Verbundene Lehrreden 22.102
10. Das Kapitel über Blumen
Die Wahrnehmung der Unbeständigkeit
In Sāvatthī.
„Mönche und Nonnen, wenn die Wahrnehmung der Unbeständigkeit entwickelt und gemehrt wird, beseitigt sie alle Begierde nach Sinnenfreuden, nach Wiedergeburt im Bereich der leuchtenden Form und nach Wiedergeburt in einem künftigen Dasein. Sie beseitigt alle Unwissenheit und rottet alle Einbildung ‚ich bin‘ aus.
Wie im Herbst der Bauer mit einem großen Pflug die Wurzelgeflechte zerreißt:
Ebenso beseitigt die Wahrnehmung der Unbeständigkeit, wenn sie entwickelt und gemehrt wird, alle Begierde nach Sinnenfreuden … und rottet alle Einbildung ‚ich bin‘ aus.
Wie ein Schilfschneider die Halme, wenn er sie geschnitten hat, an den Spitzen packt und sie herabschüttelt, herumschüttelt und ausschüttelt:
Ebenso beseitigt die Wahrnehmung der Unbeständigkeit, wenn sie entwickelt und gemehrt wird, alle Begierde nach Sinnenfreuden … und rottet alle Einbildung ‚ich bin‘ aus.
Wie wenn der Stängel eines Mangobüschels abgeschnitten wird: Alle Mangos, die an dem Stängel hängen, kommen mit.
Ebenso beseitigt die Wahrnehmung der Unbeständigkeit, wenn sie entwickelt und gemehrt wird, alle Begierde nach Sinnenfreuden … und rottet alle Einbildung ‚ich bin‘ aus.
Wie die Dachsparren eines Giebelhauses, die sich alle zum First lehnen, zum First streben, sich am First treffen, und der First als der oberste von allen gilt:
Ebenso beseitigt die Wahrnehmung der Unbeständigkeit, wenn sie entwickelt und gemehrt wird, alle Begierde nach Sinnenfreuden … und rottet alle Einbildung ‚ich bin‘ aus.
Wie von allen duftenden Wurzeln die Narde als die beste gilt:
Ebenso beseitigt die Wahrnehmung der Unbeständigkeit, wenn sie entwickelt und gemehrt wird, alle Begierde nach Sinnenfreuden … und rottet alle Einbildung ‚ich bin‘ aus.
Wie von allen duftenden Kernholzarten rotes Sandelholz als das beste gilt:
Ebenso beseitigt die Wahrnehmung der Unbeständigkeit, wenn sie entwickelt und gemehrt wird, alle Begierde nach Sinnenfreuden … und rottet alle Einbildung ‚ich bin‘ aus.
Wie von allen duftenden Blüten die Jasminblüte als die beste gilt:
Ebenso beseitigt die Wahrnehmung der Unbeständigkeit, wenn sie entwickelt und gemehrt wird, alle Begierde nach Sinnenfreuden … und rottet alle Einbildung ‚ich bin‘ aus.
Wie alle niederen Herrscher Lehnsleute eines Rad-drehenden Herrschers sind, und der Rad-drehende Herrscher als der vorderste von allen gilt:
Ebenso beseitigt die Wahrnehmung der Unbeständigkeit, wenn sie entwickelt und gemehrt wird, alle Begierde nach Sinnenfreuden … und rottet alle Einbildung ‚ich bin‘ aus.
Wie der Glanz aller Sterne nicht den sechzehnten Teil des Glanzes des Mondes wiegt, und der Glanz des Mondes als der beste von allen gilt:
Ebenso beseitigt die Wahrnehmung der Unbeständigkeit, wenn sie entwickelt und gemehrt wird, alle Begierde nach Sinnenfreuden … und rottet alle Einbildung ‚ich bin‘ aus.
Wie wenn zur Herbstzeit die Himmel klar und wolkenlos sind: Wenn die Sonne zum Himmelszelt aufsteigt und alle Dunkelheit aus dem Raum vertrieben hat, leuchtet und glüht und strahlt sie.
Ebenso beseitigt die Wahrnehmung der Unbeständigkeit, wenn sie entwickelt und gemehrt wird, alle Begierde nach Sinnenfreuden, nach Wiedergeburt im Bereich der leuchtenden Form und nach Wiedergeburt in einem künftigen Dasein. Sie beseitigt alle Unwissenheit und rottet alle Einbildung ‚ich bin‘ aus.
Und wie wird die Wahrnehmung der Unbeständigkeit entwickelt und gemehrt, sodass sie … alle Einbildung ‚ich bin‘ ausrottet?
‚So ist Form, so ist ihr Ursprung, so ihr Vergehen.
So ist Gefühl …
So ist Wahrnehmung …
So sind Willensbildungsprozesse …
So ist Bewusstsein, so ist sein Ursprung, so sein Vergehen.‘
So wird die Wahrnehmung der Unbeständigkeit entwickelt und gemehrt, sodass sie alle Begierde nach Sinnenfreuden, nach Wiedergeburt im Bereich der leuchtenden Form und nach Wiedergeburt in einem künftigen Dasein beseitigt. So beseitigt sie alle Unwissenheit und rottet alle Einbildung ‚ich bin‘ aus.“
Kommentar [1]
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