, und Tissa, der Sohn des Hohepriesters, fortgezogen sind. Wenn selbst sie fortziehen, warum tun wir nicht das Gleiche?‘ Da gingen diese 84.000 Menschen von Bandhumatī zum Wildpark Refugium. Sie begaben sich zum Buddha Vipassī, verbeugten sich und setzten sich zur Seite hin.
Der Buddha Vipassī unterwies sie Schritt für Schritt mit einem Vortrag über Geben, sittliches Verhalten und den Himmel. Er erklärte die Nachteile der Sinnenfreuden, die so schmutzig und unlauter sind, und die Vorteile der Entsagung. Und als er erkannte, dass ihr Geist bereit war, geschmeidig, frei von Hindernissen, freudig bewegt und zuversichtlich, da legte er die besondere Lehre der Buddhas dar: das Leiden, seinen Ursprung, sein Aufhören und den Weg. Wie ein reines, fleckenloses Tuch die Farbe richtig annimmt, ebenso ging da diesen 84.000 Menschen, wo sie gerade saßen, das unbefleckte, makellose Auge des Dhamma auf: ‚Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende.‘
Sie sahen, erfassten, verstanden und ergründeten den Dhamma. Sie gingen über den Zweifel hinaus, machten sich von Unschlüssigkeit frei und gewannen Selbstvertrauen, wurden in der Anleitung des Lehrers von anderen unabhängig. Sie sagten zum Buddha Vipassī: ‚Vortrefflich, Herr! Vortrefflich!‘ Und gerade wie Khaṇḍa und Tissa baten sie um die Ordination und erhielten sie.
Dann leitete der Buddha Vipassī sie weiter an. Als sie so unterwiesen wurden, war ihr Geist bald durch Nicht-Ergreifen von den Befleckungen befreit.
15. Die 84.000, die zuvor fortgezogen waren
Auch die 84.000 Menschen, die zuvor fortgezogen waren, hörten: ‚Es scheint, Vipassī der Gesegnete, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha ist in Bandhumatī angekommen und hält sich im Wildpark Refugium auf. Und er lehrt den Dhamma!‘ Da gingen sie nach Bandhumatī zum Wildpark Refugium. Sie gingen zum Buddha Vipassī, verbeugten sich und setzten sich zur Seite hin.
Der Buddha Vipassī unterwies sie Schritt für Schritt. Und als er erkannte, dass ihr Geist bereit war, geschmeidig, frei von Hindernissen, freudig bewegt und zuversichtlich, da legte er die besondere Lehre der Buddhas dar: das Leiden, seinen Ursprung, sein Aufhören und den Weg. Wie ein reines, fleckenloses Tuch die Farbe richtig annimmt, ebenso ging da diesen 84.000 Menschen, wo sie gerade saßen, das unbefleckte, makellose Auge des Dhamma auf: ‚Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende.‘
Auch sie baten um die Ordination und erhielten sie.
Dann leitete der Buddha Vipassī sie weiter an. Und als sie so unterwiesen wurden, war ihr Geist bald durch Nicht-Ergreifen von den Befleckungen befreit.
16. Erlaubnis zu wandern
Zu dieser Zeit nun befand sich in Bandhumatī ein großer Saṅgha von 6.800.000 Mönchen und Nonnen. Da kam dem Buddha Vipassī, als er für sich allein in Klausur war, dieser Gedanke in den Sinn: ‚Der Saṅgha, der sich in Bandhumatī befindet, ist nun groß. Wie, wenn ich ihn mahnte:
„Wandert los, Mönche und Nonnen, zum Nutzen und Glück vieler Menschen, aus Anteilnahme für die Welt, zum Segen, Nutzen und Glück von Göttern und Menschen. Es sollen nicht zwei auf einer Straße gehen. Lehrt den Dhamma, der am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut ist, bedeutsam und gut ausgedrückt. Und legt ein geistliches Leben dar, das ganz vollständig und rein ist. Es gibt Wesen, die wenig Sand in den Augen haben. Sie werden verkümmern, weil sie die Lehre nicht gehört haben. Es werden solche da sein, die die Lehre verstehen! Wenn aber sechs Jahre vergangen sind, sollt ihr alle nach Bandhumatī kommen, um die Ordenssatzung aufzusagen.“‘
Da verschwand ein gewisser Großer Brahmā, der den Gedankengang des Buddha Vipassī erkannte, so leicht wie ein starker Mensch den Arm strecken oder beugen würde, aus der Brahmāwelt und erschien wieder vor dem Buddha Vipassī. Er ordnete seine Robe über einer Schulter, erhob seine zusammengelegten Hände zum Buddha Vipassī und sagte: ‚Das ist wirklich wahr, Gesegneter! Das ist wirklich wahr, Heiliger! Der Saṅgha, der sich in Bandhumatī befindet, ist nun groß. Bitte mahne ihn, wie du es gedacht hast. Und, Herr, ich werde dafür sorgen, dass die Mönche und Nonnen, wenn sechs Jahre vergangen sind, nach Bandhumatī kommen, um die Ordenssatzung aufzusagen.‘
Das sagte der Große Brahmā. Dann verbeugte er sich, umrundete den Buddha Vipassī respektvoll, die rechte Seite ihm zugewandt, und verschwand eben dort.
Da kam der Buddha Vipassī am späten Nachmittag aus seiner Klausur und wandte sich an die Mönche und Nonnen. Er berichtete ihnen, was vorgefallen war. Dann sagte er:
‚Wandert los, Mönche und Nonnen, zum Nutzen und Glück vieler Menschen, aus Anteilnahme für die Welt, zum Segen, Nutzen und Glück von Göttern und Menschen. Es sollen nicht zwei auf einer Straße gehen. Lehrt den Dhamma, der am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut ist, bedeutsam und gut ausgedrückt. Und legt ein geistliches Leben dar, das ganz vollständig und rein ist. Es gibt Wesen, die wenig Sand in den Augen haben. Sie werden verkümmern, weil sie die Lehre nicht gehört haben. Es werden solche da sein, die die Lehre verstehen! Wenn aber sechs Jahre vergangen sind, sollt ihr alle nach Bandhumatī kommen, um die Ordenssatzung aufzusagen.‘
Da machten sich die meisten der Mönche und Nonnen noch am gleichen Tag auf und wanderten durch das Land.
Da gab es zu dieser Zeit 84.000 Klöster im Land des Rosenapfelbaums. Und als das erste Jahr zu Ende ging, erhoben die Gottheiten den Ruf: ‚Gute Herren, das erste Jahr ist zu Ende. Nun bleiben noch fünf Jahre. Wenn fünf Jahre vergangen sind, sollt ihr alle nach Bandhumatī gehen, um die Ordenssatzung aufzusagen.‘
Und als das zweite Jahr zu Ende ging … als das dritte … das vierte … und das fünfte Jahr zu Ende ging, erhoben die Gottheiten den Ruf: ‚Gute Herren, das fünfte Jahr ist zu Ende. Nun bleibt noch ein Jahr. Wenn ein Jahr vergangen ist, sollt ihr alle nach Bandhumatī gehen, um die Ordenssatzung aufzusagen.‘
Und als das sechste Jahr zu Ende ging, erhoben die Gottheiten den Ruf: ‚Gute Herren, das sechste Jahr ist zu Ende. Jetzt ist die Zeit, dass ihr alle nach Bandhumatī gehen sollt, um die Ordenssatzung aufzusagen.‘ Und noch am gleichen Tag gingen die Mönche und Nonnen nach Bandhumatī, um die Ordenssatzung aufzusagen. Manche bedienten sich ihrer eigenen übersinnlichen Kraft, andere der übersinnlichen Kraft der Gottheiten.
Und dort sagte Vipassī der Gesegnete, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha die Ordenssatzung folgendermaßen auf:
‚Geduldige Beharrlichkeit ist die höchste Inbrunst. Erlöschen ist das Höchste, sagen die Buddhas. Kein wahrer Hausloser verletzt jemand anderen, noch tut ein Asket jemand anderem weh.
Nichts Schlechtes tun, sich das Gute zu eigen machen und den Geist läutern: Das ist die Anleitung der Buddhas.
Niemanden schlecht machen oder ihm Leid zufügen, Zügelung in der Ordenssatzung, Maßhalten beim Essen, in einer abgelegenen Unterkunft leben und sich dem höheren Geist weihen: Das ist die Anleitung der Buddhas.‘
17. Von Gottheiten unterrichtet
Dieses eine Mal, Mönche und Nonnen, hielt ich mich bei Ukkaṭṭhā im Subhaga-Wald am Fuß eines wunderbaren Salbaumes auf. Während ich für mich allein in Klausur war, kam mir dieser Gedanke in den Sinn: ‚Es ist nicht leicht, einen Aufenthalt der Lebewesen zu finden, an dem ich nicht zuvor in all der langen Zeit gewohnt hätte, außer bei den Göttern der reinen Aufenthalte. Warum gehe ich nicht zu ihnen?‘
Und so leicht wie ein starker Mensch den Arm strecken oder beugen würde, verschwand ich da aus dem Subhaga-Wald und erschien wieder bei den Aviha-Göttern.
In dieser Klasse von Göttern begaben sich viele tausend, viele hunderttausend Gottheiten zu mir, verbeugten sich, stellten sich zur Seite hin und sagten zu mir: ‚Vor 91 Äonen, guter Herr, erschien in der Welt der Buddha Vipassī, vollendet und vollkommen erwacht. Er wurde als Adliger in einer Adelsfamilie geboren. Er gehörte zum Stamm Koṇḍañña. Er lebte 80.000 Jahre. Er erwachte am Fuß eines Patala-Baumes. Er hatte ein erlesenes Paar von Hauptschülern mit Namen Khaṇḍa und Tissa. Er hatte drei Zusammenkünfte von Schülern, alles Mönche und Nonnen, deren Befleckungen aufgelöst waren – eine Zusammenkunft von 6.800.000, eine von 100.000 und eine von 80.000. Als Hauptaufwärter hatte er einen Mönch mit Namen Asoka. Sein Vater war König Bandhumā, seine leibliche Mutter war Königin Bandhumatī und ihre Hauptstadt hieß Bandhumatī. Und so war seine Entsagung, so sein Fortziehen, so sein Bemühen, so sein Erwachen, und so rollte er das Rad des Dhamma vorwärts. Und, guter Herr, nachdem wir unter diesem Buddha Vipassī das geistliche Leben geführt hatten, verloren wir unsere Begierde nach Sinnenfreuden und wurden hier wiedergeboren.‘
Und andere Gottheiten kamen und berichteten in ähnlicher Weise über das Leben der Buddhas Sikhī, Vessabhū, Kakusandha, Koṇāgamana und Kassapa.
In dieser Klasse von Göttern begaben sich viele tausend, viele hunderttausend Gottheiten zu mir, verbeugten sich, stellten sich zur Seite hin und sagten zu mir: ‚Im gegenwärtigen, von Glück gesegneten Äon bist du, guter Herr, als Buddha in der Welt erschienen, vollendet und vollkommen erwacht. Du wurdest als Adliger in einer Adelsfamilie geboren. Du gehörst zum Stamm Gotama. Deine Lebensdauer ist kurz, knapp und flüchtig. Ein Mensch, der lange lebt, lebt hundert Jahre oder ein wenig länger. Du bist am Fuß eines Pappelfeigenbaumes erwacht. Du hattest ein erlesenes Paar von Hauptschülern mit Namen Sāriputta und Moggallāna. Du hattest eine Zusammenkunft von Schülern – 1 250 Mönche und Nonnen, deren Befleckungen aufgelöst sind. Als Hauptaufwärter hattest du einen Mönch mit Namen Ānanda. Dein Vater war König Suddhodana, deine leibliche Mutter war Königin Māyā und eure Hauptstadt hieß Kapilavatthu. Und so war deine Entsagung, so dein Fortziehen, so dein Bemühen, so dein Erwachen, und so rolltest du das Rad des Dhamma vorwärts. Und, guter Herr, nachdem wir unter dir das geistliche Leben geführt hatten, verloren wir unsere Begierde nach Sinnenfreuden und wurden hier wiedergeboren.‘
Dann ging ich zusammen mit den Aviha-Göttern zu den Atappa-Göttern … zu den Göttern von schönem Anblick … und zu den Göttern mit schönem Blick. Und zusammen mit all diesen Göttern ging ich zu den Akaniṭṭha-Göttern, wo wir ein ähnliches Gespräch hatten.
Und so ist der Klargewordene in der Lage, sich an Geburt, Namen, Stamm, Lebensdauer, Hauptschüler und Zusammenkünfte von Schülern der Buddhas der Vergangenheit zu erinnern, die vollkommen verloschen sind, die das Wuchern abgeschnitten, die Spur abgeschnitten, den Kreislauf zu Ende gebracht haben und über alles Leiden hinausgegangen sind. Es ist sowohl, weil ich das Prinzip der Lehren klar erfasst habe, als auch, weil Gottheiten es mir gesagt haben.“
Das sagte der Buddha. Zufrieden begrüßten die Mönche und Nonnen die Worte des Buddha.
Kommentar [3]
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