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Übersetzungen [55]

Die Lehrrede über die Liebe

Lehrreden-Sammelband 1.8

Die Lehrrede über die Liebe

Die, die in der Bedeutung der Texte bewandert sind,

sollten üben wie folgt, um den Zustand des Friedens zu verwirklichen:

Fähig seien sie und aufrecht, sehr aufrecht,

zugänglich, nachgiebig, bescheiden.

Zufrieden sollen sie sein und nicht zur Last fallen,

nicht geschäftig; genügsam sollen sie leben,

wach, die Sinne gestillt,

höflich, ohne sich bei Familien einzuschmeicheln.

Sie sollen nicht das Geringste tun,

das andere aus gutem Grund tadeln könnten.

Dass sie doch glücklich und sicher wären!

Dass doch alle Wesen glücklich wären!

Was es auch an lebenden Geschöpfen gibt,

ohne eines auszulassen –

kräftig oder zart, lang oder groß,

mittel, klein, winzig oder rundlich,

gesehen oder nicht gesehen,

fern oder nah,

die geboren sind und im Begriff stehen, geboren zu werden –

dass doch alle Wesen glücklich wären!

Dass niemand einen anderen täusche,

noch auf irgendjemanden irgendwo herabschaue.

Auch wenn sie verärgert oder gekränkt sind:

Dass sie einander keinen Schmerz wünschen.

So wie eine Mutter ihr Kind,

ihr einziges Kind mit ihrem Leben schützen würde,

genauso soll man für alle Geschöpfe

sein Herz grenzenlos entfalten.

Voller Liebe zur ganzen Welt

soll man sein Herz grenzenlos entfalten,

nach oben, nach unten, ringsumher,

unbeschränkt, ohne Feindschaft oder Gegner.

Ob man steht, geht, sitzt

oder liegt und nicht erschöpft ist,

man behalte das stets im Sinn;

denn das, so heißt es, ist eine göttliche Meditation in diesem Leben.

Wenn man schädliche Ansichten vermeidet,

tugendhaft ist und die Einsicht vervollkommnet hat,

wenn Begierde nach Sinnenfreuden beseitigt ist,

kehrt man nie mehr in einen Schoß zurück.

Kommentar [2]