Verbundene Lehrreden 22.89
9. Das Kapitel mit Altehrwürdigen
Mit Khemaka
Einmal hielten sich mehrere altehrwürdige Mönche und Nonnen bei Kosambī auf, in Ghositas Kloster.
Zu dieser Zeit nun hielt sich der Ehrwürdige Khemaka im Brustbeerbaumkloster auf, und er war mitgenommen, leidend, schwer krank.
Diese altehrwürdigen Mönche und Nonnen kamen am späten Nachmittag aus ihrer Klausur und wandten sich an den Ehrwürdigen Dāsaka:
„Bitte, geehrter Dāsaka, gehe zu dem Mönch Khemaka und sage zu ihm:
‚Geehrter Khemaka, die Altehrwürdigen hoffen,
es geht dir leidlich, sie hoffen, du kommst zurecht. Und sie hoffen, dass der Schmerz nachlässt und nicht zunimmt, dass ein Nachlassen ersichtlich ist, kein Zunehmen.‘“
„Ja, Geehrte“, antwortete Dāsaka. Er ging zum Ehrwürdigen Khemaka und sagte zu ihm:
„Geehrter Khemaka, die Altehrwürdigen hoffen,
es geht dir leidlich, sie hoffen, du kommst zurecht. Und sie hoffen, dass der Schmerz nachlässt und nicht zunimmt, dass ein Nachlassen ersichtlich ist, kein Zunehmen.“
„Geehrter, es geht mir nicht leidlich, ich komme nicht zurecht. Der Schmerz ist schrecklich und nimmt zu, er lässt nicht nach, ein Zunehmen ist ersichtlich, kein Nachlassen.“
Da ging Dāsaka zu diesen Altehrwürdigen und übermittelte Khemakas Antwort. Sie sagten:
„Bitte, geehrter Dāsaka, gehe zu dem Mönch Khemaka und sage zu ihm:
‚Geehrter Khemaka, die Altehrwürdigen sagen,
vom Buddha seien diese fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate gelehrt worden: nämlich
das mit Ergreifen verbundene Aggregat der Form, das des Gefühls, das der Wahrnehmung, das der Willensbildungsprozesse und das des Bewusstseins.
Betrachtest du irgendeins dieser fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate als Selbst oder zum Selbst gehörig?‘“
„Ja, Geehrte“, antwortete Dāsaka. Er überbrachte dem Ehrwürdigen Khemaka ihre Botschaft, und dieser antwortete:
„Vom Buddha wurden diese fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate gelehrt: nämlich
das mit Ergreifen verbundene Aggregat der Form, das des Gefühls, das der Wahrnehmung, das der Willensbildungsprozesse und das des Bewusstseins.
Ich betrachte keins dieser fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate als Selbst oder zum Selbst gehörig.“
Da ging Dāsaka zu diesen Altehrwürdigen und übermittelte Khemakas Antwort. Sie sagten:
„Bitte, geehrter Dāsaka, gehe zu dem Mönch Khemaka und sage zu ihm:
‚Geehrter Khemaka, die Altehrwürdigen sagen,
vom Buddha seien diese fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate gelehrt worden: nämlich
das mit Ergreifen verbundene Aggregat der Form, das des Gefühls, das der Wahrnehmung, das der Willensbildungsprozesse und das des Bewusstseins.
Wenn der Ehrwürdige Khemaka, wie es scheint, keins dieser fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate als Selbst oder zum Selbst gehörig betrachtet,
dann ist er ein Vollendeter, der die Befleckungen aufgelöst hat.‘“
„Ja, Geehrte“, antwortete Dāsaka. Er überbrachte dem Ehrwürdigen Khemaka ihre Botschaft, und dieser antwortete:
„Vom Buddha wurden diese fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate gelehrt: nämlich
das mit Ergreifen verbundene Aggregat der Form, das des Gefühls, das der Wahrnehmung, das der Willensbildungsprozesse und das des Bewusstseins.
Ich betrachte keins dieser fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate als Selbst oder zum Selbst gehörig. Dennoch bin ich kein Vollendeter, der die Befleckungen aufgelöst hat.
Denn in Bezug auf die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate bin ich von der Einbildung ‚ich bin‘ nicht frei. Aber ich betrachte nichts als ‚ich bin das‘.“
Da ging Dāsaka zu diesen Altehrwürdigen und übermittelte Khemakas Antwort. Sie sagten:
„Bitte, geehrter Dāsaka, gehe zu dem Mönch Khemaka und sage zu ihm:
‚Geehrter Khemaka, die Altehrwürdigen fragen:
Wovon sprichst du, wenn du „ich bin“ sagst?
Ist es Form, oder ist es außerhalb von Form?
Ist es Gefühl …
Ist es Wahrnehmung …
Sind es Willensbildungsprozesse …
Ist es Bewusstsein, oder ist es außerhalb von Bewusstsein?
Wovon sprichst du, wenn du „ich bin“ sagst?‘“
„Ja, Geehrte“, antwortete Dāsaka. Er überbrachte dem Ehrwürdigen Khemaka ihre Botschaft, und dieser antwortete:
„Genug, geehrter Dāsaka! Wozu dieses Hin- und Herrennen?
Bring mir meinen Stock,
ich werde selbst zu den altehrwürdigen Mönchen und Nonnen gehen.“
Und der Ehrwürdige Khemaka ging, auf einen Stock gestützt, zu den altehrwürdigen Mönchen und Nonnen und tauschte Willkommensgrüße mit ihnen aus.
Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin. Die Altehrwürdigen sagten zu ihm:
„Geehrter Khemaka, wovon sprichst du, wenn du ‚ich bin‘ sagst?
Ist es Form, oder ist es außerhalb von Form?
Ist es Gefühl …
Ist es Wahrnehmung …
Sind es Willensbildungsprozesse …
Ist es Bewusstsein, oder ist es außerhalb von Bewusstsein?
Wovon sprichst du, wenn du ‚ich bin‘ sagst?“
„Geehrte, ich sage nicht ‚ich bin‘ in Bezug auf Form, noch etwas außerhalb von Form.
Ich sage nicht ‚ich bin‘ in Bezug auf Gefühl …
in Bezug auf Wahrnehmung …
in Bezug auf Willensbildungsprozesse …
in Bezug auf Bewusstsein, noch etwas außerhalb von Bewusstsein.
Denn in Bezug auf die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate bin ich von der Einbildung ‚ich bin‘ nicht frei. Aber ich betrachte nichts als ‚ich bin das‘.
Wie der Duft einer blauen Seerose oder einer rosa oder weißen Lotusblume:
Wäre es richtig, zu sagen, der Duft gehört zu den Blütenblättern oder zum Stängel oder zum Stempel?“
„Nein, Geehrter.“
„Wie soll man dann sagen, Geehrte?“
„Es wäre richtig, zu sagen, der Duft gehört zu der Blume.“
„Ebenso, Geehrte, sage ich nicht ‚ich bin‘ in Bezug auf Form, noch etwas außerhalb von Form.
Ich sage nicht ‚ich bin‘ in Bezug auf Gefühl …
in Bezug auf Wahrnehmung …
in Bezug auf Willensbildungsprozesse …
in Bezug auf Bewusstsein, noch etwas außerhalb von Bewusstsein.
Denn in Bezug auf die fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregate bin ich von der Einbildung ‚ich bin‘ nicht frei. Aber ich betrachte nichts als ‚ich bin das‘.
Obwohl ein edler Schüler die fünf niederen Fesseln aufgegeben hat, hat er noch einen anhaltenden Rest der Einbildung ‚ich bin‘, des Sehnens nach ‚ich bin‘ und der zugrunde liegenden Neigung ‚ich bin‘, der noch nicht ausgerottet ist.
Nach einiger Zeit meditiert er, indem er Aufstieg und Untergang bei den fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregaten beobachtet.
‚So ist Form, so ist ihr Ursprung, so ihr Vergehen.
So ist Gefühl …
So ist Wahrnehmung …
So sind Willensbildungsprozesse …
So ist Bewusstsein, so ist sein Ursprung, so sein Vergehen.‘
Während er das tut, wird dieser anhaltende Rest ausgerottet.
Wie ein Tuch, das schmutzig und fleckig ist, und die Besitzer geben es zu einem Wäscher:
Der Wäscher knetet es gründlich mit Salz, Lauge und Kuhmist und spült es in klarem Wasser aus.
Obwohl das Tuch rein und hell ist, hat es noch einen anhaltenden Geruch nach Salz, Lauge oder Kuhmist, der noch nicht ausgerottet ist.
Der Wäscher bringt es den Besitzern zurück, und diese verwahren es in einer Duftschatulle.
Und dabei wird der anhaltende Geruch ausgerottet.
Ebenso hat ein edler Schüler, obwohl er die fünf niederen Fesseln aufgegeben hat, noch einen anhaltenden Rest der Einbildung ‚ich bin‘, des Sehnens nach ‚ich bin‘ und der zugrunde liegenden Neigung ‚ich bin‘, der noch nicht ausgerottet ist.
Nach einiger Zeit meditiert er, indem er Aufstieg und Untergang bei den fünf mit Ergreifen verbundenen Aggregaten beobachtet.
‚So ist Form, so ist ihr Ursprung, so ihr Vergehen.
So ist Gefühl …
So ist Wahrnehmung …
So sind Willensbildungsprozesse …
So ist Bewusstsein, so ist sein Ursprung, so sein Vergehen.‘
Während er das tut, wird dieser anhaltende Rest ausgerottet.“
Darauf sagten die altehrwürdigen Mönche und Nonnen zu dem Ehrwürdigen Khemaka:
„Wir wollten den Ehrwürdigen Khemaka mit unseren Fragen nicht plagen. Aber du bist in der Lage, die Anleitung des Buddha ausführlich zu erklären, zu lehren, festzustellen, zu etablieren, klarzustellen, aufzugliedern und zu enthüllen.
Und das hast du gerade getan.“
Das sagte der Ehrwürdige Khemaka.
Zufrieden begrüßten die altehrwürdigen Mönche und Nonnen die Worte des Ehrwürdigen Khemaka.
Und während diese Lehrrede gesprochen wurde, wurde der Geist von sechzig altehrwürdigen Mönchen und Nonnen und der des Ehrwürdigen Khemaka durch Nicht-Ergreifen von den Befleckungen befreit.
Kommentar [1]
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