Wird geladen

Übersetzungen [18]

Der Duftdieb

Verbundene Lehrreden 9.14

1. Das Kapitel über den Wald

Der Duftdieb

Einmal hielt sich einer der Mönche im Land der Kosaler in einem gewissen Waldstück auf.

Zu dieser Zeit tauchte dieser Mönch nach dem Essen, als er vom Almosengang zurückkam, in einen Lotusteich ein und roch an einem rosafarbenen Lotus.

Eine Gottheit, die in diesem Waldstück hauste, fühlte Anteilnahme für diesen Mönch und war auf sein Wohl bedacht. Sie begab sich zu ihm in der Absicht, ihn aufzurütteln, und redete ihn mit einer Strophe an:

„Diese Wasserblume wurde dir nicht gegeben.

Wenn du daran riechst,

ist das ein Faktor von Diebstahl.

Kamerad, du bist ein Duftdieb!“

„Ich nehme nicht, noch zerbreche ich;

ich rieche von Weitem an der Wasserblume.

Wie erklärst du,

dass du mich einen Duftdieb nennst?

Warum beschuldigst du nicht

einen mutwilligen Vandalen,

der Wurzeln ausgräbt

oder Blumen abbricht?“

„Einem Menschen, der ein derber Vandale ist,

schmutzig wie eine gebrauchte Windel,

habe ich nichts zu sagen.

Du verdienst es, dass man zu dir spricht.

Für einen reinen Mann ohne Makel,

der stets Reinheit sucht,

erscheint selbst eine Haarspitze von Bösem

groß wie eine Wolke.“

„Wahrhaftig, Geist, verstehst du mich

und nimmst Anteil an mir.

Bitte sprich mich wieder an,

wenn du etwas Derartiges siehst.“

„Wir sind nicht von dir abhängig,

noch sind wir dein Diener.

Du selbst, Mönch, solltest den Weg kennen,

der zu einem guten Ort führt.“

Von dieser Gottheit angetrieben, wurde dieser Mönch von einem Gefühl der Dringlichkeit ergriffen.

Die Verbundenen Lehrreden im Wald sind abgeschlossen.

Kommentar [1]