Lehrreden-Sammelband 5.5
Die Fragen des Vedenstudenten Mettagū
„Ich frage dich, Gesegneter; bitte sag mir das“,
sagte der Ehrwürdige Mettagū,
„denn ich denke, du bist ein Wissensmeister, entwickelt.
Woher kommen all diese Leiden
in all ihren zahllosen Formen in der Welt?“
„Du hast mich richtig nach der Herkunft des Leidens gefragt“,
sagte der Buddha zu Mettagū,
„ich werde es dir sagen, so wie ich es verstehe.
Bindungen sind die Quelle des Leidens
in all seinen zahllosen Formen in der Welt.
Wenn ein unwissender Mensch Bindungen aufbaut,
kehrt dieser Einfaltspinsel wieder und wieder zum Leiden zurück.
Daher soll jemand, der versteht, keine Bindungen aufbauen
und das Zustandekommen von Leiden und Wiedergeburt betrachten.“
„Was ich dich auch gefragt habe, hast du mir erklärt.
Ich frage dich ein weiteres Mal, bitte sag mir dieses:
Wie überqueren die Bedächtigen die Flut
von Wiedergeburt, Alter, Kummer und Klage?
Bitte, Abgeklärter, antworte mir klar,
denn du verstehst wahrhaftig diese Sache.“
„Ich werde für dich eine Lehre rühmen“,
sagte der Buddha zu Mettagū,
„die in diesem Leben ersichtlich ist, nicht auf Überlieferung beruht.
Wenn er sie verstanden hat, kann einer, der achtsam lebt,
über das Klammern an der Welt hinausgehen.“
„Und ich, großer Seher, erfreue mich
an dieser höchsten Lehre,
mit der einer, der achtsam lebt, wenn er sie verstanden hat,
über das Klammern an der Welt hinausgehen kann.“
„Wenn du Genießen und Dogmatismus“,
sagte der Buddha zu Mettagū,
„in Bezug auf alles, dessen du gewahr bist, beseitigt hast –
oben, unten, ringsumher und dazwischen –,
das Bewusstsein beiseite geschoben, setze das Dasein nicht fort.
Ein Mönch, der wandert, indem er so meditiert,
achtsam und beflissen, der nichts sein eigen nennt, ein Erkennender,
er würde das Leiden von Wiedergeburt, Alter, Kummer und Klage
eben hier aufgeben.“
„Ich freue mich an den Worten des großen Sehers!
Die Freiheit von Bindungen hast du gut erklärt, Gotama.
Der Buddha hat gewiss das Leiden aufgegeben,
denn du verstehst wahrhaftig diese Sache.
Die, die du Abgeklärter fortlaufend unterweist,
würden sicherlich auch das Leiden aufgeben.
Da ich dir begegnet bin, du Riese, verbeuge ich mich besonders vor dir;
der Buddha werde, so hoffe ich, mich fortlaufend unterweisen.“
„Jeder Brahmane, der als Wissensmeister anerkannt ist,
der nichts hat, nicht am sinnlichen Dasein hängt,
hat diese Flut gewiss überquert,
ist zum anderen Ufer gelangt, gütig, wunschlos.
Und ein Erkennender hier, ein Wissensmeister,
der die Fessel an aufeinanderfolgende Leben gelöst hat,
frei von Verlangen, unbeschwert, der keine Hoffnung braucht,
er hat Wiedergeburt und Alter überquert, erkläre ich.“
Kommentar [1]
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