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Übersetzungen [11]

Pārāpariya (3)

Strophen der altehrwürdigen Mönche 16.10

Das Zwanzigerbuch

1. Das erste Kapitel

Pārāsariya (3)

Dieser Gedanke kam dem Asketen

im blütenübersäten Wald,

als er allein dasaß

und abgeschieden meditierte:

„Das Verhalten der Mönche und Nonnen

scheint heute anders als damals,

als der Beschützer der Welt,

der beste der Menschen, noch hier war.

Sie trugen ihre Roben nur, um die Schamteile zu bedecken

und sich vor Kälte und Wind zu schützen.

Sie hielten beim Essen Maß,

zufrieden mit allem, was sie erhielten.

Ob das Essen grob oder erlesen war,

wenig oder viel,

sie aßen nur zu ihrem Erhalt,

ohne Gier oder Gefräßigkeit.

Nach den Bedarfsgegenständen des Lebens

wie Stärkungsmitteln und anderen Hilfsmitteln

waren sie nicht so begierig

wie nach der Auflösung der Befleckungen.

In der Wildnis, am Fuß eines Baumes,

in Höhlen und Kavernen

pflegten sie Abgeschiedenheit

und lebten mit nur diesem Ziel.

Sie waren einfache Dinge gewohnt, fielen nicht zur Last,

waren nachgiebig, nicht wichtigtuerisch im Herzen,

fleckenlos, nicht großmäulig,

ihre Gedanken auf das Ziel gerichtet.

Darum weckten sie Zuversicht

mit ihrer Art, sich zu bewegen, zu essen und zu üben;

Ihr Betragen war so ebenmäßig

wie ein Strom von Öl.

Mit der endgültigen Auflösung aller Befleckungen

sind diese altehrwürdigen Mönche nun verloschen.

Sie meditierten großartig, waren große Wohltäter –

solche wie sie gibt es heute wenige.

Mit der Auflösung

von guten Grundsätzen und Weisheit

ist die Lehre des Siegers, die alle ausgezeichneten Eigenschaften besitzt,

zerfallen.

Das ist die Zeit

für schlechte Grundsätze und Befleckungen.

Die, die zur Abgeschiedenheit bereit sind,

sind alles, was vom wahren Dhamma übrig ist.

Die Befleckungen nehmen zu

und ergreifen von den meisten Menschen Besitz;

sie spielen mit Toren, so scheint es mir,

wie Ungeheuer mit Verrückten.

Von Befleckungen überwältigt

rennen sie hierhin und dahin

zwischen den Grundlagen für Befleckungen,

als hätten sie sich selbst den Krieg erklärt.

Sie haben die wahre Lehre aufgegeben

und streiten miteinander.

Sie folgen Irrlehren

und denken: ‚Das ist besser.‘

Vermögen, Kind und Frau

schneiden sie ab und ziehen fort.

Doch dann tun sie, was sie nicht tun sollten,

um eines schäbigen Löffels Almosen willen.

Sie essen, bis ihr Bauch voll ist,

dann liegen sie auf dem Rücken und schlafen.

Wenn sie aufwachen, reden sie fortwährend

die Art von Rede, die der Lehrer tadelte.

Sie schätzen alle Künste und Handwerke

und schulen sich darin.

Sie denken, innerlich nicht zur Ruhe gekommen:

‚Das ist das Ziel des Asketenlebens.‘

Sie versorgen Hausbesitzer

mit Ton, Öl und Puder,

mit Wasser, Unterkünften und Speisen

und erwarten im Gegenzug mehr.

Hinzu kommen Zahnstocher, Portiablüten,

Blumen, essbare Speisen,

gut gekochte Almosenspeise,

Mangos und Amlas.

Bei der Medizin sind sie wie Ärzte,

bei Geschäften wie Hausbesitzer,

beim Make-up wie Hetären

und beim Herrschen wie Adlige.

Betrüger, Schwindler,

falsche Zeugen, Heimlichtuer:

Mit vielen Absichten

genießen sie die fleischlichen Dinge.

Sie betreiben Augenwischerei, Erfindungsreichtum und Pläne

und sammeln mit solchen Mitteln

für ihren eigenen Lebenserwerb

viel Vermögen an.

Sie versammeln die Gemeinschaft

für Geschäfte statt für den Dhamma.

Sie lehren andere den Dhamma

um des Gewinns, nicht um des Ziels willen.

Die, die vom Saṅgha abgeschnitten sind,

streiten über den Besitz des Saṅgha.

Sie sind gewissenlos und schämen sich nicht,

von den Einkünften anderer zu leben.

Manche mit geschorenem Kopf und Robe

sind nicht der Übung geweiht,

sondern wollen nur geehrt werden,

besessen von Besitz und Ehre.

Wenn es so weit gekommen ist,

ist es heute nicht leicht,

zu erkennen, was noch nicht erkannt ist,

oder zu bewahren, was erkannt ist.

Barfuß auf einem dornigen Pfad

würde man äußerst achtsam gehen;

so soll ein Abgeklärter

im Dorf gehen.

Wenn man sich an die Yogis von einst erinnert

und ihr Verhalten betrachtet,

kann man selbst in den späten Tagen

noch verwirklichen, was frei vom Tod ist.“

Das sprach im Salbaumwäldchen

der Asket, dessen Fähigkeiten vollkommen entwickelt waren.

Der Brahmane, der Seher, erlosch,

beendete alle künftigen Leben.

Kommentar [2]