Wird geladen

Übersetzungen [16]

Mit Vepacitti

Verbundene Lehrreden 11.4

1. Das erste Kapitel

Mit Vepacitti

In Sāvatthī.

„Es war einmal, Mönche und Nonnen, eine Schlacht, die wurde zwischen den Göttern und den Titanen ausgefochten.

Da wandte sich Vepacitti der Titanenfürst an die Titanen:

‚Kameraden, wenn die Titanen in dieser Schlacht die Götter schlagen, bindet Sakka den Götterfürsten an Händen und Füßen und am Hals und bringt ihn in die Titanenburg in meine Gegenwart.‘

Unterdessen wandte sich Sakka der Götterfürst an die Götter der Dreiunddreißig:

‚Kameraden, wenn die Götter in dieser Schlacht die Titanen schlagen, bindet Vepacitti den Titanenfürsten an Händen und Füßen und am Hals und bringt ihn in die Halle des Klaren Rechts in meine Gegenwart.‘

In dieser Schlacht siegten die Götter, und die Titanen unterlagen.

Da banden die Götter der Dreiunddreißig Vepacitti an Händen und Füßen und am Hals und brachten ihn in die Halle des Klaren Rechts in Sakkas Gegenwart.

Und wenn Sakka die Halle betrat oder verließ, beschimpfte und beleidigte Vepacitti ihn mit ruppigen, harten Worten.

Da redete Mātali der Wagenlenker Sakka mit einer Strophe an:

‚O Maghavā, o Sakka,

erträgst du solche harten Worte

unter den Augen Vepacittis

aus Furcht oder aus Schwäche?‘

‚Nicht aus Furcht oder Schwäche

bin ich mit Vepacitti geduldig.

Denn wie kann jemand mit Vernunft wie ich

mit einem Toren Streit anfangen?‘

‚Toren würden sich noch mehr erhitzen,

wenn ihnen niemand Einhalt gebietet.

Daher soll ein Bedächtiger einem Toren

mit harter Strafe Einhalt gebieten.‘

‚Ich denke, der einzige Weg,

einem Toren Einhalt zu gebieten,

ist, wenn man weiß, dass der andere aufgebracht ist,

achtsam zu sein und ruhig zu bleiben.‘

‚Im bloßen Ertragen, Vāsava,

sehe ich einen Makel.

Wenn ein Tor denkt:

„Er erträgt mich aus Furcht“,

wird der Dummkopf dir noch mehr nachstellen,

wie eine Kuh, die den jagt, der wegläuft.‘

‚Soll er so denken, wenn er will, oder auch nicht:

„Er erträgt mich aus Furcht.“

Für das höchste Ziel, das eigene,

findet man nichts Besseres als Geduld.

Wenn ein Starker

einen Schwächling erträgt,

nennt man das die höchste Geduld,

denn ein Schwächling muss stets geduldig sein.

Die Kraft der Torheit

ist in Wahrheit bloß Schwäche, so heißt es.

Aber niemand kann jemanden anfechten,

der stark ist, von der Lehre behütet.

Wenn du auf einen zornigen Menschen zornig wirst,

machst du nur alles schlimmer für dich.

Wenn du auf einen zornigen Menschen nicht zornig wirst,

gewinnst du die Schlacht, die schwer zu gewinnen ist.

Wenn du weißt, dass der andere zornig ist,

handelst du zum Wohl beider,

deinem eigenen und dem des anderen,

wenn du achtsam bist und ruhig bleibst.

Menschen, die nicht mit der Lehre vertraut sind,

halten einen, der beide heilt,

sich selbst und den anderen,

für einen Toren.‘

Mönche und Nonnen, da selbst dieser Sakka der Götterfürst – während er von den Früchten seiner guten und schlechten Taten zehrt und als unumschränkter Gebieter über diese Götter der Dreiunddreißig herrscht – lobend über Geduld und Sanftmut spricht,

könnt ihr euch hier auszeichnen; denn ihr, die ihr in einer so gut erklärten Lehre und Schulung fortgezogen seid, könnt Geduld und Sanftmut entwickeln.“

Kommentar [1]