1. Seine eigene Zuflucht sein
So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha im Land der Magadher in Mātulā auf. Da wandte sich der Buddha an die Mönche und Nonnen: „Mönche und Nonnen!“
„Ehrwürdiger Herr“, antworteten sie. Der Buddha sagte:
„Mönche und Nonnen, lebt als eure eigene Insel, eure eigene Zuflucht, sucht keine andere Zuflucht. Macht die Lehre zu eurer Insel und eurer Zuflucht, sucht keine andere Zuflucht. Und wie lebt ein Mönch als seine eigene Insel, seine eigene Zuflucht, und sucht keine andere Zuflucht? Wie macht er die Lehre zu seiner Insel und seiner Zuflucht und sucht keine andere Zuflucht? Da meditiert er, indem er einen Aspekt des Körpers beobachtet – eifrig, bewusst und achtsam, frei von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit gegenüber der Welt. Er meditiert, indem er einen Aspekt der Gefühle beobachtet … indem er einen Aspekt des Geistes beobachtet … indem er einen Aspekt der natürlichen Gesetzmäßigkeiten beobachtet – eifrig, bewusst und achtsam, frei von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit gegenüber der Welt. So lebt ein Mönch als seine eigene Insel, seine eigene Zuflucht und sucht keine andere Zuflucht. So macht er die Lehre zu seiner Insel und seiner Zuflucht und sucht keine andere Zuflucht.
Ihr sollt euer eigenes Revier durchstreifen, das Hoheitsgebiet eurer Väter. Wenn ihr euer eigenes Revier durchstreift, das Hoheitsgebiet eurer Väter, wird Māra keinen Angriffspunkt finden und euch nicht zu fassen bekommen. Indem man taugliche Eigenschaften aufnimmt, wächst Verdienst an.
2. König Daḷhanemi
Es war einmal, Mönche und Nonnen, ein König mit Namen Daḷhanemi, ein Rad-drehender Herrscher, ein gerechter und prinzipientreuer König. Sein Herrschaftsgebiet erstreckte sich nach allen vier Seiten, er hatte für das Land Sicherheit gewonnen und besaß die sieben Juwelen. Das waren seine sieben Juwelen: das Rad, der Elefant, das Pferd, der Edelstein, die Frau, der Hausbesitzer und der Befehlshaber als siebtes Juwel. Er hatte über tausend Söhne, wacker und heldenhaft, die die Heere seiner Feinde zermalmten. Nachdem er dieses vom Meer umspülte Land erobert hatte, herrschte er nach Prinzipien, ohne Stock oder Schwert.
Nachdem dann viele Jahre, viele hundert Jahre, viele tausend Jahre vergangen waren, wandte sich König Daḷhanemi an einen seiner Männer: ‚Mein guter Mann, wenn du siehst, dass das himmlische Rad-Juwel von seinem Platz zurückgewichen ist, sag es mir bitte.‘
‚Ja, Majestät‘, antwortete der Mann.
Nachdem viele tausend Jahre vergangen waren, sah dieser Mann, dass das himmlische Rad-Juwel von seinem Platz zurückgewichen war. Da ging er zum König Daḷhanemi und meldete: ‚Bitte, Majestät, du sollst wissen, dass das himmlische Rad-Juwel von seinem Platz zurückgewichen ist.‘
Da ließ der König den Kronprinzen rufen und sagte: ‚Lieber Prinz, mein himmlisches Rad-Juwel ist von seinem Platz zurückgewichen. Ich habe gehört, dass ein Rad-drehender Herrscher, wenn das geschieht, nicht mehr lange zu leben hat. Ich habe menschliche Freuden genossen. Nun ist es an der Zeit, dass ich mich um göttliche Freuden bemühe. Komm, lieber Prinz, herrsche über dieses vom Meer umgebene Land! Ich werde mir Haar und Bart rasieren, ockerfarbene Roben anlegen und aus dem Haus fortziehen ins hauslose Leben.‘
Und nachdem er den Kronprinzen sorgfältig ins Königtum eingewiesen hatte, rasierte sich König Daḷhanemi Haar und Bart, legte ockerfarbene Roben an und zog aus dem Haus fort ins hauslose Leben. Sieben Tage danach verschwand das himmlische Rad-Juwel.
Da begab sich ein gewisser Mann zu dem frisch gesalbten König und meldete: ‚Bitte, Majestät, du sollst wissen, dass das himmlische Rad-Juwel verschwunden ist.‘ Darüber war der König bedrückt und bekümmert. Er ging zum königlichen Weisen und sagte: ‚Bitte, Majestät, du sollst wissen, dass das himmlische Rad-Juwel verschwunden ist.‘
Darauf sagte der königliche Weise zu ihm: ‚Sei nicht bedrückt über das Verschwinden des Rad-Juwels. Mein lieber, das Rad-Juwel erbt man nicht von seinem Vater. Komm jetzt, mein Lieber, verfahre nach der edlen Pflicht eines Rad-drehenden Herrschers. Wenn du das tust, kann es sein, dass dir an einem Besinnungstag am fünfzehnten Tag, nachdem du dein Haupt gebadet hast und ins königliche Pfahlhaus hinaufgestiegen bist, um den Besinnungstag einzuhalten, das himmlische Rad-Juwel erscheint, mit tausend Speichen, mit Felge und Nabe, in allen Einzelheiten vollständig.‘
2.1. Die edle Pflicht eines Rad-drehenden Herrschers
‚Aber Majestät, was ist die edle Pflicht eines Rad-drehenden Herrschers?‘
‚Nun, mein Lieber, stelle deinem Hof, deinen Truppen, deinen Adligen, Lehnsleuten, Brahmanen und Hausbesitzern sowie Tieren und Vögeln gerechten Schutz und Sicherheit bereit, indem du dich nur auf Prinzipien stützt; Prinzipien sollst du anerkennen, ehren und achten und hochhalten, Prinzipien sollen deine Fahne sein, dein Banner und deine Autorität. Lass Ungerechtigkeit im Reich nicht die Oberhand gewinnen. Stelle den Mittellosen im Reich Geld zur Verfügung.
Und es gibt im Reich Asketen und Brahmanen, die Rausch und Nachlässigkeit meiden, die in Geduld und Sanftmut verankert sind und sich selbst bändigen, beruhigen und zum Erlöschen bringen. Zu ihnen sollst du von Zeit zu Zeit hingehen, sie fragen und lernen: „Ihr Herren, was ist tauglich? Was ist untauglich? Was ist tadelnswert? Was ist ohne Tadel? Was sollte gepflegt werden? Was sollte nicht gepflegt werden? Welches Verhalten führt zu meinem langanhaltenden Schaden und Leiden? Welches Verhalten führt zu meinem langanhaltenden Nutzen und Glück?“ Wenn du sie gehört hast, sollst du ablehnen, was untauglich ist, und aufnehmen und befolgen, was tauglich ist.
Das ist die edle Pflicht eines Rad-drehenden Herrschers.‘
2.2. Das Rad-Juwel erscheint
‚Ja, Majestät‘, antwortete der neue König dem königlichen Weisen. Und er verfuhr nach der edlen Pflicht eines Rad-drehenden Herrschers.
Und während er nach dieser Pflicht verfuhr, hatte er an einem Besinnungstag am fünfzehnten Tag sein Haupt gebadet und war ins königliche Pfahlhaus hinaufgestiegen, um den Besinnungstag einzuhalten. Da erschien ihm das himmlische Rad-Juwel mit tausend Speichen, mit Felge und Nabe, in allen Einzelheiten vollständig. Als er das sah, dachte er: ‚Ich habe gehört, dass ein König, dem das himmlische Rad-Juwel in dieser Art erscheint, ein Rad-drehender Herrscher wird. Bin ich denn nun ein Rad-drehender Herrscher?‘
Da erhob sich der gesalbte adlige König von seinem Sitz, ordnete seine Robe über einer Schulter, nahm ein Weihegefäß in die linke Hand und besprengte das Rad-Juwel mit seiner Rechten. Er sagte: ‚Rolle vorwärts, o Rad-Juwel! Triumphiere, o Rad-Juwel!‘
Da rollte das Rad-Juwel nach Osten, und der König folgte ihm mit seinem Heer aus vier Abteilungen. Und wenn das Rad-Juwel an einem Ort stehenblieb, blieb der König mit seinem Heer da. Und alle gegnerischen Herrscher im Osten kamen zu dem Rad-drehenden Herrscher und sagten: ‚Komm, großer König! Willkommen, großer König! Wir sind dein, großer König, weise uns an.‘ Der Rad-drehende Herrscher sagte: ‚Tötet keine lebenden Geschöpfe. Stehlt nicht. Begeht keine sexuellen Verfehlungen. Lügt nicht. Trinkt keinen Alkohol. Ändert nicht die Höhe der Steuern.‘ Und so wurden die gegnerischen Herrscher im Osten seine Lehnsleute.
Dann tauchte das Rad-Juwel ins östliche Meer ein und tauchte wieder auf und rollte dann nach Süden … Es tauchte ins südliche Meer ein und tauchte wieder auf und rollte dann nach Westen …
Es tauchte ins westliche Meer ein und tauchte wieder auf und rollte dann nach Norden, und der König folgte ihm mit seinem Heer aus vier Abteilungen. Und wenn das Rad-Juwel an einem Ort stehenblieb, blieb der König mit seinem Heer da. Und alle gegnerischen Herrscher im Norden kamen zu dem Rad-drehenden Herrscher und sagten: ‚Komm, großer König! Willkommen, großer König! Wir sind dein, großer König, weise uns an.‘ Der Rad-drehende Herrscher sagte: ‚Tötet keine lebenden Geschöpfe. Stehlt nicht. Begeht keine sexuellen Verfehlungen. Lügt nicht. Trinkt keinen Alkohol. Ändert nicht die Höhe der Steuern.‘ Und so wurden die gegnerischen Herrscher im Norden seine Lehnsleute.
Und nachdem das Rad-Juwel über dieses vom Meer umgebene Land triumphiert hatte, kehrte es zur königlichen Hauptstadt zurück. Da stand es am Tor zum königlichen Hof beim obersten Gericht still, als sei es an einer Achse befestigt, und erleuchtete den königlichen Hof.
3. Die folgenden Rad-drehenden Herrscher
Und ein zweites, ein drittes, ein viertes, ein fünftes, ein sechstes und ein siebtes Mal wurde ein Rad-drehender Herrscher auf genau die gleiche Art eingesetzt. Und nachdem viele Jahre vergangen waren, zog der siebte Rad-drehende Herrscher fort und übergab das Reich dem Kronprinzen.
Sieben Tage danach verschwand das himmlische Rad-Juwel.
Da begab sich ein gewisser Mann zu dem frisch gesalbten König und meldete: ‚Bitte, Majestät, du sollst wissen, dass das himmlische Rad-Juwel verschwunden ist.‘ Darüber war der König bedrückt und bekümmert. Aber er ging nicht zum königlichen Weisen und fragte nicht nach der edlen Pflicht eines Rad-drehenden Herrschers. Er regierte das Land nach seinem Gutdünken. Als sie so regiert wurden, gediehen die Menschen im Land nicht wie früher, als frühere Könige nach der edlen Pflicht eines Rad-drehenden Herrschers verfuhren.
Da kamen die Minister, Räte und Schatzmeister, die Offiziere, Wachleute und berufsmäßigen Berater zusammen und sagten zum König: ‚Majestät, wenn sie nach Gutdünken regiert werden, gedeihen die Menschen im Land nicht wie früher, als frühere Könige nach der edlen Pflicht eines Rad-drehenden Herrschers verfuhren. In deinem Reich gibt es Minister, Räte und Schatzmeister, Offiziere, Wachleute und berufsmäßige Berater, sowohl uns als auch andere, die die edle Pflicht eines Rad-drehenden Herrschers im Gedächtnis haben. Bitte, Majestät, frage uns nach der edlen Pflicht eines Rad-drehenden Herrschers. Wir werden dir antworten.‘
4. Über die Zeit des Niedergangs
Da fragte der gesalbte adlige König die versammelten Minister, Räte und Schatzmeister, die Offiziere, Wachleute und berufsmäßigen Berater nach der edlen Pflicht eines Rad-drehenden Herrschers, und sie antworteten ihm. Als er sie gehört hatte, stellte er zwar gerechten Schutz und Sicherheit bereit, aber er stellte den Mittellosen im Reich kein Geld zur Verfügung. Und so breitete sich Armut aus.
Als Armut sich ausbreitete, stahl ein Mensch von anderen in diebischer Absicht. Er wurde festgenommen und dem König vorgeführt: ‚Majestät, dieser Mensch hat von anderen in diebischer Absicht gestohlen.‘
Der König sagte zu ihm: ‚Ist es wirklich wahr, guter Mann, dass du von anderen in diebischer Absicht gestohlen hast?‘
‚Es ist wahr, Majestät.‘
‚Was war der Grund?‘
‚Majestät, ich habe nichts zum Leben.‘
Da stellte der König diesem Menschen etwas Geld zur Verfügung und sagte: ‚Mit diesem Geld bestreite dein Leben, sorge für deine Mutter und deinen Vater, deine Frauen und Kinder. Arbeite für deinen Lebensunterhalt und richte eine feierliche religiöse Gabe für Asketen und Brahmanen aus, die in den Himmel führt, die zu Glück heranreift und den Weg zum Himmel bereitet.‘
‚Ja, Majestät‘, antwortete der Mann.
Aber dann stahl ein anderer Mensch von anderen in diebischer Absicht. Er wurde festgenommen und dem König vorgeführt: ‚Majestät, dieser Mensch hat von anderen in diebischer Absicht gestohlen.‘
Der König sagte zu ihm: ‚Ist es wirklich wahr, guter Mann, dass du von anderen in diebischer Absicht gestohlen hast?‘
‚Es ist wahr, Majestät.‘
‚Was war der Grund?‘
‚Majestät, ich habe nichts zum Leben.‘
Da stellte der König diesem Menschen etwas Geld zur Verfügung und sagte: ‚Mit diesem Geld bestreite dein Leben, sorge für deine Mutter und deinen Vater, deine Frauen und Kinder. Arbeite für deinen Lebensunterhalt und richte eine feierliche religiöse Gabe für Asketen und Brahmanen aus, die in den Himmel führt, die zu Glück heranreift und den Weg zum Himmel bereitet.‘
‚Ja, Majestät‘, antwortete der Mann.
Die Leute hörten: ‚Es scheint, der König stellt jedem, der von anderen in diebischer Absicht stiehlt, Geld zur Verfügung.‘ Sie dachten: ‚Warum stehle ich nicht von anderen in diebischer Absicht?‘ Da stahl wieder ein anderer Mensch von anderen in diebischer Absicht.
Er wurde festgenommen und dem König vorgeführt: ‚Majestät, dieser Mensch hat von anderen in diebischer Absicht gestohlen.‘
Der König sagte zu ihm: ‚Ist es wirklich wahr, guter Mann, dass du von anderen in diebischer Absicht gestohlen hast?‘
‚Es ist wahr, Majestät.‘
‚Was war der Grund?‘
‚Majestät, ich habe nichts zum Leben.‘
Da dachte der König: ‚Wenn ich jedem, der von anderen in diebischer Absicht stiehlt, Geld zur Verfügung stelle, wird davon nur das Stehlen zunehmen. Ich bringe es besser mit diesem Menschen zu Ende, mache ihn fertig und schlage ihm den Kopf ab.‘
Und er befahl seinen Männern: ‚Nun, Männer, bindet die Arme dieses Mannes fest hinter seinem Rücken mit einem festen Strick. Rasiert seinen Kopf und führt ihn zu einem harten Trommelschlag von Straße zu Straße und von Platz zu Platz. Dann führt ihn zum Südtor hinaus und bringt es mit ihm zu Ende, macht ihn fertig, schlagt ihm den Kopf ab.‘
‚Ja, Majestät‘, antworteten sie und führten seinen Befehl aus.
Die Leute hörten: ‚Es scheint, der König schlägt jedem den Kopf ab, der von anderen in diebischer Absicht stiehlt.‘ Sie dachten: ‚Wir lassen besser scharfe Schwerter machen. Wenn wir dann von anderen stehlen, bringen wir es mit ihnen zu Ende, machen sie fertig und schlagen ihnen den Kopf ab.‘ Sie ließen scharfe Schwerter machen. Dann begannen sie, Dörfer, Marktflecken und Städte zu überfallen und Landstraßen zu belagern. Und jedem, von dem sie stahlen, schlugen sie den Kopf ab.
Und so, Mönche und Nonnen, breitete sich, als den Mittellosen im Reich kein Geld zur Verfügung gestellt wurde, Armut aus. Als Armut verbreitet war, breitete sich Diebstahl aus. Als Diebstahl verbreitet war, breiteten sich Schwerter aus. Als Schwerter verbreitet waren, breitete sich das Töten lebender Geschöpfe aus. Und bei den Lebewesen, bei denen das Töten verbreitet war, gingen Lebensdauer und Schönheit zurück. Jene Menschen, die 80.000 Jahre lebten, hatten Kinder, die 40.000 Jahre lebten.
Unter den Menschen, die 40.000 Jahre lebten, stahl ein gewisser Mensch von anderen in diebischer Absicht. Er wurde festgenommen und dem König vorgeführt: ‚Majestät, dieser Mensch hat von anderen in diebischer Absicht gestohlen.‘
Der König sagte zu ihm: ‚Ist es wirklich wahr, guter Mann, dass du von anderen in diebischer Absicht gestohlen hast?‘
‚Nein, Majestät‘, sagte er, indem er eine bewusste Lüge sprach.
Und so, Mönche und Nonnen, breiteten sich, als den Mittellosen im Reich kein Geld zur Verfügung gestellt wurde, Armut, Diebstahl, Schwerter und Töten aus. Als das Töten verbreitet war, breitete sich das Lügen aus. Und bei den Lebewesen, bei denen das Lügen verbreitet war, gingen Lebensdauer und Schönheit zurück. Jene Menschen, die 40.000 Jahre lebten, hatten Kinder, die 20.000 Jahre lebten.
Unter den Menschen, die 20.000 Jahre lebten, stahl ein gewisser Mensch von anderen in diebischer Absicht. Jemand anders berichtete dem König: ‚Majestät, der und der Mensch hat von anderen in diebischer Absicht gestohlen‘, und sprach so hinter dessen Rücken.
Und so, Mönche und Nonnen, breiteten sich, als den Mittellosen im Reich kein Geld zur Verfügung gestellt wurde, Armut, Diebstahl, Schwerter, Töten und Lügen aus. Als das Lügen verbreitet war, breitete sich das Verleumden aus. Und bei den Lebewesen, bei denen das Verleumden verbreitet war, gingen Lebensdauer und Schönheit zurück. Jene Menschen, die 20.000 Jahre lebten, hatten Kinder, die 10.000 Jahre lebten.
Unter den Menschen, die 10.000 Jahre lebten, waren manche schön, manche waren hässlich. Und die hässlichen Wesen, die die schönen begehrten, begingen Ehebruch mit den Frauen anderer.
Und so, Mönche und Nonnen, breiteten sich, als den Mittellosen im Reich kein Geld zur Verfügung gestellt wurde, Armut, Diebstahl, Schwerter, Töten, Lügen und Verleumden aus. Als das Verleumden verbreitet war, breitete sich sexuelles Fehlverhalten aus. Und bei den Lebewesen, bei denen sexuelles Fehlverhalten verbreitet war, gingen Lebensdauer und Schönheit zurück. Jene Menschen, die 10.000 Jahre lebten, hatten Kinder, die 5000 Jahre lebten.
Unter den Menschen, die 5000 Jahre lebten, breiteten sich zwei Dinge aus: harte Rede und unsinnige Rede. Und bei den Lebewesen, bei denen diese beiden Dinge verbreitet waren, gingen Lebensdauer und Schönheit zurück. Jene Menschen, die 5000 Jahre lebten, hatten Kinder, die 2500 Jahre lebten, und andere, die 2000 Jahre lebten.
Unter den Menschen, die 2500 Jahre lebten, breiteten sich Begehrlichkeit und böser Wille aus. Und bei den Lebewesen, bei denen Begehrlichkeit und böser Wille verbreitet waren, gingen Lebensdauer und Schönheit zurück. Jene Menschen, die 2500 Jahre lebten, hatten Kinder, die tausend Jahre lebten.
Unter den Menschen, die tausend Jahre lebten, breitete sich falsche Ansicht aus. Und bei den Lebewesen, bei denen falsche Ansicht verbreitet war, gingen Lebensdauer und Schönheit zurück. Jene Menschen, die tausend Jahre lebten, hatten Kinder, die fünfhundert Jahre lebten.
Unter den Menschen, die fünfhundert Jahre lebten, breiteten sich drei Dinge aus: rechtswidrige Begierde, unmoralische Gier und falsche Gepflogenheiten. Und bei den Lebewesen, bei denen diese drei Dinge verbreitet waren, gingen Lebensdauer und Schönheit zurück. Jene Menschen, die fünfhundert Jahre lebten, hatten Kinder, die 250 Jahre lebten, und andere, die zweihundert Jahre lebten.
Unter den Menschen, die 250 Jahre lebten, breiteten sich folgende Dinge aus: das Verweigern der gebührenden Achtung gegenüber Mutter und Vater und gegenüber Asketen und Brahmanen und die Weigerung, die Ältesten in der Familie zu ehren.
Und so, Mönche und Nonnen, breitete sich, als den Mittellosen im Reich kein Geld zur Verfügung gestellt wurde, Armut aus, und weiter Diebstahl, Schwerter, Töten, Lügen, Verleumden, sexuelles Fehlverhalten, harte Rede und unsinnige Rede, Begehrlichkeit und böser Wille, falsche Ansicht, rechtswidrige Begierde, unmoralische Gier und falsche Gepflogenheiten sowie das Verweigern der gebührenden Achtung gegenüber Mutter und Vater und gegenüber Asketen und Brahmanen und die Weigerung, die Ältesten in der Familie zu ehren. Und bei den Lebewesen, bei denen diese Dinge verbreitet waren, gingen Lebensdauer und Schönheit zurück. Jene Menschen, die zweihundert Jahre lebten, hatten Kinder, die hundert Jahre lebten.
5. Wenn die Menschen zehn Jahre leben
Es kommt eine Zeit, Mönche und Nonnen, da diese Menschen Kinder haben werden, die zehn Jahre leben. Unter den Menschen, die zehn Jahre leben, werden Mädchen mit fünf Jahren ins heiratsfähige Alter kommen. Diese Geschmäcke werden verschwinden: Ghee, Butter, Öl, Honig, Melasse und Salz. Das beste Essen wird Fingerhirse sein, geradeso, wie feiner Reis mit Fleisch heute das beste Essen ist.
Die zehn Wege zum Begehen tauglicher Taten werden ganz verschwinden, und die zehn Wege zum Begehen untauglicher Taten werden an Beliebtheit explosionsartig zunehmen. Diese Menschen werden nicht einmal das Wort ‚tauglich‘ haben, noch viel weniger jemanden, der tut, was tauglich ist. Und jeder, der Mutter und Vater sowie Asketen und Brahmanen die gebührende Achtung verweigert und sich weigert, die Ältesten in der Familie zu ehren, wird verehrt und gepriesen werden, geradeso, wie man für das Umgekehrte heute verehrt und gepriesen wird.
Die Stellung einer Mutter, einer Tante oder angeheirateten Tante, der Frau eines Lehrmeisters oder einer Respektsperson wird nicht anerkannt werden. Die Welt wird haltlos werden wie Ziegen und Schafe, Hühner und Schweine, Hunde und Schakale.
Sie werden voller Feindseligkeit gegeneinander sein, mit heftigem bösem Willen, äußerster Gehässigkeit und ausgeprägten Mordgedanken. So wird die Mutter für das Kind empfinden und das Kind für die Mutter, der Vater für das Kind und das Kind für den Vater, der Bruder für die Schwester und die Schwester für den Bruder. Sie werden sein wie ein Rotwildjäger, wenn er Rotwild sieht – voller Feindseligkeit, mit heftigem bösem Willen, äußerster Gehässigkeit und ausgeprägten Mordgedanken.
Unter den Menschen, die zehn Jahre leben, wird es eine Zeit von sieben Tagen geben, in der nur die Schwerter herrschen. Während dieser Zeit werden sie einander als Bestien sehen. Scharfe Schwerter werden in ihren Händen erscheinen, mit denen sie sich gegenseitig unter Schreien: ‚Es ist eine Bestie! Es ist eine Bestie!‘ das Leben nehmen.
Aber dann werden einige dieser Wesen denken: ‚Wir wollen weder töten noch getötet werden! Warum verstecken wir uns nicht in dichtem Gras, dichtem Dschungel, dichten Bäumen, unzugänglichen Flussauen oder schroffen Berglandschaften, um mit den Wurzeln und Früchten des Waldes zu überleben?‘ Und so werden sie es tun.
Wenn diese sieben Tage vorüber sind, werden sie aus ihren Verstecken kommen, einander umarmen und alle zusammen mit einer Stimme rufen: ‚Wunderbar, lieber Feind, du lebst! Wunderbar, lieber Feind, du lebst!‘
6. Über die Zeit des Wachstums
Dann werden diese Wesen denken: ‚Weil wir untaugliche Grundsätze aufgenommen haben, darum haben wir einen so umfassenden Verlust unter unseren Verwandten erlitten. Wir tun besser, was tauglich ist. Welches taugliche Ding sollten wir tun? Warum unterlassen wir nicht das Töten lebender Geschöpfe? Wenn wir diesen tauglichen Grundsatz aufgenommen haben, werden wir danach leben.‘ Und so werden sie es tun. Weil sie diesen tauglichen Grundsatz aufnehmen, werden ihre Lebensdauer und Schönheit wachsen. Jene Menschen, die zehn Jahre leben, werden Kinder haben, die zwanzig Jahre leben.
Dann werden diese Wesen denken: ‚Weil wir diesen tauglichen Grundsatz aufgenommen haben, wachsen unsere Lebensdauer und Schönheit. Warum tun wir nicht noch mehr taugliche Dinge? Welches taugliche Ding sollten wir tun? Warum unterlassen wir nicht das Stehlen … das sexuelle Fehlverhalten … das Lügen … das Verleumden … harte Rede … und unsinnige Rede? Warum geben wir nicht Begehrlichkeit … bösen Willen … und falsche Ansicht auf? … Warum geben wir nicht drei Dinge auf: rechtswidrige Begierde, unmoralische Gier und falsche Gepflogenheiten? Warum erweisen wir nicht Mutter und Vater sowie Asketen und Brahmanen die gebührende Achtung und ehren die Ältesten in der Familie? Wenn wir diesen tauglichen Grundsatz aufgenommen haben, werden wir danach leben.‘ Und so werden sie es tun.
Weil sie diesen tauglichen Grundsatz aufnehmen, werden ihre Lebensdauer und Schönheit wachsen. Jene Menschen, die zwanzig Jahre leben, werden Kinder haben, die vierzig Jahre leben. Jene Menschen, die vierzig Jahre leben, werden Kinder haben, die achtzig Jahre leben, dann 160 Jahre, 320 Jahre, 640 Jahre, 2000 Jahre, 4000 Jahre, 8000 Jahre, 20.000 Jahre, 40.000 Jahre und schließlich 80.000 Jahre. Unter den Menschen, die 80.000 Jahre leben, werden Mädchen mit 500 Jahren ins heiratsfähige Alter kommen.
7. Die Zeit des Königs Saṅkha
Unter den Menschen, die 80.000 Jahre leben, wird es nur drei Beschwerden geben: Wünsche, Hunger und Alter. Das Land des Rosenapfelbaums wird erfolgreich und blühend sein. Die Dörfer, Marktflecken und Hauptstädte werden nicht weiter auseinanderliegen, als ein Hahn fliegen kann. Und das Land wird mit Menschen gedrängt voll sein, als seien sie zusammengepfercht, wie ein Binsen- oder Schilfdickicht. Die königliche Hauptstadt wird Varanasi sein und wird Ketumatī heißen. Und sie wird erfolgreich, blühend, dicht bevölkert und voller Menschen sein, mit reichlich Lebensmitteln. Es wird im Land des Rosenapfelbaums 84.000 Städte geben mit der königlichen Hauptstadt Ketumatī als der vordersten.
Und in der königlichen Hauptstadt Ketumatī wird ein König namens Saṅkha erscheinen, ein Rad-drehender Herrscher, ein gerechter und prinzipientreuer König. Sein Herrschaftsgebiet wird sich nach allen vier Seiten erstrecken, er wird für das Land Sicherheit gewinnen und die sieben Juwelen besitzen. Das werden seine sieben Juwelen sein: das Rad, der Elefant, das Pferd, der Edelstein, die Frau, der Hausbesitzer und der Befehlshaber als siebtes Juwel. Er wird über tausend Söhne haben, wacker und heldenhaft, die die Heere seiner Feinde zermalmen. Wenn er dieses vom Meer umspülte Land erobert hat, wird er nach Prinzipien herrschen, ohne Stock oder Schwert.
8. Das Erscheinen des Buddha Metteyya
Und der Gesegnete mit Namen Metteyya wird in der Welt erscheinen, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die üben wollen, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet – geradeso, wie ich heute erschienen bin. Er wird diese Welt – mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, mit dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen – durch eigene Einsicht erkennen und anderen erklären, geradeso, wie ich es heute tue. Er wird den Dhamma lehren, der am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut ist, bedeutsam und gut ausgedrückt. Und er wird ein geistliches Leben darlegen, das ganz vollständig und rein ist – geradeso, wie ich es heute tue. Er wird einen Saṅgha von vielen tausend Mönchen und Nonnen anführen, geradeso, wie ich heute einen Saṅgha von vielen hundert anführe.
Dann wird der König Saṅkha den einst vom König Mahāpanāda erbauten Opferpfahl aufrichten lassen. Nachdem er regiert hat, wird er abdanken und Asketen und Brahmanen, Bedürftigen, Landstreichern, Bittstellern und Bettlern wohltätige Gaben geben. Dann wird er sich Haar und Bart rasieren, ockerfarbene Roben anlegen und vor dem Buddha Metteyya aus dem Haus fortziehen ins hauslose Leben. Bald nachdem er fortgezogen ist, wird er, während er zurückgezogen lebt, beflissen, eifrig und entschlossen, in diesem Leben zum äußersten Höhepunkt des geistlichen Lebens gelangen. Er wird an dem Ziel leben, das er durch eigene Einsicht erkennt, für welches ehrbare Menschen zu Recht aus dem Haus fortziehen ins hauslose Leben.
Mönche und Nonnen, lebt als eure eigene Insel, eure eigene Zuflucht, sucht keine andere Zuflucht. Macht die Lehre zu eurer Insel und eurer Zuflucht, sucht keine andere Zuflucht. Und wie lebt ein Mönch als seine eigene Insel, seine eigene Zuflucht, und sucht keine andere Zuflucht? Wie macht er die Lehre zu seiner Insel und seiner Zuflucht und sucht keine andere Zuflucht? Da meditiert ein Mönch, indem er einen Aspekt des Körpers beobachtet – eifrig, bewusst und achtsam, frei von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit gegenüber der Welt. Er meditiert, indem er einen Aspekt der Gefühle beobachtet … indem er einen Aspekt des Geistes beobachtet … indem er einen Aspekt der natürlichen Gesetzmäßigkeiten beobachtet – eifrig, bewusst und achtsam, frei von Begehrlichkeit und Verdrießlichkeit gegenüber der Welt. So lebt ein Mönch als seine eigene Insel, seine eigene Zuflucht und sucht keine andere Zuflucht. So macht er die Lehre zu seiner Insel und seiner Zuflucht und sucht keine andere Zuflucht.
9. Über langes Leben und Schönheit für Mönche und Nonnen
Mönche und Nonnen, ihr sollt euer eigenes Revier durchstreifen, das Hoheitsgebiet eurer Väter. Wenn ihr das tut, werden eure Lebensdauer, eure Schönheit, euer Glück, euer Reichtum und eure Stärke zunehmen.
Und was ist langes Leben für einen Mönch? Da entwickelt ein Mönch die Grundlage übersinnlicher Kraft, die mit Versenkung durch Enthusiasmus und mit aktivem Bemühen einhergeht. Er entwickelt die Grundlage übersinnlicher Kraft, die mit Versenkung durch Energie und mit aktivem Bemühen einhergeht. Er entwickelt die Grundlage übersinnlicher Kraft, die mit Versenkung durch Entwicklung des Geistes und mit aktivem Bemühen einhergeht. Er entwickelt die Grundlage übersinnlicher Kraft, die mit Versenkung durch Untersuchung und mit aktivem Bemühen einhergeht. Wenn er diese vier Grundlagen übersinnlicher Kraft entwickelt und gemehrt hat, kann er, wenn er will, für die volle Lebensdauer weiterleben, oder was davon übrig ist. Das ist langes Leben für einen Mönch.
Und was ist Schönheit für einen Mönch? Da ist ein Mönch sittlich, gezügelt in der Ordenssatzung, verhält sich angemessen und sucht an angemessenen Orten um Almosen nach. Er sieht die Gefahr im kleinsten Fehler und hält die Regeln ein, die er aufgenommen hat. Das ist Schönheit für einen Mönch.
Und was ist Glück für einen Mönch? Da tritt ein Mönch, ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, in die erste Vertiefung ein und verweilt darin; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während er den Geist ausrichtet und hält. Wenn das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigt, tritt er in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin … in die dritte Vertiefung … in die vierte Vertiefung. Das ist Glück für einen Mönch.
Und was ist Reichtum für einen Mönch? Da meditiert ein Mönch, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller Liebe durchdringt, und die zweite und die dritte und die vierte. Ebenso nach oben, nach unten, dazwischen, überall und ringsumher; die ganze Welt durchdringt er mit einem Herzen voller Liebe – weit, ausgedehnt, grenzenlos, frei von Feindschaft und bösem Willen. Er meditiert, indem er eine Himmelsrichtung mit einem Herzen voller Mitgefühl durchdringt … mit einem Herzen voller freudiger Anteilnahme … mit einem Herzen voller Gleichmut, und die zweite und die dritte und die vierte. Ebenso nach oben, nach unten, dazwischen, überall und ringsumher; die ganze Welt durchdringt er mit einem Herzen voller Gleichmut – weit, ausgedehnt, grenzenlos, frei von Feindschaft und bösem Willen. Das ist Reichtum für einen Mönch.
Und was ist Stärke für einen Mönch? Da erlangt ein Mönch mit der Auflösung der Befleckungen in diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, erkennt sie durch eigene Einsicht und lebt darin. Das ist Stärke für einen Mönch.
Mönche und Nonnen, ich sehe kein einziges Ding, das so schwer zu besiegen ist wie Māras Stärke. Indem man taugliche Eigenschaften aufnimmt, wächst Verdienst an.“
Das sagte der Buddha. Zufrieden begrüßten die Mönche und Nonnen die Worte des Buddha.
Kommentar [2]
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