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Übersetzungen [20]

Mit Kassapa, dem nackten Asketen

Verbundene Lehrreden 12.17

2. Das Kapitel über Nahrung

Mit Kassapa, dem nackten Asketen

So habe ich es gehört:

Einmal hielt sich der Buddha bei Rājagaha auf, im Bambuswäldchen, am Futterplatz der Eichhörnchen.

Da kleidete der Buddha sich am Morgen an, nahm Schale und Robe und betrat Rājagaha zum Almosengang.

Der nackte Asket Kassapa sah den Buddha von Weitem kommen.

Er begab sich zum Buddha und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus.

Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten stellte Kassapa sich zur Seite hin und sagte zum Buddha:

„Ich würde den werten Gotama gerne zu einem bestimmten Punkt etwas fragen, wenn er die Zeit nehmen würde, mir zu antworten.“

„Kassapa, jetzt ist nicht die Zeit für Fragen.

Wir haben eine bewohnte Gegend betreten.“

Zum zweiten

und zum dritten Mal sprach Kassapa den Buddha an, und der Buddha gab die gleiche Antwort.

Darauf sagte Kassapa zum Buddha:

„Ich will nicht viel fragen.“

„Frage, was du möchtest, Kassapa.“

„Nun, werter Gotama, wird Leiden von einem selbst gemacht?“

„So nicht, Kassapa“, sagte der Buddha.

„Dann wird Leiden von jemand anderem gemacht?“

„So nicht, Kassapa“, sagte der Buddha.

„Nun, wird Leiden sowohl von einem selbst als auch von jemand anderem gemacht?“

„So nicht, Kassapa“, sagte der Buddha.

„Dann entsteht Leiden durch eine Abweichung, weder von einem selbst noch von jemand anderem gemacht?“

„So nicht, Kassapa“, sagte der Buddha.

„Nun, gibt es so etwas wie Leiden nicht?“

„Es ist nicht so, dass es kein Leiden gäbe.

Es gibt Leiden.“

„Dann erkennt und sieht der werte Gotama das Leiden nicht?“

„Es ist nicht so, dass ich Leiden nicht erkennen oder sehen würde.

Ich erkenne Leiden,

ich sehe Leiden.“

„Werter Gotama, wenn du all das gefragt wirst, sagst du: ‚So nicht.‘

Und doch sagst du, es gebe so etwas wie Leiden.

Und du sagst, du erkennst Leiden

und du siehst Leiden.

Herr, erkläre mir das Leiden!

Unterweise mich über das Leiden!“

„Angenommen, der, der die Tat begeht, und der, der das Ergebnis erfährt, wären ein und derselbe. Dann wäre Leiden für jemanden, der von Anbeginn an existierte, von ihm selbst gemacht. Wenn man so spricht, nimmt man an, dies sei ewig.

Angenommen, der, der die Tat begeht, wäre einer und der, der das Ergebnis erfährt, ein anderer. Dann wäre für jemanden, der von einem Gefühl getroffen wird, Leiden von jemand anderem gemacht. Wenn man so spricht, nimmt man an, dies werde vernichtet.

Der Klargewordene vermeidet diese beiden Extreme und lehrt den Dhamma auf die mittlere Art:

‚Unwissenheit ist die Bedingung für Willensbildungsprozesse.

Willensbildungsprozesse sind die Bedingung für Bewusstsein. …

So kommt diese ganze Masse des Leidens zustande.

Wenn Unwissenheit schwindet und restlos aufhört, hören Willensbildungsprozesse auf.

Wenn Willensbildungsprozesse aufhören, hört Bewusstsein auf. …

So hört diese ganze Masse des Leidens auf.‘“

Daraufhin sagte Kassapa zum Buddha:

„Vortrefflich, Herr! Vortrefflich!

Als würde er das Umgestürzte aufrichten oder das Verborgene enthüllen oder den Verirrten den Weg weisen oder im Dunkeln ein Licht anzünden, sodass Menschen mit klaren Augen sehen könnten, was da ist, so hat der Buddha die Lehre auf vielerlei Weise klargemacht.

Ich nehme Zuflucht zum Buddha, zur Lehre und zum Saṅgha der Mönche und Nonnen.

Herr, darf ich in Gegenwart des Buddha die Weihe des Fortziehens erhalten, die Ordination?“

„Kassapa, wenn jemand, der zuvor in einer anderen Konfession ordiniert war, in dieser Lehre und Schulung die Weihe des Fortziehens, die Ordination, erhalten möchte, hat er vier Monate Probezeit. Wenn die Mönche nach Ablauf von vier Monaten zufrieden sind, geben sie ihm die Weihe des Fortziehens, die Ordination zum Mönch.

Allerdings habe ich individuelle Unterschiede anerkannt.“

„Herr, wenn in einem solchen Fall vier Monate Probezeit erforderlich sind, werde ich vier Jahre auf Probe verbringen. Wenn die Mönche nach Ablauf von vier Jahren zufrieden sind, mögen sie mir die Weihe des Fortziehens geben, die Ordination zum Mönch.“

Und der nackte Asket Kassapa erhielt in Gegenwart des Buddha die Weihe des Fortziehens, die Ordination.

Nicht lange nach seiner Ordination gelangte der Ehrwürdige Kassapa, als er allein lebte, zurückgezogen, beflissen, eifrig und entschlossen, bald in eben diesem Leben zum äußersten Höhepunkt des geistlichen Lebens. Er lebte an dem Ziel, das er durch eigene Einsicht erkannt hatte, für welches ehrbare Menschen zu Recht aus dem Haus fortziehen ins hauslose Leben.

Er verstand: „Wiedergeburt ist beendet; das geistliche Leben ist erfüllt; was zu tun war, ist getan; es gibt nichts weiter für diesen Ort.“

Und der Ehrwürdige Kassapa wurde einer der Vollendeten.

Kommentar [1]