So habe ich es gehört: Einmal hielt sich der Buddha bei Sāvatthī in Jetas Wäldchen auf, dem Kloster des Anāthapiṇḍika. Da wandte sich der Buddha an die Mönche und Nonnen: „Mönche und Nonnen!“
„Ehrwürdiger Herr“, antworteten sie. Der Buddha sagte:
„Mönche und Nonnen, vor meinem Erwachen, als ich noch nicht erwacht war, aber zum Erwachen entschlossen, dachte ich: ‚Warum meditiere ich nicht, indem ich meine Gedanken fortlaufend in zwei Klassen einteile?‘ Und ich wies sinnliche, böswillige und grausame Gedanken einer Klasse zu und entsagende, wohlwollende und mildherzige Gedanken der anderen Klasse.
Dann kam, als ich beflissen, eifrig und entschlossen meditierte, ein sinnlicher Gedanke auf. Ich verstand: ‚Dieser sinnliche Gedanke ist in mir aufgekommen. Er führt dazu, mich selbst zu verletzen, andere zu verletzen, sowohl mich als auch andere zu verletzen. Er blockiert die Weisheit, ist mit Qual verbunden und führt nicht zum Erlöschen.‘ Wenn ich darüber nachdachte, dass er dazu führt, mich selbst zu verletzen, ging er weg. Wenn ich darüber nachdachte, dass er dazu führt, andere zu verletzen, ging er weg. Wenn ich darüber nachdachte, dass er dazu führt, sowohl mich selbst als auch andere zu verletzen, ging er weg. Wenn ich darüber nachdachte, dass er die Weisheit blockiert, mit Qual verbunden ist und nicht zum Erlöschen führt, ging er weg. So gab ich jeden sinnlichen Gedanken, der aufkam, auf, machte mich von ihm los und beseitigte ihn.
Dann kam, als ich beflissen, eifrig und entschlossen meditierte, ein böswilliger Gedanke auf … ein grausamer Gedanke auf. Ich verstand: ‚Dieser grausame Gedanke ist in mir aufgekommen. Er führt dazu, mich selbst zu verletzen, andere zu verletzen, sowohl mich als auch andere zu verletzen. Er blockiert die Weisheit, ist mit Qual verbunden und führt nicht zum Erlöschen.‘ Wenn ich darüber nachdachte, dass er dazu führt, mich selbst zu verletzen … andere zu verletzen … sowohl mich selbst als auch andere zu verletzen, ging er weg. Wenn ich darüber nachdachte, dass er die Weisheit blockiert, mit Qual verbunden ist und nicht zum Erlöschen führt, ging er weg. So gab ich jeden grausamen Gedanken, der aufkam, auf, machte mich von ihm los und beseitigte ihn.
Worüber ein Mönch häufig nachdenkt, was er häufig erwägt, dahin neigt sich sein Herz. Wenn er häufig über sinnliche Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er entsagende Gedanken aufgegeben, um sinnliche Gedanken zu mehren. Sein Geist neigt sich zu sinnlichen Gedanken. Wenn er häufig über böswillige Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er wohlwollende Gedanken aufgegeben, um böswillige Gedanken zu mehren. Sein Geist neigt sich zu böswilligen Gedanken. Wenn er häufig über grausame Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er mildherzige Gedanken aufgegeben, um grausame Gedanken zu mehren. Sein Geist neigt sich zu grausamen Gedanken.
Wie wenn im letzten Monat der Regenzeit, zur Herbstzeit, die Feldfrucht dicht wächst und ein Kuhhirte auf die Rinder aufpassen muss: Er würde sie mit seinem Stab in diese oder jene Seite stoßen, um sie in Schach zu halten. Warum ist das so? Weil er sieht, dass er, wenn sie in die Feldfrucht streiften, hingerichtet werden, ins Gefängnis kommen, sein Besitz eingezogen oder er entehrt werden könnte.
Ebenso sah ich den Nachteil untauglicher Eigenschaften, die so schmutzig und unlauter sind, und den Vorteil tauglicher Eigenschaften, die läuternde Kraft der Entsagung.
Dann kam, als ich beflissen, eifrig und entschlossen meditierte, ein entsagender Gedanke auf. Ich verstand: ‚Dieser entsagende Gedanke ist in mir aufgekommen. Er führt nicht dazu, mich selbst zu verletzen, andere zu verletzen, sowohl mich als auch andere zu verletzen. Er nährt die Weisheit, ist frei von Qual und führt zum Erlöschen.‘ Wenn ich darüber die ganze Nacht nachdenken und ihn erwägen würde … Wenn ich darüber den ganzen Tag nachdenken und ihn erwägen würde … Wenn ich darüber die ganze Nacht und den ganzen Tag nachdenken und ihn erwägen würde, so sehe ich keine Gefahr, die davon käme. Dennoch würde zu langes Nachdenken und Erwägen meinen Körper ermüden. Wenn der Körper müde ist, ist der Geist erschöpft. Und wenn der Geist erschöpft ist, ist er von Versenkung weit entfernt. So stillte ich meinen Geist, ließ ihn sich setzen, eins werden und im Samādhi versinken. Warum ist das so? Damit mein Geist nicht erschöpft würde.
Dann kam, als ich beflissen, eifrig und entschlossen meditierte, ein wohlwollender Gedanke auf … ein mildherziger Gedanke auf. Ich verstand: ‚Dieser mildherzige Gedanke ist in mir aufgekommen. Er führt nicht dazu, mich selbst zu verletzen, andere zu verletzen, sowohl mich als auch andere zu verletzen. Er nährt die Weisheit, ist frei von Qual und führt zum Erlöschen.‘ Wenn ich darüber die ganze Nacht nachdenken und ihn erwägen würde … Wenn ich darüber den ganzen Tag nachdenken und ihn erwägen würde … Wenn ich darüber die ganze Nacht und den ganzen Tag nachdenken und ihn erwägen würde, so sehe ich keine Gefahr, die davon käme. Dennoch würde zu langes Nachdenken und Erwägen meinen Körper ermüden. Wenn der Körper müde ist, ist der Geist erschöpft. Und wenn der Geist erschöpft ist, ist er von Versenkung weit entfernt. So stillte ich meinen Geist, ließ ihn sich setzen, eins werden und im Samādhi versinken. Warum ist das so? Damit mein Geist nicht erschöpft würde.
Worüber ein Mönch häufig nachdenkt, was er häufig erwägt, dahin neigt sich sein Herz. Wenn er häufig über entsagende Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er sinnliche Gedanken aufgegeben, um entsagende Gedanken zu mehren. Sein Geist neigt sich zu entsagenden Gedanken. Wenn er häufig über wohlwollende Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er böswillige Gedanken aufgegeben, um wohlwollende Gedanken zu mehren. Sein Geist neigt sich zu wohlwollenden Gedanken. Wenn er häufig über mildherzige Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er grausame Gedanken aufgegeben, um mildherzige Gedanken zu mehren. Sein Geist neigt sich zu mildherzigen Gedanken.
Wie im letzten Sommermonat, wenn alle Feldfrucht im Dorf zusammengetragen ist und ein Kuhhirte auf die Rinder aufpassen muss. Er würde am Fuß eines Baumes oder im offenen Gelände sitzen und müsste nur achtsam sein, dass die Rinder da sind. Ebenso musste ich nur achtsam sein, dass diese Dinge da waren.
Meine Energie war aufgerüttelt und unermüdlich, die Achtsamkeit fest verankert und klar, mein Körper war still und nicht erregt und mein Geist im Samādhi versunken.
Ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, trat ich in die erste Vertiefung ein und verweilte darin; da gibt es aus Abgeschiedenheit geborene Ekstase und Seligkeit, während man den Geist ausrichtet und hält.
Als das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigte, trat ich in die zweite Vertiefung ein und verweilte darin; da gibt es aus Versenkung geborene Ekstase und Seligkeit, mit innerer Klarheit und geeintem Geist, ohne Ausrichten und Halten.
Und mit dem Schwinden der Ekstase trat ich in die dritte Vertiefung ein und verweilte darin; da meditierte ich mit Gleichmut, achtsam und bewusst, und erfuhr persönlich die Seligkeit, von der die Edlen erklären: ‚Gleichmütig und achtsam meditiert man in Seligkeit.‘
Indem ich Glück und Schmerz aufgab und frühere Fröhlichkeit und Traurigkeit beendete, trat ich in die vierte Vertiefung ein und verweilte darin, ohne Glück oder Schmerz, mit reinem Gleichmut und reiner Achtsamkeit.
Als mein Geist so im Samādhi versunken war – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, da streckte ich ihn aus auf die Erinnerung an frühere Leben. Ich erinnerte mich an viele Arten früherer Leben mit den Merkmalen und Einzelheiten.
Das war das erste Wissen, das ich in der ersten Nachtwache erlangte. Unwissenheit wurde zerstört und Wissen ging auf; Dunkelheit wurde zerstört und Licht ging auf, wie es bei jemandem geschieht, der beflissen, eifrig und entschlossen meditiert.
Als mein Geist so im Samādhi versunken war – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, da streckte ich ihn aus auf die Erkenntnis von Tod und Wiedergeburt der Lebewesen. Mit geläuterter und übermenschlicher Hellsichtigkeit sah ich Lebewesen, wie sie hinscheiden und wieder geboren werden – gering oder hochstehend, schön oder hässlich, an einem guten oder einem schlechten Ort. … Ich verstand, wie Lebewesen entsprechend ihrer Taten wiedergeboren werden.
Das war das zweite Wissen, das ich in der mittleren Nachtwache erlangte. Unwissenheit wurde zerstört und Wissen ging auf; Dunkelheit wurde zerstört und Licht ging auf, wie es bei jemandem geschieht, der beflissen, eifrig und entschlossen meditiert.
Als mein Geist so im Samādhi versunken war – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, da streckte ich ihn aus auf die Erkenntnis, dass die Befleckungen aufgelöst sind. Ich verstand wahrhaftig: ‚Das ist das Leiden‘, ‚das ist der Ursprung des Leidens‘, ‚das ist das Aufhören des Leidens‘, ‚das ist die Übung, die zum Aufhören des Leidens führt‘.
Ich verstand wahrhaftig: ‚Das sind die Befleckungen‘, ‚das ist der Ursprung der Befleckungen‘, ‚das ist das Aufhören der Befleckungen‘, ‚das ist die Übung, die zum Aufhören der Befleckungen führt‘. Als ich das erkannte und sah, war mein Geist befreit von den Befleckungen der Sinnlichkeit, des Wunsches nach Wiedergeburt und der Unwissenheit. Ich verstand: ‚Wiedergeburt ist beendet; die spirituelle Reise ist abgeschlossen; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für dieses hier.‘
Das war das dritte Wissen, das ich in der letzten Nachtwache erlangte. Unwissenheit wurde zerstört und Wissen ging auf; Dunkelheit wurde zerstört und Licht ging auf, wie es bei jemandem geschieht, der beflissen, eifrig und entschlossen meditiert.
Wie wenn in einer bewaldeten Wildnis eine ausgedehnte Sumpfniederung wäre, und in der Nähe lebte eine große Rotwildherde. Und es käme ein Mensch, der der Herde schaden, sie verletzen und in Gefahr bringen wollte. Er würde den geschützten und sicheren Pfad, der zu Glück führt, absperren und den falschen Pfad öffnen. Er würde zahme Hirsche und Hirschkühe als Lockmittel hinstellen, sodass diese Rotwildherde mit der Zeit in ihr Verderben und ihren Untergang ginge. Dann käme ein Mensch, der helfen und nützen und dieser Rotwildherde ein Refugium vor dem Joch verschaffen wollte. Er würde den geschützten und sicheren Pfad, der zu Glück führt, öffnen und den falschen Pfad absperren. Er würde den Hirsch und die Hirschkuh als Lockmittel wegschaffen, sodass diese Rotwildherde mit der Zeit wachsen, größer werden und zur Reife kommen würde.
Ich habe mir dieses Gleichnis ausgedacht, um etwas deutlich zu machen. Und das ist die Bedeutung: ‚Eine ausgedehnte Sumpfniederung‘ ist ein Ausdruck für Sinnenfreuden. ‚Eine große Rotwildherde‘ ist ein Ausdruck für die Lebewesen. ‚Ein Mensch, der der Herde schaden, sie verletzen und in Gefahr bringen will‘ ist ein Ausdruck für Māra den Bösen. ‚Der falsche Pfad‘ ist ein Ausdruck für den falschen achtfachen Pfad: nämlich falsche Ansicht, falsches Denken, falsche Rede, falsches Handeln, falschen Lebenserwerb, falschen Einsatz, falsche Achtsamkeit und falsche Versenkung. ‚Ein zahmer Hirsch‘ ist ein Ausdruck für Genießen und Gier. ‚Eine zahme Hirschkuh‘ ist ein Ausdruck für Unwissenheit. ‚Ein Mensch, der helfen und nützen und dieser Rotwildherde ein Refugium vor dem Joch verschaffen will‘ ist ein Ausdruck für den Klargewordenen, den Vollendeten, den vollkommen erwachten Buddha. ‚Der geschützte und sichere Pfad, der zu Glück führt‘ ist ein Ausdruck für den edlen achtfachen Pfad: nämlich rechte Ansicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Handeln, rechten Lebenserwerb, rechten Einsatz, rechte Achtsamkeit und rechte Versenkung.
Nun, Mönche und Nonnen, ich habe den geschützten und sicheren Pfad, der zu Glück führt, geöffnet und den falschen Pfad abgesperrt. Ich habe den Hirsch und die Hirschkuh als Lockmittel weggeschafft.
Aus Anteilnahme habe ich getan, was ein Lehrer, der auf das Wohl seiner Schüler bedacht ist, tun sollte. Hier sind Plätze am Fuß von Bäumen, und hier sind leere Hütten. Übt Vertiefung, Mönche und Nonnen! Seid nicht nachlässig! Nicht, dass ihr es später bereut! Das ist meine Anleitung für euch.“
Das sagte der Buddha. Zufrieden begrüßten die Mönche und Nonnen die Worte des Buddha.
Kommentar [5]
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