So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster des Anāthapiṇḍika.
Es begab sich da der Ehrwürdige Rāhula zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder.
Seitwärts sitzend sprach der Ehrwürdige Rāhula zum Erhabenen also: „Gut wäre es, o Herr, wenn mir der Erhabene so die Lehre zeigte, daß ich nach ihrem Hören einsam, abgesondert, unermüdlich, voller Eifer und Entschlossenheit weilen mag“.
„Was meinst du wohl, Rāhula:
(1.) Ist das Auge—das Ohr—die Nase—die Zunge—der Leib—der Geist unvergänglich oder vergänglich“? —„Vergänglich, o Herr“.
(2.) „Sind die Formen—die Töne—die Düfte—die Säfte—die Berührungen—die Geistobjekte unvergänglich oder vergänglich“?—„Vergänglich, o Herr“.
(3.) „Ist das Sehbewußtsein—das Hörbewußtsein—das Riechbewußtsein—das Schmeckbewußtsein—das Berührungsbewußtsein—das Denkbewußtsein unvergänglich oder vergänglich“?—„Vergänglich, o Herr“.
(4.) „Ist der Seheindruck—der Höreindruck—der Riecheindruck—der Schmeckeindruck—der Berührungseindruck—der Denkeindruck unvergänglich oder vergänglich“?—„Vergänglich, o Herr“.
(5.) „Ist das durch Seheindruck entstandene Gefühl—durch Hör-, Riech-, Schmeck-, Berührungs-, Denkeindruck entstandene Gefühl unvergänglich oder vergänglich“? —„Vergänglich, o Herr“.
(6.) „Ist die Formwahrnehmung—die Ton-, Duft-, Geschmacks-, Berührungswahrnehmung—die Wahrnehmung von Geistobjekten unvergänglich oder vergänglich“?—„Vergänglich, o Herr“.
(7.) „Ist der Wille nach Formen—nach Tönen—nach Düften—nach Geschmäcken—nach Berührungen—nach Geistobjekten unvergänglich oder vergänglich“?—„Vergänglich, o Herr“.
(8.) „Ist das Begehren nach Formen—nach Tönen—nach Düften—nach Geschmäcken—nach Berührungen— nach Geistobjekten unvergänglich oder vergänglich“?—„Vergänglich, o Herr“.
(9.) „Ist das Erdelement—das Wasserelement—das Feuerelement—das Windelement—das Raumelement—das Bewußtseinselement unvergänglich oder vergänglich“? —„Vergänglich, o Herr“.
(10.) „Ist Körperlichkeit—Gefühl—Wahrnehmung—sind die Gestaltungen—ist Bewußtsein unvergänglich oder vergänglich“?—„Vergänglich, o Herr“.
„Was aber vergänglich, ist das leidig oder freudig“?—„Leidig, o Herr“.—„Was nun vergänglich, leidig, wandelbar ist, ist es recht, dieses so anzusehen: ‚Dies ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst‘“?—„Gewiß nicht, o Herr“.
„So erkennend, o Rāhula, wendet sich der erfahrene, edle Jünger vom Auge … vom Bewußtsein ab.
Abgewandt wird er entsüchtet. Durch die Entsüchtung wird er befreit. Im Befreiten ist das Wissen: ‚Befreit bin ich‘!—‚Versiegt ist (künftige) Geburt, vollendet der Heilige Wandel, gewirkt das Werk, nichts weiteres mehr nach diesem hier‘!—So versteht er“.
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