Wird geladen

Übersetzungen [23]

Mit Mahāli

1. Über die brahmanischen Gesandten

So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Vesālī am Großen Wald auf, in der Halle mit dem Giebeldach. Vesālī liegt etwa sechzig Kilometer nördlich von Pāṭaliputra (Patna) und war die größte Stadt der Föderation der Vajjier, einem republikanischen Verbund in der Gegend nördlich des Ganges. (Sujato) Damals befanden sich mehrere brahmanische Gesandte aus Kosala und Magadha wegen einer Angelegenheit in Vesālī. In den vorhergehenden Suttas dieses Kapitels haben wir gesehen, wie sich, offensichtlich infolge von Pokkharasādis Bekehrung, Nachrichten über den Buddha verbreiteten. Hier sehen wir ein Beispiel von einem solchen Treffen, bei dem diese Art Nachrichten wohl besprochen wurden. | Die Wendung „brahmanische Gesandte“ (brāhmaṇadūtā) scheint nirgendwo sonst vorzukommen und wird im Kommentar nicht erklärt. Vielleicht waren sie Gesandte der Könige, die sich an einem neutralen Ort trafen. Oder vielleicht waren sie Gesandte ihrer jeweiligen Brahmanengemeinschaften. (Sujato) Sie hörten:

„Es scheint, der Asket Gotama – ein Sakyer, der von einer Familie der Sakyer fortgezogen ist – hält sich bei Vesālī am Großen Wald auf, in der Halle mit dem Giebeldach. Dieses Kloster ragt heraus als der gewöhnliche Aufenthaltsort des Buddha bei Vesālī. (Sujato) Er hat diesen guten Ruf: ‚Dieser Gesegnete ist vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die üben wollen, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet.‘ Er hat diese Welt – mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, mit dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen – durch eigene Einsicht erkannt und erklärt sie anderen. Er verkündet eine Lehre, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut ist, bedeutsam und gut ausgedrückt. Und er legt ein geistliches Leben dar, das ganz vollständig und rein ist. Es ist gut, solche Vollendeten zu sehen.“

Da gingen sie zur Halle mit dem Giebeldach am Großen Wald.

Nun war zu dieser Zeit der Ehrwürdige Nāgita der Aufwärter des Buddha. In der zweiten Lebenshälfte des Buddha war Ānanda sein Aufwärter. Dieses Detail legt nahe, dass diese Ereignisse relativ früh in der Lehrerlaufbahn des Buddha stattfanden. (Sujato) Die brahmanischem Gesandten gingen zu ihm und sagten: „Herr Nāgita, wo ist Herr Gotama jetzt? Denn wir möchten ihn sehen.“

„Es ist die falsche Zeit, um den Buddha zu sehen, er ist in Klausur.“ Zu manchen Zeiten zog sich der Buddha zur Klausur zurück und bat darum, dass niemand ihn besuchen sollte, außer, um ihm zu essen zu bringen; das kam manchmal am Großen Wald vor (SN 54.9:2.1). Er hatte auch die Gewohnheit, sich zur Meditation direkt in den Wald zurückzuziehen (AN 5.58:1.3). Hier aber hielt er sich einfach in einer nahen Hütte auf, und so scheint es, Nāgita ist etwas übereifrig. (Sujato)

Da setzten sich die brahmanischen Gesandten eben dort zur Seite hin und dachten: „Wir werden nicht gehen, bevor wir Herrn Gotama gesehen haben.“

2. Über den Licchaver Oṭṭhaddha

Auch der Licchaver Oṭṭhaddha begab sich zusammen mit einer großen Gesellschaft von Licchavern zum Ehrwürdigen Nāgita bei der Halle mit dem Giebeldach. Er verbeugte sich, stellte sich zur Seite hin und sagte zu Nāgita: Oṭṭhaddha heißt „Hasenlippe“ und ist offensichtlich ein Spitzname oder Beiname. Der Buddha nennt ihn durchgängig bei seinem persönlichen Namen Mahāli. Und unter diesem Namen treffen wir ihn wieder in SN 11.13 und SN 22.60. | Die Licchaver, deren Name von „Bär“ abgeleitet ist, dominierten die Föderation der Vajjier. Man beachte, dass die Mahāsaṅgīti-Ausgabe hier die männliche Singularform licchavī schreibt; normalerweise wird sie licchavi geschrieben. (Sujato) „Herr Nāgita, wo ist der Gesegnete jetzt, der Vollendete, der vollkommen erwachte Buddha? Denn wir möchten ihn sehen.“

„Es ist die falsche Zeit, um den Buddha zu sehen, er ist in Klausur.“

Da setzte sich auch Oṭṭhaddha eben dort zur Seite hin und dachte: „Ich werde nicht gehen, bevor ich den Gesegneten gesehen habe, den Vollendeten, den vollkommen erwachten Buddha.“

Da begab sich der Novize Sīha zu Nāgita. Er verbeugte sich, stellte sich zur Seite hin und sagte zu Nāgita: „Ehrenwerter Kassapa, diese brahmanischen Gesandten aus Kosala und Magadha und auch der Licchaver Oṭṭhaddha mit seiner großen Gesellschaft von Licchavern sind hergekommen, um den Buddha zu sehen. Es wäre gut, wenn sie ihn sehen könnten.“ Kassapa ist der Name von Nāgitas Stamm; er war entweder ein Brahmane oder ein khattiya, dessen Familienpriester (purohita) ein Kassapa war. (Sujato)

„Nun, Sīha, dann sag es dem Buddha selbst.“ In seinem Versuch, den Buddha zu schützen, war Nāgita unflexibel und nicht mitfühlend. Als ihm Sīha einen guten Rat gab, reagiere er taktlos und schob die Verantwortung auf einen Jüngeren ab. Kein Wunder, dass er von Ānanda abgelöst wurde. (Sujato)

„Ja, Herr“, antwortete Sīha. Er ging zum Buddha, verbeugte sich, stellte sich zur Seite hin und berichtete ihm über die Menschen, die warteten, um ihn zu sehen. Er fügte hinzu: „Herr, es wäre gut, wenn diese Leute den Buddha sehen könnten.“

„Nun, Sīha, breite einen Sitz im Schatten der Hütte aus.“

„Ja, Herr“, antwortete Sīha und tat wie geheißen.

Da kam der Buddha aus seiner Hütte und setzte sich in den Schatten der Hütte auf den ausgebreiteten Sitz. Das ist bei Waldmönchen immer noch ein üblicher Ort, um Gäste zu empfangen. (Sujato) Die brahmanischen Gesandten gingen zum Buddha und tauschten Willkommensgrüße mit ihm aus. Das ist das Letzte, das wir von diesen Gesandten hören. (Sujato) Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzten sie sich zur Seite hin.

Auch der Licchaver Oṭṭhaddha ging zusammen mit einer großen Gesellschaft von Licchavern zum Buddha, verbeugte sich und setzte sich zur Seite hin. Oṭṭhaddha sagte zum Buddha: „Herr, vor ein paar Tagen kam der Licchaver Sunakkhatta zu mir und sagte: Sunakkhatta kommt in mehreren Suttas vor, anhand derer man seine Reise nachverfolgen kann. In MN 105 trifft er den Buddha und fasst Vertrauen; hier in DN 6 wird er unzufrieden; in DN 24 weist er den Buddha zurück; und in MN 12 greift er den Buddha an, nachdem er die Robe abgelegt hat. (Sujato) ‚Mahāli, bald stütze ich mich schon drei Jahre auf den Buddha. Ich sehe himmlische Bilder, die erfreulich, sinnlich und erregend sind, aber ich höre keine himmlischen Töne, die erfreulich, sinnlich und erregend sind.‘ Das bezieht sich auf „Hellsichtigkeit“ und „Hellhörigkeit“, die manchmal mit „göttliches Auge“ und „göttliches Ohr“ übersetzt sind. Obwohl sie Teil der stufenweisen Schulung sind, sind sie kein Ziel der buddhistischen Praxis. Sie sind vielmehr nicht notwendig, aber unter Umständen hilfreich, da sie Dimensionen enthüllen, die dem gewöhnlichen Bewusstsein nicht zugänglich sind. Sunakkhatta war jedoch offensichtlich nur daran interessiert, angenehme übersinnliche Erfahrungen zu haben. (Sujato) Die himmlischen Töne, die Sunakkhatta nicht hören kann: Gibt es solche Töne wirklich oder gibt es sie nicht?“

2.1. Einseitige Versenkung

„Solche Töne gibt es wirklich, aber Sunakkhatta kann sie nicht hören.“ Das muss seinen Stolz verletzt haben. (Sujato)

„Was ist der Grund, was ist die Ursache, dass Sunakkhatta diese Töne nicht hören kann, obwohl es sie doch wirklich gibt?“

„Mahāli, da hat ein Mönch Versenkung nach Osten hin in einer Hinsicht entwickelt, sodass er himmlische Bilder sehen, aber keine himmlischen Töne hören kann. Diese Beschreibung der Meditation ist im Palikanon einmalig. Der Buddha beantwortet unmittelbar Mahālis Frage, obwohl die Voraussetzung Sunakkhattas begrenztes Verständnis erkennen lässt. Wenn ein Fragesteller ernsthaft ist, zeigt eine direkte Antwort Respekt und baut Vertrauen auf. (Sujato) Wenn er die Versenkung zu diesem Zweck entwickelt hat, sieht er himmlische Bilder, aber hört keine himmlischen Töne. Warum ist das so? Weil es für einen Mönch, der Versenkung in dieser Art entwickelt, so ist.

Dann hat da ein Mönch Versenkung nach Süden hin in einer Hinsicht entwickelt … nach Westen hin … nach Norden hin … nach oben, nach unten und dazwischen … Wenn er die Versenkung zu diesem Zweck entwickelt hat, sieht er himmlische Bilder, aber hört keine himmlischen Töne. Warum ist das so? Weil es für einen Mönch, der Versenkung in dieser Art entwickelt, so ist.

Da hat ein Mönch Versenkung nach Osten hin in einer Hinsicht entwickelt, sodass er himmlische Töne hören, aber keine himmlischen Bilder sehen kann. Wenn er die Versenkung zu diesem Zweck entwickelt hat, hört er himmlische Töne, aber sieht keine himmlischen Bilder. Warum ist das so? Weil es für einen Mönch, der Versenkung in dieser Art entwickelt, so ist.

Dann hat da ein Mönch Versenkung nach Süden hin in einer Hinsicht entwickelt … nach Westen hin … nach Norden hin … nach oben, nach unten und dazwischen … Wenn er die Versenkung zu diesem Zweck entwickelt hat, hört er himmlische Töne, aber sieht keine himmlischen Bilder. Warum ist das so? Weil es für einen Mönch, der Versenkung in dieser Art entwickelt, so ist.

Da hat ein Mönch Versenkung nach Osten hin in zweierlei Hinsicht entwickelt, sodass er himmlische Bilder sehen und himmlische Töne hören kann. Wenn er die Versenkung zu diesem Zweck entwickelt hat, sieht er himmlische Bilder und hört himmlische Töne. Warum ist das so? Weil es für einen Mönch, der Versenkung in dieser Art entwickelt, so ist.

Dann hat da ein Mönch Versenkung nach Süden hin in zweierlei Hinsicht entwickelt … nach Westen hin … nach Norden hin … nach oben, nach unten und dazwischen … Wenn er die Versenkung zu diesem Zweck entwickelt hat, sieht er himmlische Bilder und hört himmlische Töne. Warum ist das so? Weil es für einen Mönch, der Versenkung in dieser Art entwickelt, so ist. Das ist der Grund, das ist die Ursache, dass Sunakkhatta diese Töne nicht hören kann, obwohl es sie doch wirklich gibt.“

„Sicherlich führen die Mönche und Nonnen unter dem Buddha das geistliche Leben, um eine solche Versenkung entwickeln zu können?“

„Nein, Mahāli, die Mönche und Nonnen führen unter mir nicht das geistliche Leben, um eine solche Versenkung entwickeln zu können. Nachdem er die ursprüngliche Frage direkt beantwortet hat, formuliert der Buddha das Thema bei der Rückfrage um. (Sujato) Es gibt andere, erlesenere Dinge, um derentwillen die Mönche und Nonnen unter mir das geistliche Leben führen.“

2.2. Die vier edlen Früchte

„Aber Herr, was sind diese erleseneren Dinge?“

„Zuerst, Mahāli, ist da ein Mönch mit dem Auflösen von drei Fesseln in den Strom eingetreten, muss nicht mehr in der Unterwelt wiedergeboren werden und ist für das Erwachen bestimmt. Das ist die erste Beschreibung der vier Stufen des Erwachens, die überall im Palikanon zu finden sind. Die drei Fesseln sind Glaube an eine Persönlichkeit, Zweifel und falsches Verständnis von Regeln und Gelübden (MN 2:11.3). (Sujato) Das ist eines dieser erleseneren Dinge, um derentwillen die Mönche und Nonnen unter mir das geistliche Leben führen.

Dann ist da ein Mönch mit dem Auflösen von drei Fesseln und dem Abschwächen von Gier, Hass und Täuschung ein Einmalwiederkehrer. Nur einmal kehrt er in diese Welt zurück, um dann dem Leiden ein Ende zu machen. Auch das ist eines dieser erleseneren Dinge.

Dann wird da ein Mönch mit dem Auflösen der fünf niederen Fesseln durch unmittelbares Erscheinen wiedergeboren. Er erlischt dort und muss von jener Welt nicht zurückkehren. Die fünf niederen Fesseln sind die drei, die oben erwähnt sind, plus sinnliches Verlangen und böser Wille (AN 10.13:1.5). Das ist der Nichtwiederkehrer, der sein letztes Leben in einer erhabenen Brahmāwelt verbringt. | Eine Wiedergeburt „durch unmittelbares Erscheinen“ ist eine, die ohne eine Schwangerschaft im Mutterleib geschieht, wie bei den meisten devas und eigentlich auch bei Boltzmann-Gehirnen. (Sujato) Auch das ist eines dieser erleseneren Dinge.

Dann hat da ein Mönch mit der Auflösung der Befleckungen in diesem Leben die fleckenlose Freiheit des Herzens erlangt, die fleckenlose Freiheit durch Weisheit, hat sie durch eigene Einsicht erkannt und lebt darin. Das ist der Arahant, der „Würdige“ oder „Vollendete“. An anderer Stelle heißt es, er gibt die fünf höheren Fesseln auf: Wunsch nach Wiedergeburt im Bereich der leuchtenden Form, Wunsch nach Wiedergeburt im formlosen Bereich, Einbildung, Rastlosigkeit und Unwissenheit (AN 10.13:2.2). (Sujato) Auch das ist eines dieser erleseneren Dinge.

Das sind diese erleseneren Dinge, um derentwillen die Mönche und Nonnen unter mir das geistliche Leben führen.“

2.3. Der edle achtfache Pfad

„Aber, Herr, gibt es einen Pfad und eine Übung, um diese Dinge zu verwirklichen?“

„Die gibt es, Mahāli.“

„Nun, was ist es?“

„Es ist einfach dieser edle achtfache Pfad: Das ist die grundlegendste Unterweisung, die der Buddha über den Pfad gibt, der in seiner ersten Lehrrede (SN 56.11) dargelegt wird. Sie erscheint wieder in DN 8:13.5, DN 19:61.7 und DN 22:21.2. (Sujato) nämlich rechte Ansicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb, rechter Einsatz, rechte Achtsamkeit und rechte Versenkung. Die acht Faktoren lassen sich folgendermaßen grob der stufenweisen Schulung zuordnen: den Dhamma hören lässt rechte Ansicht entstehen; der Entschluss zur Entsagung ist rechtes Denken; die Sittlichkeit enthält rechte Rede, rechtes Handeln und rechten Lebenserwerb; sich in die Abgeschiedenheit begeben und die Sinne zügeln ist rechter Einsatz; die Entwicklung der Meditation ist rechte Achtsamkeit; und das Erlangen der vier Jhānas ist rechte Versenkung. Die Verwirklichung des Dhamma schließt den Kreis, indem die konzeptuelle rechte Ansicht durch die befreiende Einsicht vertieft wird. Letzteres wird manchmal ausgedrückt, indem zwei weitere Faktoren, rechte Erkenntnis und rechte Freiheit, angefügt werden. (Sujato) Das ist der Pfad, das ist die Übung, um diese Dinge zu verwirklichen.

2.4. Über die beiden Hauslosen

Dieses eine Mal, Mahāli, hielt ich mich bei Kosambī auf, in Ghositas Kloster. Der Buddha erzählt die Ereignisse, die im folgenden Sutta, DN 7, aufgezeichnet sind. (Sujato) Da kamen zwei Hauslose – der Wanderer Muṇḍiya und Jāliya, der Zögling des Holzschalen-Asketen – und tauschten Willkommensgrüße mit mir aus. Muṇḍiya heißt „Geschorener“; sein Name wird in manchen Manuskripten Mandissa geschrieben. Er kommt nur in dieser Passage vor. Jāliya kommt wieder in DN 24:2.4.1 vor, das die possenhaften Ereignisse berichtet, die auf Sunakkhattas Ablegen der Robe folgen. Hier nimmt er die Seite des Buddha ein gegen den im Wahn verfangenen Pāṭikaputta, den Sunakkhatta bevorzugt. (Sujato) Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten stellten sie sich zur Seite hin und sagten zu mir: ‚Geehrter Gotama, sind diese Seele und dieser Körper dasselbe, oder sind es verschiedene Dinge?‘ Der Ausdruck „Seele“ (jīva) wurde von den samaṇas vorgezogen, im Gegensatz zu dem Selbst (attā) der Brahmanen. Beides wird vom Buddha als Formen eines „metaphysischen“ Selbst abgelehnt: Sie postulieren die absolute, ewige Existenz von Gebilden, die empirisch nicht begründet werden kann. Die wiederholten Demonstrativpronomen (taṁ jīvaṁ taṁ sarīraṁ) beteuern eine nachdrückliche Identität. (Sujato)

‚Nun denn, Geehrte, hört zu und gebraucht den Geist gut, ich werde sprechen.‘

‚Ja, Geehrter‘, antworteten sie.

Ich sagte: ‚Da erscheint ein Klargewordener in der Welt, ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha … So hat ein Mönch das sittliche Verhalten vervollkommnet …

Er tritt in die erste Vertiefung ein und verweilt darin … Wenn ein Mönch so erkennt und sieht, wäre es da angebracht, von ihm zu sagen: „Diese Seele und dieser Körper sind dasselbe“ oder „diese Seele und dieser Körper sind verschiedene Dinge“?‘

‚Das wäre es, Geehrter.‘ Sie glaubten offensichtlich, dass die Erfahrung der Jhānas Einsicht in dieses Dilemma gewähren würde. Aber es ist eine Fangfrage: Sie setzt voraus, dass die Seele real ist, und dass das, was es zu bestimmen gilt, ihr Verhältnis zum Körper ist. (Sujato)

‚Aber, Geehrte, ich erkenne und sehe so. Dennoch sage ich nicht: „Diese Seele und dieser Körper sind dasselbe“ oder „diese Seele und dieser Körper sind verschiedene Dinge“. …

Da tritt ein Mönch in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin … Er tritt in die dritte Vertiefung ein und verweilt darin … Er tritt in die vierte Vertiefung ein und verweilt darin. Wenn ein Mönch so erkennt und sieht, wäre es da angebracht, von ihm zu sagen: „Diese Seele und dieser Körper sind dasselbe“ oder „diese Seele und dieser Körper sind verschiedene Dinge“?‘

‚Das wäre es, Geehrter.‘

‚Aber, Geehrte, ich erkenne und sehe so. Dennoch sage ich nicht: „Diese Seele und dieser Körper sind dasselbe“ oder „diese Seele und dieser Körper sind verschiedene Dinge“. …

Er streckt seinen Geist aus und projiziert ihn auf das Erkennen und Sehen … Wenn ein Mönch so erkennt und sieht, wäre es da angebracht, von ihm zu sagen: „Diese Seele und dieser Körper sind dasselbe“ oder „diese Seele und dieser Körper sind verschiedene Dinge“?‘

‚Das wäre es, Geehrter.‘

‚Aber, Geehrte, ich erkenne und sehe so. Dennoch sage ich nicht: „Diese Seele und dieser Körper sind dasselbe“ oder „diese Seele und dieser Körper sind verschiedene Dinge“. …

Da versteht ein Mönch: „… Es gibt nichts weiter für dieses hier.“ Wenn ein Mönch so erkennt und sieht, wäre es da angebracht, von ihm zu sagen: „Diese Seele und dieser Körper sind dasselbe“ oder „diese Seele und dieser Körper sind verschiedene Dinge“?‘

‚Das wäre es nicht, Geehrter.‘ Bis zu diesem Punkt ist keine der beschriebenen Erfahrungen unvereinbar mit der Vorstellung eines ewigen metaphysischen Selbst. Buddhisten glauben, dass Nicht-Buddhisten vor und nach dem Buddha sehr wohl in der Lage sind, solche Zustände zu erlangen. Sie würden aber dazu neigen, sie im Einklang mit ihrem bisherigen Glauben zu deuten und so ihre Theorien des Selbst verstärken. Angesichts des Endes aller Wiedergeburt kann aber keine Theorie eines ewigen Selbst standhalten. (Sujato)

‚Geehrte, ich erkenne und sehe so. Und ich sage nicht: „Diese Seele und dieser Körper sind dasselbe“ oder „diese Seele und dieser Körper sind verschiedene Dinge“.‘“

Das sagte der Buddha. Zufrieden begrüßte der Licchaver Oṭṭhaddha die Worte des Buddha.

Kommentar [3]