Wird geladen

Übersetzungen [19]

Rohinī

Strophen der altehrwürdigen Nonnen 13.2

Das Zwanzigerbuch

Rohinī

„Mit ‚Asketen‘ auf den Lippen bist du eingeschlafen,

mit ‚Asketen‘ auf den Lippen bist du aufgewacht.

Du preist nur Asketen, werte Dame –

sicherlich wirst du eine Asketin werden.

Du gibst Asketen

reichlich Speise und Trank.

Ich frage dich jetzt, Rohinī:

Was ist dir an den Asketen lieb?

Sie arbeiten nicht gern, sind faul,

sie leben von Spenden;

stets erwartungsvoll, gierig nach Süßigkeiten –

was ist dir an den Asketen lieb?“

„Papa, du fragst mich schon lange

über Asketen aus.

Ich will für dich

ihre Weisheit, Tugend und Tatkraft rühmen.

Sie arbeiten gern und sind nicht faul;

indem sie Gier und Hass aufgeben,

verrichten sie die beste Arbeit –

das ist mir an den Asketen lieb.

Die drei Wurzeln des Bösen

schütteln sie durch reine Taten ab.

Alle Bosheit haben sie aufgegeben –

das ist mir an den Asketen lieb.

Ihre körperlichen Handlungen sind rein,

die sprachlichen Handlungen ebenso,

auch die Handlungen mit dem Geist sind rein –

das ist mir an den Asketen lieb.

Unbefleckt wie die Schale einer Meeresschnecke

sind sie innen und außen rein,

voller heller Eigenschaften –

das ist mir an den Asketen lieb.

Sie sind gelehrt und haben die Lehre im Gedächtnis,

sind edel und leben rechtschaffen,

sie lehren die Lehre und die Bedeutung –

das ist mir an den Asketen lieb.

Sie sind gelehrt und haben die Lehre im Gedächtnis,

sind edel und leben rechtschaffen,

mit geeintem Geist und achtsam –

das ist mir an den Asketen lieb.

Sie wandern weit und sind achtsam,

beim Ratgeben sind sie bedacht, nicht rastlos,

sie verstehen das Ende des Leidens –

das ist mir an den Asketen lieb.

Wenn sie aus einem Dorf weggehen,

schauen sie nicht sehnsüchtig zurück,

sondern ziehen ohne Sorgen weiter –

das ist mir an den Asketen lieb.

Sie horten keine Güter in Vorratskammern,

noch in Krügen oder Körben.

Sie suchen Nahrung, die andere zubereitet haben –

das ist mir an den Asketen lieb.

Sie nehmen keine Goldmünzen an

noch ungemünztes Gold oder Silber;

sie leben von dem, was sie heute vorfinden –

das ist mir an den Asketen lieb.

Sie sind von verschiedenen Familien fortgezogen,

aus verschiedenen Ländern gar,

und doch lieben alle einander –

das ist mir an den Asketen lieb.“

„Werte Rohinī, es ist wahrhaftig ein Segen für uns,

dass du in unserer Familie geboren wurdest!

Zum Buddha, seiner Lehre und dem Saṅgha

hast du Vertrauen, du hast eifrige Achtung.

Denn du verstehst

dieses unübertreffliche Feld für Verdienst.

Diese Asketen werden von jetzt an

auch unsere religiöse Gabe erhalten.

Denn da werden wir unser Opfer hingeben,

und es soll überaus fruchtbar sein.“

„Wenn du das Leiden fürchtest,

wenn dir das Leiden nicht lieb ist,

nimm Zuflucht zum Buddha, dem Unberührten,

zu seiner Lehre und zum Saṅgha.

Nimm die Tugendregeln auf,

das wird segensreich für dich sein.“

„Ich nehme Zuflucht zum Buddha, dem Unberührten,

zu seiner Lehre und zum Saṅgha.

Ich nehme die Tugendregeln auf,

das wird segensreich für mich sein.

Früher war ich Brahmane nur der Verwandtschaft nach,

jetzt bin ich tatsächlich ein Brahmane.

Meister des dreifachen Wissens, ein Gelehrter bin ich,

ein Wissensmeister, ein gebadeter Eingeweihter.“

Kommentar [2]