Mit Ambaṭṭha

So habe ich es gehört: Einmal wanderte der Buddha mit einem großen Saṅgha von fünfhundert Mönchen und Nonnen durch das Land der Kosaler. Er kam zu einem Dorf der Kosaler Brahmanen mit Namen Icchānaṅgala. Dort hielt er sich in einem Wald bei Icchānaṅgala auf.

1. Der Abschnitt über Pokkharasāti

Damals residierte der Brahmane Pokkharasāti in Ukkaṭṭhā. Es war ein Krongut, von König Pasenadi von Kosala verliehen, das von Lebewesen wimmelte und reichlich Heu, Wald, Wasser und Getreide besaß, ein königlicher Park, der einem Brahmanen geschenkt war. Pokkharasāti hörte:

„Es scheint, der Asket Gotama – ein Sakyer, der von einer Familie der Sakyer fortgezogen ist – ist in Icchānaṅgala angekommen und hält sich in einem Wald in der Nähe auf. Er hat diesen guten Ruf: ‚Dieser Gesegnete ist vollendet, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die üben wollen, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet.‘ Er hat diese Welt – mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, mit dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen – durch eigene Einsicht erkannt und erklärt sie anderen. Er verkündet eine Lehre, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut ist, bedeutsam und gut ausgedrückt. Und er legt eine geistliche Übung dar, die ganz vollständig und rein ist. Es ist gut, solche Vollendeten zu sehen.“

2. Der Vedenstudent Ambaṭṭha

Nun hatte Pokkharasāti zu dieser Zeit einen Vedenstudenten namens Ambaṭṭha als Zögling. Er sagte die Hymnen auf und hatte sie im Gedächtnis und hatte die drei Veden gemeistert zusammen mit ihrem Wortschatz und der Liturgie, der Lautlehre und der Worterklärung sowie dem Testament als fünftem. Er kannte den Wortlaut und die Grammatik und war mit der Kosmologie und mit den Kennzeichen eines großen Mannes vertraut. Er war als Meister im textlichen Erbe der drei Veden seines eigenen Lehrmeisters legitimiert worden mit den Worten: „Was ich weiß, das weißt du. Und was du weißt, das weiß ich.“

Da wandte sich Pokkharasāti an Ambaṭṭha: „Lieber Ambaṭṭha, der Asket Gotama – ein Sakyer, der von einer Familie der Sakyer fortgezogen ist – ist in Icchānaṅgala angekommen und hält sich in einem Wald in der Nähe auf. Er hat diesen guten Ruf: ‚Dieser Gesegnete ist vollendet …‘ … Es ist gut, solche Vollendeten zu sehen. Bitte, lieber Ambaṭṭha, geh zum Asketen Gotama und finde heraus, ob er seinem Ruf gerecht wird oder nicht. Durch dich werde ich von Herrn Gotama erfahren.“

„Aber Herr, wie soll ich herausfinden, ob der Asket Gotama seinem Ruf gerecht wird oder nicht?“

„Lieber Ambaṭṭha, die 32 Kennzeichen eines großen Mannes wurden in unseren Hymnen überliefert. Für einen großen Mann, der diese besitzt, gibt es zwei mögliche Schicksale, kein anderes: Wenn er zu Hause bleibt, wird er ein König, ein Rad-drehender Herrscher, ein gerechter und prinzipientreuer König. Sein Herrschaftsgebiet erstreckt sich nach allen vier Seiten, er erreicht Stabilität im Land und besitzt die sieben Juwelen. Diese sieben Juwelen sind das Rad, der Elefant, das Pferd, der Edelstein, die Frau, der Hausbesitzer und der Befehlshaber als siebtes Juwel. Er hat über tausend Söhne, wacker und heldenhaft, die die Heere seiner Feinde zermalmen. Wenn er dieses vom Meer umspülte Land erobert hat, herrscht er nach Prinzipien, ohne Stock oder Schwert. Doch wenn er aus dem Haus fortzieht ins hauslose Leben, wird er ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha, der den Schleier von der Welt wegzieht. Aber, lieber Ambaṭṭha, ich bin der, der die Hymnen gibt, und du bist der, der sie erhält.“

„Ja, Herr“, antwortete Ambaṭṭha. Er erhob sich von seinem Sitz, verbeugte sich und umrundete Pokkharasāti respektvoll, die rechte Seite ihm zugewandt. Er bestieg einen von Stuten gezogenen Wagen und brach zusammen mit mehreren jungen Vedenstudenten zum Wald bei Icchānaṅgala auf. Er fuhr mit der Kutsche, soweit es das Gelände erlaubte, stieg dann ab und betrat zu Fuß das Kloster.

Zu der Zeit gingen gerade mehrere Mönche und Nonnen achtsam im Freien auf und ab. Da ging der Vedenstudent Ambaṭṭha zu diesen Mönchen und Nonnen und sagte: „Gute Herren, wo ist Herr Gotama jetzt? Denn wir sind hergekommen, um ihn zu sehen.“

Da dachten diese Mönche und Nonnen: „Dieser Ambaṭṭha kommt von einer namhaften Familie, und er ist der Zögling des namhaften Brahmanen Pokkharasāti. Der Buddha wird nichts dagegen haben, mit einem solchen ehrbaren Menschen ein Gespräch zu führen.“

Sie sagten zu Ambaṭṭha: „Ambaṭṭha, das hier ist seine Hütte, die Tür ist geschlossen. Nähere dich leise und ohne Eile; geh zur Veranda, räuspere dich und klopfe an die Tür. Der Buddha wird die Tür öffnen.“

Da begab sich der Vedenstudent Ambaṭṭha zur Hütte des Buddha, räusperte sich und klopfte, und der Buddha öffnete die Tür. Ambaṭṭha und die jungen Vedenstudenten betraten die Hütte. Die jungen Vedenstudenten tauschten mit dem Buddha Willkommensgrüße aus, und nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzten sie sich zur Seite hin. Aber obwohl der Buddha saß, sprach Ambaṭṭha das eine oder andere höfliche Wort, während er umherging oder stand.

Da sagte der Buddha zu ihm: „Ambaṭṭha, führst du so eine Diskussion mit älteren und ehrwürdigen Brahmanen, den Lehrmeistern der Lehrmeister: umhergehend oder stehend, während ich sitze, und das eine oder andere höfliche Wort sprechend?“

2.1. Der erste Gebrauch des Wortes „Primitive“

„Nein, Herr Gotama. Denn für einen Brahmanen ist es angebracht, sich mit einem anderen Brahmanen zu unterhalten, während beide gehen, stehen, sitzen oder liegen. Aber mit diesen glatzköpfigen Pfaffen, diesen falschen Asketen, diesen Primitiven, dieser schwarzen Ausgeburt aus den Füßen unseres Verwandten, mit ihnen unterhalte ich mich, wie ich es jetzt mit Herrn Gotama tue.“

„Aber Ambaṭṭha, du musst mit einem bestimmten Ziel hierhergekommen sein. Du solltest den Geist darauf richten. Obwohl dieser Ambaṭṭha nicht qualifiziert ist, denkt er, er sei qualifiziert. Was ist das anders als Mangel an Qualifikation?“

Auf diese Worte wurde Ambaṭṭha zornig und aufgebracht über den Buddha, weil er ihn als nicht qualifiziert bezeichnet hatte. Er fiel sogar über den Buddha selbst her und zerriss sich das Maul über ihn: „Der Asket Gotama wird geschlagen werden!“ Er sagte zum Buddha: „Herr Gotama, die Sakyer sind grimmig, hart, nehmen alles übel und sind streitlustig. Primitiv sind sie, und primitiv bleiben sie! Sie ehren, achten, würdigen und verehren Brahmanen nicht, huldigen ihnen nicht. Es ist weder richtig noch angemessen, dass die Sakyer, Primitive, die sie sind, Brahmanen nicht ehren, achten, würdigen und verehren, ihnen nicht huldigen.“

Und so verunglimpfte Ambaṭṭha die Sakyer zum ersten Mal mit dem Wort „Primitive“.

2.2. Der zweite Gebrauch des Wortes „Primitive“

„Aber Ambaṭṭha, wie haben die Sakyer dir Unrecht getan?“

„Dieses eine Mal, Herr Gotama, ging ich wegen einer Angelegenheit für meinen Lehrmeister, den Brahmanen Pokkharasāti, nach Kapilavatthu. Ich begab mich zu den Sakyern in ihrer Ratshalle. Nun saßen zu dieser Zeit mehrere Sakyer und Sakyerprinzen auf hohen Sitzen, stießen einander mit den Fingern an, kicherten und spielten miteinander. Ja, sie erdreisteten sich sogar, über mich zu kichern, und boten mir keinen Sitz an. Es ist weder richtig noch angemessen, dass die Sakyer, Primitive, die sie sind, Brahmanen nicht ehren, achten, würdigen und verehren, ihnen nicht huldigen.“

Und so verunglimpfte Ambaṭṭha die Sakyer zum zweiten Mal mit dem Wort „Primitive“.

2.3. Der dritte Gebrauch des Wortes „Primitive“

„Selbst eine kleine Wachtel, Ambaṭṭha, redet in ihrem eigenen Nest, wie es ihr gefällt. Kapilavatthu ist der Ort, der den Sakyern gehört, Ambaṭṭha. Es ist des Ehrwürdigen Ambaṭṭha nicht würdig, wegen so einer Kleinigkeit die Beherrschung zu verlieren.“

„Herr Gotama, es gibt diese vier Klassen: die Adligen, die Brahmanen, die Landarbeiter und die Hilfsarbeiter. Drei dieser Klassen, die Adligen, die Landarbeiter und die Hilfsarbeiter, gedeihen eigentlich nur, wenn sie den Brahmanen dienen. Es ist weder richtig noch angemessen, dass die Sakyer, Primitive, die sie sind, Brahmanen nicht ehren, achten, würdigen und verehren, ihnen nicht huldigen.“

Und so verunglimpfte Ambaṭṭha die Sakyer zum dritten Mal mit dem Wort „Primitive“.

2.4. Das Wort „Sohn eines Sklavenmädchens“ wird gebraucht

Da kam dem Buddha in den Sinn: „Dieser Ambaṭṭha setzt die Sakyer viel zu sehr herab, indem er sie Primitive nennt. Warum befrage ich ihn nicht über seinen eigenen Stamm?“

Und er sagte zu ihm: „Welches ist dein Stamm, Ambaṭṭha?“

„Ich bin ein Kaṇhāyaner, Herr Gotama.“

„Aber wenn du dich an den alten Namen und Stamm deiner Mutter und deines Vaters erinnerst, so waren die Sakyer die Kinder der Herren, und du stammst vom Sohn eines Sklavenmädchens der Sakyer ab. Doch die Sakyer betrachten den König Okkāka als ihren Großvater.

Es war einmal eine Zeit, da wünschte König Okkāka, die Thronfolge auf den Sohn seiner liebsten Königin umzulenken, und verbannte daher die älteren Prinzen aus dem Reich – Okkāmukha, Karakaṇḍa, Hatthinika und Sinisūra. Sie richteten ihr Heim neben einem Lotusteich an den Hängen des Himalaya ein, wo ein großer Wald von Sakhua-Salbäumen wuchs. Aus Furcht, ihre Abstammungslinie zu unterbrechen, schliefen sie mit ihren eigenen – saka – Schwestern.

Da wandte sich König Okkāka an seine Minister und Räte: ‚Wo, ihr Herren, haben sich die Prinzen nun niedergelassen?‘

‚Majestät, da ist ein Lotusteich an den Hängen des Himalaya, wo ein großer Wald von Sakhuabäumen wächst. Dort haben sie sich niedergelassen. Aus Furcht, ihre Abstammungslinie zu unterbrechen, schlafen sie mit ihren eigenen Schwestern.‘

Darauf, Ambaṭṭha, drückte der König Okkāka dieses innige Gefühl aus: ‚Die Prinzen sind wahrhaftig Sakyer! Die Prinzen sind wahrhaftig die besten Sakyer!‘ Von diesem Tag an kannte man die Sakyer, und er war ihr Begründer.

Nun hatte König Okkāka ein Sklavenmädchen mit Namen Disā. Sie gebar einen Jungen mit Namen „Schwarz“. Als er geboren war, sagte Schwarzjunge: ‚Wasch mich, Mama, bade mich! Schaff diesen Schmutz von mir fort! Ich werde für dich ein Segen sein!‘ Wenn die Leute heutzutage Kobolde sehen, fassen sie sie als Kobolde auf; in jenen Tagen aber fassten sie Kobolde als ‚Schwarzbuben‘ auf.

Sie sagen: ‚Er sprach, sobald er geboren war – ein Schwarzbube ist geboren! Ein Kobold ist geboren!‘ Von diesem Tag an wurden die Kaṇhāyaner bekannt gemacht, und er war ihr Begründer. So waren die Sakyer, wenn man sich an den alten Namen und Stamm deiner Mutter und deines Vaters erinnert, die Kinder der Herren, und du stammst vom Sohn eines Sklavenmädchens der Sakyer ab.“

Auf diese Worte sagten diese jungen Vedenstudenten zum Buddha: „Herr Gotama, bitte setze Ambaṭṭha nicht zu sehr herab, indem du ihn den Sohn eines Sklavenmädchens nennst. Er ist von guter Geburt, ein ehrbarer Mensch, gelehrt, ein guter Redner und klug. Er ist in der Lage, mit Herrn Gotama über diese Sache zu debattieren.“

Da sagte der Buddha zu ihnen: „Nun, ihr jungen Vedenstudenten, wenn ihr denkt, Ambaṭṭha sei von schlechter Geburt, kein ehrbarer Mensch, nicht gelehrt, ein schlechter Redner, geistlos und nicht in der Lage, mit mir über diese Sache zu debattieren, dann lasst ihn beiseite, und ihr könnt mit mir debattieren. Aber wenn ihr denkt, er sei von guter Geburt, ein ehrbarer Mensch, gelehrt, ein guter Redner, klug und in der Lage, mit mir über diese Sache zu debattieren, dann solltet ihr beiseitetreten und ihn mit mir debattieren lassen.“

„Er ist in der Lage, mit dir zu debattieren. Wir werden schweigen und Ambaṭṭha mit Herrn Gotama debattieren lassen.“

Und der Buddha sagte zu Ambaṭṭha: „Nun, Ambaṭṭha, da ist eine berechtigte Frage, die aufkommt. Du wirst sie nicht mögen, aber du solltest dennoch antworten. Wenn du nicht antwortest, indem du dem Problem ausweichst, schweigst oder weggehst, wird dein Kopf eben hier in sieben Stücke zerspringen. Was denkst du, Ambaṭṭha? Nach dem, was du von älteren und ehrwürdigen Brahmanen gehört hast, den Lehrmeistern der Lehrmeister: Was ist der Ursprung der Kaṇhāyaner, und wer ist ihr Begründer?“

Daraufhin schwieg Ambaṭṭha.

Zum zweiten Mal stellte der Buddha seine Frage, und zum zweiten Mal schwieg Ambaṭṭha.

Da sagte der Buddha zu ihm: „Antworte nun, Ambaṭṭha. Jetzt ist nicht die Zeit, zu schweigen. Wenn jemand eine berechtigte Frage, die ihm vom Buddha dreimal gestellt wurde, nicht beantwortet, wird sein Kopf eben da in sieben Stücke zerspringen.“

Nun stand zu dieser Zeit der Geist Vajirapāṇī über Ambaṭṭha in der Luft und hielt einen gewaltigen eisernen Wurfspieß, der brannte, loderte und glühte, und dachte: „Wenn dieser Ambaṭṭha nicht antwortet, wenn er zum dritten Mal gefragt wird, werde ich seinen Kopf eben da in sieben Stücke zerspringen lassen!“ Und sowohl der Buddha als auch Ambaṭṭha konnten Vajirapāṇī sehen.

Ambaṭṭha war panisch und erschüttert und seine Haare sträubten sich. Indem er beim Buddha Schutz, Unterschlupf und Zuflucht suchte, setzte er sich nahe zu ihm und sagte: „Was hast du gesagt? Bitte wiederhole die Frage.“

„Was denkst du, Ambaṭṭha? Nach dem, was du von älteren und ehrwürdigen Brahmanen gehört hast, den Lehrmeistern der Lehrmeister: Was ist der Ursprung der Kaṇhāyaner, und wer ist ihr Begründer?“

„Ich habe gehört, Herr Gotama, dass es geradeso ist, wie du sagst. Das ist der Ursprung der Kaṇhāyaner, und das ist ihr Begründer.“

2.5. Die Diskussion über Ambaṭṭhas Erbe

Auf diese Worte machten diese jungen Vedenstudenten einen Tumult: „Es erweist sich, dass Ambaṭṭha von schlechter Geburt ist, kein ehrbarer Mensch, der Sohn eines Sklavenmädchens der Sakyer, und dass die Sakyer Söhne seines Herrn sind! Und es scheint, dass der Asket Gotama nur die Wahrheit gesprochen hat, obwohl wir uns erdreisteten, ihn zu tadeln!“

Da kam dem Buddha in den Sinn: „Diese jungen Vedenstudenten setzen Ambaṭṭha zu sehr herab, indem sie ihn den Sohn eines Sklavenmädchens nennen. Warum helfe ich ihm nicht da heraus?“

Und der Buddha sagte zu den jungen Vedenstudenten: „Ihr jungen Vedenstudenten, bitte setzt Ambaṭṭha nicht zu sehr herab, indem ihr ihn den Sohn eines Sklavenmädchens nennt. Dieser Schwarzjunge war ein bedeutender Weiser. Er ging zu einem Land im Süden und lernte den Göttlichen Zauberspruch. Dann begab er sich zu König Okkāka und hielt um die Hand seiner Tochter Maddarūpī an.

Der König sagte zu ihm: ‚Wer zum Teufel ist dieser Sohn eines Sklavenmädchens, dass er um die Hand meiner Tochter anhält!‘ Zornig und aufgebracht legte er einen Pfeil mit rasiermesserscharfer Spitze an. Aber er konnte ihn weder abschießen noch wieder locker lassen.

Da begaben sich die Minister und Räte zu dem Weisen Schwarzjunge und sagten: ‚Verschone den König, Herr, verschone ihn!‘

‚Der König wird sicher sein. Aber wenn er den Pfeil nach unten schießt, wird es im ganzen Reich ein Erdbeben geben.‘

‚Verschone den König, Herr, und verschone das Land!‘

‚Der König und das Land werden sicher sein. Aber wenn er den Pfeil nach oben schießt, wird es im ganzen Reich sieben Jahre lang keinen Regen geben.‘

‚Verschone den König, Herr, verschone das Land, und lass Regen fallen!‘

‚Der König und das Land werden sicher sein, und es wird Regen fallen. Und wenn der König den Pfeil auf den Kronprinzen schießt, wird dieser sicher und unbeeindruckt sein.‘

Da sagten die Minister zu Okkāka: ‚Okkāka muss den Pfeil auf den Kronprinzen schießen. Er wird sicher und unbeeindruckt sein.‘

Da schoss der König Okkāka den Pfeil auf den Kronprinzen. Und dieser war sicher und unbeeindruckt. Da war der König panisch und erschüttert und seine Haare sträubten sich. Aus Furcht vor der göttlichen Strafe gab er die Hand seiner Tochter Maddarūpī.

Ihr jungen Vedenstudenten, bitte setzt Ambaṭṭha nicht zu sehr herab, indem ihr ihn den Sohn eines Sklavenmädchens nennt. Dieser Schwarzjunge war ein bedeutender Weiser.“

3. Die Überlegenheit der Adligen

Dann wandte sich der Buddha an Ambaṭṭha: „Was denkst du, Ambaṭṭha? Da würde ein adliger Junge mit einem Brahmanenmädchen schlafen und sie bekämen einen Sohn. Würde er von den Brahmanen einen Sitz und Wasser erhalten?“

„Das würde er, Herr Gotama.“

„Und würden die Brahmanen ihm bei einer Essensspende für die Ahnen, bei der Spende einer Milchreistafel, bei einem Opfer oder einem Festmahl für Gäste zu essen geben?“

„Das würden sie.“

„Und würden die Brahmanen ihn die Hymnen lehren oder nicht?“

„Sie würden es tun.“

„Und würde er von den Frauen ferngehalten oder nicht?“

„Das würde er nicht.“

„Und würden die Adligen ihn zum König salben?“

„Nein, Herr Gotama. Warum ist das so? Weil seine mütterliche Seite unpassend wäre.“

„Was denkst du, Ambaṭṭha? Da würde ein Brahmanenjunge mit einem adligen Mädchen schlafen und sie bekämen einen Sohn. Würde er von den Brahmanen einen Sitz und Wasser erhalten?“

„Das würde er, Herr Gotama.“

„Und würden die Brahmanen ihm bei einer Essensspende für die Ahnen, bei der Spende einer Milchreistafel, bei einem Opfer oder einem Festmahl für Gäste zu essen geben?“

„Das würden sie.“

„Und würden die Brahmanen ihn die Hymnen lehren oder nicht?“

„Sie würden es tun.“

„Und würde er von den Frauen ferngehalten oder nicht?“

„Das würde er nicht.“

„Und würden die Adligen ihn zum König salben?“

„Nein, Herr Gotama. Warum ist das so? Weil seine väterliche Seite unpassend wäre.“

„Und somit, Ambaṭṭha, stehen die Adligen höher und die Brahmanen tiefer, ob man nun Frauen mit Frauen oder Männer mit Männern vergleicht. Was denkst du, Ambaṭṭha? Da würden die Brahmanen aus irgendeinem Grund einem Brahmanen den Kopf scheren, ihn mit einem Sack voll Asche überschütten und ihn aus dem Land oder der Stadt verbannen. Würde er von den Brahmanen einen Sitz und Wasser erhalten?“

„Das würde er nicht, Herr Gotama.“

„Und würden die Brahmanen ihm bei einer Essensspende für die Ahnen, bei der Spende einer Milchreistafel, bei einem Opfer oder einem Festmahl für Gäste zu essen geben?“

„Das würden sie nicht.“

„Und würden die Brahmanen ihn die Hymnen lehren oder nicht?“

„Sie würden es nicht tun.“

„Und würde er von den Frauen ferngehalten oder nicht?“

„Das würde er.“

„Was denkst du, Ambaṭṭha? Da würden die Adligen aus irgendeinem Grund einem Adligen den Kopf scheren, ihn mit einem Sack voll Asche überschütten und ihn aus dem Land oder der Stadt verbannen. Würde er von den Brahmanen einen Sitz und Wasser erhalten?“

„Das würde er, Herr Gotama.“

„Und würden die Brahmanen ihm bei einer Essensspende für die Ahnen, bei der Spende einer Milchreistafel, bei einem Opfer oder einem Festmahl für Gäste zu essen geben?“

„Das würden sie.“

„Und würden die Brahmanen ihn die Hymnen lehren oder nicht?“

„Sie würden es tun.“

„Und würde er von den Frauen ferngehalten oder nicht?“

„Das würde er nicht.“

„An diesem Punkt, Ambaṭṭha, hat dieser Adlige einen Tiefpunkt erreicht, sein Kopf wurde geschoren, er wurde mit einem Sack voll Asche überschüttet und aus dem Land oder der Stadt verbannt. Und doch stehen die Adligen höher und die Brahmanen tiefer. Auch der Brahmā Sanaṅkumāra sprach diese Strophe:

‚Der Adlige ist der Beste unter den Menschen, die den Stamm zum Maßstab nehmen. Aber wer im Wissen und Verhalten vollendet ist, ist Erster unter Göttern und Menschen.‘

Diese Strophe wurde vom Brahmā Sanaṅkumāra gut gesungen, nicht schlecht gesungen; gut gesprochen, nicht schlecht gesprochen. Sie ist nützlich, nicht nutzlos, und ich stimmte ihr zu. Denn auch ich sage:

Der Adlige ist der Beste unter den Menschen, die den Stamm zum Maßstab nehmen. Aber wer im Wissen und Verhalten vollendet ist, ist Erster unter Göttern und Menschen.“

Der erste Abschnitt zum Aufsagen.

4. Wissen und Verhalten

„Aber Herr Gotama, was ist dieses Verhalten, was ist dieses Wissen?“

„Ambaṭṭha, im unübertrefflichen Wissen und Verhalten gibt es keine Diskussion über Stammbaum oder Stamm oder Stolz: ‚Du verdienst mich‘ oder ‚Du verdienst mich nicht‘. Da, wo es Geben oder Nehmen einer Braut für die Hochzeit gibt, da gibt es eine solche Diskussion. Jeder, der an Fragen des Stammbaums oder des Stammes oder des Stolzes hängt oder am Geben oder Nehmen einer Braut für die Hochzeit, ist vom unübertrefflichen Wissen und Verhalten weit entfernt. Die Verwirklichung des unübertrefflichen Wissens und Verhaltens geschieht, wenn man solche Dinge aufgegeben hat.“

„Aber Herr Gotama, was ist dieses Verhalten, was ist dieses Wissen?“

„Ambaṭṭha, da erscheint ein Klargewordener in der Welt, ein Vollendeter, ein vollkommen erwachter Buddha, von vollendetem Wissen und Verhalten, heilig, Kenner der Welt, unübertrefflicher Anleiter für alle, die üben wollen, Lehrer von Göttern und Menschen, erwacht, gesegnet. Er hat diese Welt – mit ihren Göttern, Māras und Brahmās, mit dieser Bevölkerung mit ihren Asketen und Brahmanen, Göttern und Menschen – durch eigene Einsicht erkannt und erklärt sie anderen. Er verkündet eine Lehre, die am Anfang gut, in der Mitte gut und am Ende gut ist, bedeutsam und gut ausgedrückt. Und er legt eine geistliche Übung dar, die ganz vollständig und rein ist. Ein Hausbesitzer hört diese Lehre, oder das Kind eines Hausbesitzers oder jemand, der in einer guten Familie wiedergeboren ist. Er fasst Vertrauen zum Klargewordenen und überlegt …

Ganz abgeschieden von den Sinnenfreuden, abgeschieden von untauglichen Eigenschaften, tritt er in die erste Vertiefung ein und verweilt darin … Das ist Teil seines Verhaltens.

Wenn dann das Ausrichten und Halten des Geistes sich beruhigt, tritt ein Mönch in die zweite Vertiefung ein und verweilt darin … Das ist Teil seines Verhaltens.

Mit dem Schwinden der Ekstase tritt er dann in die dritte Vertiefung ein und verweilt darin … Das ist Teil seines Verhaltens.

Indem er Glück und Schmerz aufgibt und frühere Fröhlichkeit und Traurigkeit beendet, tritt er dann in die vierte Vertiefung ein und verweilt darin … Das ist Teil seines Verhaltens. Das ist dieses Verhalten.

Wenn sein Geist so im Samādhi versunken ist – geläutert, hell, makellos, fleckenlos, geschmeidig, formbar, stetig und unbewegt –, dann streckt er ihn aus und projiziert ihn auf das Erkennen und Sehen. Das ist Teil seines Wissens. Er versteht: ‚… es gibt nichts weiter für dieses hier.‘ Das ist Teil seines Wissens. Das ist dieses Wissen.

Von diesem Mönch heißt es, er sei ‚im Wissen vollendet‘ und auch ‚im Verhalten vollendet‘ und auch ‚im Wissen und Verhalten vollendet‘. Und, Ambaṭṭha, es gibt keine Vollendung im Wissen und Verhalten, die besser oder erlesener wäre als diese.

5. Vier Gründe für das Ausscheiden

Es gibt vier Gründe für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten. Welche vier? Zunächst ist da ein Asket oder Brahmane, der, da er es nicht schafft, dieses unübertreffliche Wissen und Verhalten zu erlangen, in ein Wildnisgebiet eintaucht, wobei er seine Sachen mit einer Schulterstange trägt: ‚Ich werde durchkommen, indem ich mich von herabgefallenen Früchten ernähre.‘ Er gedeiht eigentlich nur, wenn er jemandem dient, der im Wissen und Verhalten vollendet ist. Das ist der erste Grund für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten.

Dann ist da ein Asket oder Brahmane, der, da er es nicht schafft, dieses unübertreffliche Wissen und Verhalten zu erlangen oder durchzukommen, indem er sich von herabgefallenen Früchten ernährt, in ein Wildnisgebiet eintaucht, wobei er einen Spaten und einen Korb trägt: ‚Ich werde durchkommen, indem ich mich von Knollen und Früchten ernähre.‘ Er gedeiht eigentlich nur, wenn er jemandem dient, der im Wissen und Verhalten vollendet ist. Das ist der zweite Grund für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten.

Dann ist da ein Asket oder Brahmane, der, da er es nicht schafft, dieses unübertreffliche Wissen und Verhalten zu erlangen oder durchzukommen, indem er sich von herabgefallenen Früchten oder von Knollen und Früchten ernährt, in der Nähe eines Dorfes oder einer Stadt eine Feuerkammer errichtet und dort lebt, indem er der heiligen Flamme huldigt. Er gedeiht eigentlich nur, wenn er jemandem dient, der im Wissen und Verhalten vollendet ist. Das ist der dritte Grund für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten.

Dann ist da ein Asket oder Brahmane, der, da er es nicht schafft, dieses unübertreffliche Wissen und Verhalten zu erlangen oder durchzukommen, indem er sich von herabgefallenen Früchten oder von Knollen und Früchten ernährt oder indem er der heiligen Flamme huldigt, an der Kreuzung eine viertürige Feuerkammer errichtet und dort lebt: ‚Wenn ein Asket oder Brahmane aus einer der vier Himmelsrichtungen kommt, will ich ihn ehren, so gut ich kann.‘ Er gedeiht eigentlich nur, wenn er jemandem dient, der im Wissen und Verhalten vollendet ist. Das ist der vierte Grund für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten. Das sind die vier Gründe für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten.

Was denkst du, Ambaṭṭha? Sieht man dieses unübertreffliche Wissen und Verhalten in deiner eigenen Tradition?“

„Nein, Herr Gotama. Wer bin ich, wer ist meine Tradition, verglichen mit dem unübertrefflichen Wissen und Verhalten? Wir sind davon weit entfernt.“

„Was denkst du, Ambaṭṭha? Da du es nicht schafft, dieses unübertreffliche Wissen und Verhalten zu erlangen, bist du da mit deiner Tradition in ein Wildnisgebiet eingetaucht, wobei du deine Sachen mit einer Schulterstange getragen hast: ‚Ich werde durchkommen, indem ich mich von herabgefallenen Früchten ernähre‘?“

„Nein, Herr Gotama.“

„Was denkst du, Ambaṭṭha? Bist du … mit deiner Tradition in ein Wildnisgebiet eingetaucht, wobei du einen Spaten und einen Korb getragen hast: ‚Ich werde durchkommen, indem ich mich von Knollen und Früchten ernähre‘?“

„Nein, Herr Gotama.“

„Was denkst du, Ambaṭṭha? Hast du … mit deiner Tradition in der Nähe eines Dorfes oder einer Stadt eine Feuerkammer errichtet und dort gelebt, indem du der heiligen Flamme gehuldigt hast?“

„Nein, Herr Gotama.“

„Was denkst du, Ambaṭṭha? Hast du … mit deiner Tradition an der Kreuzung eine viertürige Feuerkammer errichtet und dort gelebt: ‚Wenn ein Asket oder Brahmane aus einer der vier Himmelsrichtungen kommt, will ich ihn ehren, so gut ich kann‘?“

„Nein, Herr Gotama.“

„So stehst du also mit deiner Tradition nicht nur unter dem unübertrefflichen Wissen und Verhalten, sondern sogar unter den vier Gründen für das Ausscheiden aus diesem unübertrefflichen Wissen und Verhalten. Aber von deinem Lehrmeister, dem Brahmanen Pokkharasāti, wurde dir gesagt: ‚Wer sind diese glatzköpfigen Pfaffen, diese falschen Asketen, diese Primitiven, diese schwarze Ausgeburt aus den Füßen unseres Verwandten, verglichen mit einer Unterhaltung mit den Brahmanen des dreifachen Wissens?‘ Doch er selbst hat nicht einmal einen der Gründe für das Ausscheiden erfüllt! Sieh, Ambaṭṭha, wie dein Lehrmeister Pokkharasāti dir Unrecht getan hat.

6. Wie die Seher der Vergangenheit sein

Pokkharasāti lebt von dem Geschenk, das ihm vom König Pasenadi von Kosala zur Verfügung gestellt wurde. Aber der König gewährt ihm nicht einmal eine Audienz Auge in Auge. Wenn er sich berät, tut er es hinter einem Vorhang. Warum sollte der König jemandem, dem von ihm rechtmäßig Lebensmittel überreicht werden, keine Audienz Auge in Auge gewähren? Sieh, Ambaṭṭha, wie dein Lehrmeister Pokkharasāti dir Unrecht getan hat.

Was denkst du, Ambaṭṭha? Angenommen, der König Pasenadi würde mit Kriegerfürsten oder Stammesfürsten Beratungen abhalten, während er auf dem Nacken eines Elefanten oder dem Rücken eines Pferdes säße oder während er auf der Matte in einem Streitwagen stünde. Und angenommen, er würde von dort absteigen und sich zur Seite hinstellen. Dann käme ein Hilfsarbeiter oder der abhängige Diener eines Hilfsarbeiters vorbei, der am gleichen Platz stünde und die Beratung fortsetzen würde: ‚Das sagt König Pasenadi, und auch das sagt der König.‘ Obwohl er die Worte des Königs ausspräche und den Rat des Königs erteilte – würde ihn das zum König oder zu einem königlichen Minister machen?“

„Nein, Herr Gotama.“

„Ebenso, Ambaṭṭha, schufen die alten brahmanischen Seher Aṭṭhaka, Vāmaka, Vāmadeva, Vessāmitta, Yamadaggi, Aṅgīrasa, Bhāradvāja, Vāseṭṭha, Kassapa und Bhagu die Hymnen und verbreiteten sie. Ihre Hymnensammlung wurde in alten Zeiten gesungen, verbreitet und zusammengestellt. Bis heute wird sie von Brahmanen gesungen und vorgetragen. Brahmanen tragen weiterhin vor, was vorgetragen wurde, und lehren, was gelehrt wurde. Da du ihre Hymnen in deiner eigenen Tradition auswendig gelernt hast, könntest du denken, das machte dich zu einem Seher oder zu einem, der auf dem Weg ist, ein Seher zu werden. Aber das ist nicht möglich.

Was denkst du, Ambaṭṭha? Nach dem, was du von älteren und ehrwürdigen Brahmanen gehört hast, den Lehrmeistern der Lehrmeister: Waren diese alten brahmanischen Seher mit den fünf Arten sinnlicher Erregung versorgt und ausgestattet und vergnügten sich, nachdem sie schön gebadet und geölt waren, Haar und Bart frisiert hatten und mit Juwelen, Ohrringen und Armbändern geschmückt und in Weiß gekleidet waren, wie du es heute in deiner Tradition tust?“

„Nein, Herr Gotama.“

„Aßen sie feinen gekochten Reis, mit reinem Fleisch garniert, aus dem die dunklen Körner ausgelesen waren und der mit vielen Suppen und Soßen angerichtet war, wie du es heute in deiner Tradition tust?“

„Nein, Herr Gotama.“

„Vergnügten sie sich mit Mädchen, die mit Stringtangas bekleidet waren, die ihre Rundungen sehen ließen, wie du es heute in deiner Tradition tust?“

„Nein, Herr Gotama.“

„Fuhren sie in Wagen herum, die von Stuten mit geflochtenen Mähnen gezogen wurden, die sie mit langen Peitschen vorwärts peitschten und schlugen, wie du es heute in deiner Tradition tust?“

„Nein, Herr Gotama.“

„Hatten sie Männer mit langen Schwertern, die sie in Festungen bewachten, um die Gräben ausgehoben und Schranken befestigt waren, wie du es heute in deiner Tradition tust?“

„Nein, Herr Gotama.“

„Ambaṭṭha, so bist du also in deiner eigenen Tradition weder ein Seher noch jemand, der auf dem Weg ist, ein Seher zu werden. Wer über mich irgendeinen Zweifel oder eine Unsicherheit hat, der frage mich, und ich werde mit meiner Antwort seine Zweifel klären.“

7. Die zwei Kennzeichen sehen

Dann kam der Buddha aus seiner Hütte und begann, achtsam auf und ab zu gehen, und Ambaṭṭha tat desgleichen. Und während er neben dem Buddha herging, untersuchte Ambaṭṭha dessen Körper nach den 32 Kennzeichen eines großen Mannes. Er sah sie alle, mit Ausnahme von zweien, über die er im Zweifel war: ob das Geschlechtsteil in eine Vorhaut eingehüllt war und die Länge der Zunge.

Da kam dem Buddha in den Sinn: „Dieser Vedenstudent Ambaṭṭha sieht alle Kennzeichen mit Ausnahme von zweien, über die er im Zweifel ist: ob das Geschlechtsteil in eine Vorhaut eingehüllt ist und die Länge der Zunge.“ Darauf setzte der Buddha seine übersinnliche Kraft ein und veranlasste, dass Ambaṭṭha sah, wie sein Geschlechtsteil in eine Vorhaut eingehüllt war. Und er streckte seine Zunge heraus und strich damit vor und zurück über die Ohr- und Nasenlöcher und bedeckte seine gesamte Stirn mit seiner Zunge.

Da dachte Ambaṭṭha: „Der Asket Gotama besitzt die 32 Kennzeichen vollständig, es fehlt keins.“

Er sagte zum Buddha: „Nun, Herr, jetzt muss ich gehen. Ich habe viele Pflichten und Verantwortlichkeiten.“

„Bitte, Ambaṭṭha, geh nach deinem Belieben.“ Da bestieg Ambaṭṭha seinen von Stuten gezogenen Wagen und fuhr ab.

Nun war zu dieser Zeit der Brahmane Pokkharasāti mit einer großen Gruppe von Brahmanen aus Ukkaṭṭhā herausgekommen und saß in seinem eigenen Park, wo er eben auf Ambaṭṭha wartete. Da fuhr Ambaṭṭha in den Park ein. Er fuhr mit der Kutsche, soweit es das Gelände erlaubte, stieg dann ab und begab sich zu Fuß zum Brahmanen Pokkharasāti. Er verbeugte sich und setzte sich zur Seite hin, und Pokkharasāti sagte zu ihm:

„Ich hoffe, lieber Ambaṭṭha, du hast Herrn Gotama gesehen?“

„Ich sah ihn, Herr.“

„Nun, wird er seinem Ruf gerecht oder nicht?“

„Er wird seinem Ruf gerecht, Herr. Herr Gotama besitzt die 32 Kennzeichen vollständig, es fehlt keins.“

„Und hattest du eine Unterhaltung mit ihm?“

„Das hatte ich.“

„Und welche Art von Unterhaltung hattest du mit ihm?“ Und Ambaṭṭha berichtete Pokkharasāti alles, was sie gesprochen hatten.

Da sagte Pokkharasāti zu Ambaṭṭha: „Oh unser verdammter Schlaumeier, unser falscher gelehrter Mann, der vorgibt, in den drei Veden bewandert zu sein! Ein Mann, der sich so benimmt, sollte, wenn sein Körper auseinanderbricht, nach dem Tod, an einem verlorenen Ort wiedergeboren werden, einem schlechten Ort, in der Unterwelt, der Hölle. Bloß weil du Herrn Gotama wiederholt so angegriffen hast, brachte er fortwährend Anklagen gegen uns vor!“ Zornig und aufgebracht versetzte er Ambaṭṭha einen Fußtritt, dass er fortflog, und wollte auf der Stelle gehen, um den Buddha zu sehen.

8. Pokkharasāti besucht den Buddha

Da sagten diese Brahmanen zu Pokkharasāti: „Es ist viel zu spät, um den Asketen Gotama heute zu besuchen. Du kannst ihn morgen besuchen.“

Da ließ Pokkharasāti in seiner eigenen Wohnung köstliche frische und gekochte Speisen zubereiten. Dann bestieg er eine Kutsche und brach mit Dienern, die Fackeln trugen, von Ukkaṭṭhā auf zu dem Wald bei Icchānaṅgala. Er fuhr mit der Kutsche, soweit es das Gelände erlaubte, stieg dann ab und betrat zu Fuß das Kloster. Er ging zum Buddha und tauschte Willkommensgrüße mit ihm aus. Nach der Begrüßung und dem Austausch von Höflichkeiten setzte er sich zur Seite hin und sagte zum Buddha: „Herr Gotama, ist mein Zögling, der Vedenstudent Ambaṭṭha, hierhergekommen?“

„Ja, Brahmane, er ist gekommen.“

„Und hattest du eine Unterhaltung mit ihm?“

„Das hatte ich.“

„Und welche Art von Unterhaltung hattest du mit ihm?“ Und der Buddha berichtete Pokkharasāti alles, was sie gesprochen hatten.

Da sagte Pokkharasāti zum Buddha: „Ambaṭṭha ist ein Tor, Herr Gotama. Bitte verzeih ihm.“

„Dass der Vedenstudent Ambaṭṭha glücklich sei, Brahmane.“

Dann untersuchte Pokkharasāti den Körper des Buddha nach den 32 Kennzeichen eines großen Mannes. Er sah sie alle, mit Ausnahme von zweien, über die er im Zweifel war: ob das Geschlechtsteil in eine Vorhaut eingehüllt war und die Länge der Zunge.

Da kam dem Buddha in den Sinn: „Pokkharasāti sieht alle Kennzeichen mit Ausnahme von zweien, über die er im Zweifel ist: ob das Geschlechtsteil in eine Vorhaut eingehüllt ist und die Länge der Zunge.“ Darauf setzte der Buddha seine übersinnliche Kraft ein und veranlasste, dass Pokkharasāti sah, wie sein Geschlechtsteil in eine Vorhaut eingehüllt war. Und er streckte seine Zunge heraus und strich damit vor und zurück über die Ohr- und Nasenlöcher und bedeckte seine gesamte Stirn mit seiner Zunge.

Pokkharasāti dachte: „Der Asket Gotama besitzt die 32 Kennzeichen vollständig, es fehlt keins.“

Er sagte zum Buddha: „Herr Gotama wolle bitte zusammen mit dem Saṅgha der Mönche und Nonnen die heutige Mahlzeit von mir annehmen.“ Der Buddha schwieg zum Zeichen der Zustimmung.

Und als Pokkharasāti die Zustimmung des Buddha erkannt hatte, benachrichtigte er ihn über die Zeit: „Es ist Zeit, Herr Gotama, das Essen ist fertig.“ Da kleidete der Buddha sich am Morgen an, nahm Schale und Robe, ging zusammen mit dem Saṅgha der Mönche und Nonnen zu Pokkharasāti Haus und setzte sich auf den ausgebreiteten Sitz. Und Pokkharasāti bewirtete und bediente den Buddha eigenhändig mit köstlichen frischen und gekochten Speisen, während seine jungen Vedenstudenten den Saṅgha bewirteten. Als der Buddha gegessen und Hand und Schale gewaschen hatte, nahm Pokkharasāti einen niedrigen Sitz und setzte sich zur Seite hin.

Dann unterwies ihn der Buddha Schritt für Schritt mit einem Vortrag über Geben, sittliches Verhalten und den Himmel. Er erklärte die Nachteile der Sinnenfreuden, die so schmutzig und unlauter sind, und die Vorteile der Entsagung. Und als er erkannte, dass Pokkharasāti Geist bereit war, geschmeidig, frei von Hindernissen, freudig bewegt und zuversichtlich, da legte er die besondere Lehre der Buddhas dar: das Leiden, seinen Ursprung, sein Aufhören und den Weg. Wie ein reines, fleckenloses Tuch die Farbe richtig annimmt, ebenso ging da dem Brahmanen Pokkharasāti, wo er gerade saß, das unbefleckte, makellose Auge des Dhamma auf: „Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende.“

9. Pokkharasāti erklärt sich zu einem Laienschüler

Und Pokkharasāti sah, erfasste, verstand und ergründete den Dhamma. Er ging über den Zweifel hinaus, machte sich von Unschlüssigkeit frei und gewann Selbstvertrauen, wurde in der Anleitung des Lehrers von anderen unabhängig. Er sagte zum Buddha: „Vortrefflich, Herr Gotama! Vortrefflich! Als würde er das Umgestürzte aufrichten oder das Verborgene enthüllen oder den Verirrten den Weg weisen oder im Dunkeln ein Licht anzünden, sodass Menschen mit klaren Augen sehen könnten, was da ist, so hat Herr Gotama die Lehre auf vielerlei Weise klargemacht. Zusammen mit meinen Kindern, meinen Frauen und meinem Gefolge und meinen Ministern nehme ich Zuflucht zu Herrn Gotama, zur Lehre und zum Saṅgha der Mönche und Nonnen. Von diesem Tag an soll Herr Gotama mich als Laienschüler in Erinnerung behalten, der für sein ganzes Leben Zuflucht genommen hat.

So, wie Herr Gotama andere ergebene Familien in Ukkaṭṭhā besucht, soll er auch meine Familie besuchen. Die Brahmanenjungen und -mädchen werden sich vor dir verbeugen, für dich aufstehen, dir einen Sitz und Wasser anbieten, und sie werden in ihrem Herzen Zuversicht erlangen. Das wird zu ihrem langanhaltenden Nutzen und Glück sein.“

„Es ist schön, dass du das sagst, Hausbesitzer.“