Wird geladen

Übersetzungen [18]

Mit Tissa

Verbundene Lehrreden 22.84

9. Das Kapitel mit Altehrwürdigen

Mit Tissa

In Sāvatthī.

Zu dieser Zeit nun unterrichtete der Ehrwürdige Tissa, der Cousin des Buddha von väterlicher Seite, mehrere Mönche:

„Geehrte, mein Körper fühlt sich an wie betäubt. Ich habe die Orientierung verloren, die Lehren wollen mir nicht einfallen und mein Geist ist ganz dumpf und benommen. Ich führe das geistliche Leben unzufrieden und zweifle an den Lehren.“

Da gingen mehrere Mönche und Nonnen zum Buddha, verbeugten sich, setzten sich zur Seite hin und berichteten ihm davon.

Da wandte sich der Buddha an einen Mönch:

„Bitte, Mönch, sag dem Mönch Tissa in meinem Namen, dass der Lehrer ihn rufen lässt.“

„Ja, Herr“, antwortete der Mönch. Er ging zu Tissa und sagte zu ihm:

„Geehrter Tissa, der Lehrer lässt dich rufen.“

„Ja, Geehrter“, antwortete Tissa. Er ging zum Buddha, verbeugte sich und setzte sich zur Seite hin. Der Buddha sagte zu ihm:

„Ist es wirklich wahr, Tissa, dass du mehrere Mönche darüber unterrichtet hast,

dass dein Körper sich anfühlt wie betäubt … und dass du an den Lehren zweifelst?“

„Ja, Herr.“

„Was denkst du, Tissa?

Wenn man nicht frei ist von Begehren, Sehnen, Zuneigung, Durst, Leidenschaft und Verlangen nach Form, und diese Form verfällt und geht zugrunde, führt das zu Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis?“

„Ja, Herr.“

„Gut, gut, Tissa!

So ist es, Tissa,

wenn man nicht frei ist von Begehren nach Form.

Wenn man nicht frei ist von Begehren nach Gefühl, und dieses Gefühl verfällt …

Wenn man nicht frei ist von Begehren nach Wahrnehmung …

Wenn man nicht frei ist von Begehren nach Willensbildungsprozessen …

Wenn man nicht frei ist von Begehren nach Bewusstsein, und dieses Bewusstsein verfällt und geht zugrunde, führt das zu Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis?“

„Ja, Herr.“

„Gut, gut, Tissa!

So ist es, Tissa,

wenn man nicht frei ist von Begehren nach Bewusstsein.

Was denkst du, Tissa?

Wenn man frei ist von Begehren, Sehnen, Zuneigung, Durst, Leidenschaft und Verlangen nach Form, und diese Form verfällt und geht zugrunde, führt das zu Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis?“

„Nein, Herr.“

„Gut, gut, Tissa!

So ist es, Tissa,

wenn man frei ist von Begehren nach Form …

nach Gefühl …

nach Wahrnehmung …

nach Willensbildungsprozessen …

und nach Bewusstsein.

Was denkst du, Tissa?

Ist Form beständig oder unbeständig?“

„Unbeständig, Herr.“

„Ist Gefühl …

Ist Wahrnehmung …

Sind Willensbildungsprozesse …

Ist Bewusstsein beständig oder unbeständig?“

„Unbeständig, Herr.“

„Daher solltest du jegliche Art … sehen …

Wenn er das sieht …

Er versteht: ‚… es gibt nichts weiter für diesen Ort.‘

Angenommen, Tissa, da wären zwei Menschen:

einer, der den Weg nicht kennt, und einer, der ihn kennt.

Derjenige, der den Weg nicht kennt, würde den befragen, der ihn kennt,

und der würde antworten:

‚Komm, werter Mann, das ist der Weg.

Geh eine Weile,

und du wirst eine Weggabelung sehen. Lass den linken Weg liegen und schlag den rechten ein.

Geh eine weitere Weile,

und du wirst ein dichtes Waldstück sehen.

Geh eine weitere Weile,

und du wirst eine ausgedehnte Sumpfniederung sehen.

Geh eine weitere Weile,

und du wirst eine hohe, steile Klippe sehen.

Geh eine weitere Weile,

und du wirst eine ebene, schön angelegte Landschaft sehen.‘

Ich habe mir dieses Gleichnis ausgedacht, um etwas deutlich zu machen.

Und das ist die Bedeutung:

‚Ein Mensch, der den Weg nicht kennt‘ ist ein Ausdruck für einen ungebildeten gewöhnlichen Menschen.

‚Ein Mensch, der den Weg kennt‘ ist ein Ausdruck für den Klargewordenen, den Vollendeten, den vollkommen erwachten Buddha.

‚Eine Weggabelung‘ ist ein Ausdruck für Zweifel.

‚Der linke Weg‘ ist ein Ausdruck für den falschen achtfachen Pfad: nämlich

falsche Ansicht … falsche Versenkung.

‚Der rechte Weg‘ ist ein Ausdruck für den edlen achtfachen Pfad: nämlich

rechte Ansicht … rechte Versenkung.

‚Ein dichtes Waldstück‘ ist ein Ausdruck für Unwissenheit.

‚Eine ausgedehnte Sumpfniederung‘ ist ein Ausdruck für Sinnenfreuden.

‚Eine hohe, steile Klippe‘ ist ein Ausdruck für Zorn und Gereiztheit.

‚Eine ebene, schön angelegte Landschaft‘ ist ein Ausdruck für das Erlöschen.

Freue dich, Tissa, freue dich!

Ich bin hier, um euch zu unterweisen, euch zu helfen und euch zu lehren.“

Das sagte der Buddha.

Zufrieden begrüßte der Ehrwürdige Tissa die Worte des Buddha.

Kommentar [1]